Mal abgesehen vom Sieg von Martin Heilig bei der Oberbürgermeisterwahl in Würzburg gab es für die unterfränkischen Grünen zuletzt bei Wahlen wenig zu feiern. Umso lieber blickte man bei einer Bezirksversammlung in Lohr (Lkr. Main-Spessart) auf Zeiten zurück, als gleich zwei unterfränkische Abgeordnete die grüne Bundespolitik mitprägten: Christine Scheel und Hans-Josef Fell. Beide wurden mit dem Preis „Grün wirkt“ ausgezeichnet.
Vor 25 Jahren trat unter Rot-Grün das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Kraft. Hans Josef Fell, der dem Bundestag von 1998 bis 2013 angehörte, ist einer der Väter der Regelungen, die den Ausbau der regenerativen Energien massiv voranbrachten.
Bereits Mitte der 80er Jahre setzte sich Fell, mittlerweile 73 Jahre alt, in seiner Heimatstadt Hammelburg (Lkr. Bad Kissingen) für eine kostendeckende Vergütung des Solarstroms ein, den Privatleute ins Netz einspeisten.
Fell kritisiert Bundesregierung
Grünen-Landeschefin Eva Lettenbauer würdigte den Solarpionier für sein Lebenswerk: „Dein Engagement für die Energiewende ist ein Geschenk an uns alle“, sagte sie. Fell selbst erinnerte daran, dass die Entwicklung der erneuerbaren Energien viel Durchhaltevermögen verlangte. Er warnte vor einem „Rollback der fossilen Energie“ und forderte die neue Bundesregierung auf, mehr Anstrengungen zum Ausbau von Wind- und Sonnenenergie zu unternehmen.
Chrisitine Scheel wurde nach acht Jahren im Landtag 1994 zur ersten Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Unterfranken gewählt. Von 1998 bis 2005 war sie einflussreiche Vorsitzende des Finanzausschusses, der nicht zuletzt die Mittel zur Umsetzung des EEG zur Verfügung stellte, wie der Bundestagsabgeordnete Niklas Wagener in seiner Laudatio betonte. Später war Scheel Vize der Bundestagsfraktion.
2012 wechselte die studierte Pädagogin in die Energiewirtschaft. Mittlerweile engagiert sich die heute 68-Jährige aus Rottenberg (Lkr. Aschaffenburg) wieder in der Kommunalpolitik – als Kreisrätin und im Kreisvorstand der Grünen.











