Es liegt ein Antrag des Projektbetreibers „Südlink“ beim Landratsamt Bad Kissingen vor, um aus dem „offenen Fließgewässer“ Lauer Wasser für die Nord-Süd-Baumaßnahme der Kabelverlegung in die Erde entnehmen zu können.
In diesem Fall ist der Abschnitt entlang der A 71 zwischen Althausen und Münnerstadt gemeint. Die Stadt Münnerstadt soll dazu eine Stellungnahme abgeben. Das Wasser wird für die Spülung bei der Durchdringung von Erdreich gebraucht.
„Es wird auf jeden Fall gebaut“
Bürgermeister Michael Kastl (CSU) stellte gleich zu Beginn klar, „dass auf jeden Fall gebaut wird“. Die Stadt Münnerstadt kann ihre Einstellung zum Sachverhalt vortragen. Die größten Bedenken kamen dann auch von einzelnen Stadtratsmitgliedern wegen der angezeigten großen Entnahmemenge. Denn über zwei Jahre verteilt soll das Vorhaben ca. 59.000 Kubikmeter Wasser benötigen.
Norbert Schreiner (Forum Aktiv) wollte festgelegt wissen, „dass die Stadt nur Wasser für das Bauvorhaben in ihrer Gemarkung zur Verfügung stellt“. Das wird auch Teil der Stellungnahme sein, versicherte später der Bürgermeister. Johannes Röß (CSU) kritisierte die hohe Entnahmemenge aus dem Fließgewässer, weil auch Privatleute bei der Entnahme sehr eingeschränkt werden. „Außerdem werde es die Lauer bei der Menge nicht packen“, meinte er.
Mega-Baustelle mit großen Maschinen
Der Bürgermeister erwiderte, dass bei sehr großen Baumaßnahmen oft andere Maßstäbe gelten würden. Dass die Maßnahme „eine Mega-Baustelle mit großen Maschinen und umfangreichen Erdbewegungen sein wird, mit eigenen Versorgungswegen und großen Lagerstätten, sollte jedem bewusst sein“, so Michael Kastl.
Britta Bildhauer (SPD) wollte erst die Stellungnahmen der zuständigen Behörden abwarten, bevor der Ausschuss entscheidet. Hier war man sich aber dann einig, dass im Vertrauen auf das Wasserwirtschaftsamt, die Untere Naturschutzbehörde und das Gesundheitsamt der Landkreis die entsprechende Risikoabwägung vornehmen wird.
Zustimmung zur Wasserentnahme
Somit stimmte der Ausschuss einstimmig der Wasserentnahme des Südlink-Projekts zu und verwies auf die noch folgenden Stellungnahmen der Fachbehörden.
Für drei Bauvorhaben wurde einstimmig das Einvernehmen erteilt: in Kleinwenkheim die Einhausung eines Festmistlagers, in Münnerstadt, in der Hans-Veit-Straße, die Errichtung einer Doppel-Fertig-Garage und in der Schwedenstraße der Umbau und die energetische Sanierung eines Zweifamilienhauses.
Nur Geld für Machbarkeitsstudie
Günter Scheuring (Freie Wähler) wollte unter Anfragen wissen, ob die künftige feste Toilettenanlage in der Grube schon auf den Weg gebracht wurde. Der Bürgermeister verneinte dies. Im Haushalt 2025 stehe das Geld für eine Machbarkeitsstudie, mehr nicht.
Britta Bildhauer sieht an einer Wasserentnahmestelle auf dem Friedhof eine Gefährdung der Nutzerinnen und Nutzer. Der Bürgermeister sagt zu, die Situation kurzfristig zu verbessern. In Großwenkheim steht der Anbau des Kindergartens bevor. Ortsreferent Arno Schlembach (CSU) regte an, im Bauumfeld den Bewuchs zu beseitigen, um eine Andienung von der Hauptstraße leicht zu ermöglichen.












