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Drei Hindernisse überwinden
Mürschter Wasser für Burglauer
Wenn die Gemeinde Burglauer künftig ihr Wasser aus Münnerstadt bezieht, wird die Leitung entlang der Ortsverbindungsstraße gebaut. Die Kommunalpolitiker der Gemeinde und der Stadt haben jetzt die Weichen dafür gestellt. Jetzt müssen noch die recht...
Wenn die Gemeinde Burglauer künftig ihr Wasser aus Münnerstadt bezieht, wird die Leitung entlang der Ortsverbindungsstraße gebaut. Die Kommunalpolitiker der Gemeinde und der Stadt haben jetzt die Weichen dafür gestellt. Jetzt müssen noch die rechtlichen und technischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. // Thomas Malz
Münnerstadt – Die Nachbargemeinde möchte künftig von der Stadt beliefert werden. Jetzt sollen die technischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Eindeutiger hätte das Votum nicht ausfallen können: Nach ihrem Besuch im Münnerstädter Rathaus nahmen der Burgläurer Bürgermeister Marco Heinickel und 3. Bürgermeister Peter Kraus einen einstimmigen Beschluss mit nach Hause.

Danach ist der Münnerstädter Stadtrat grundsätzlich bereit, die Gemeinde Burglauer mit Trinkwasser zu versorgen. Die Verwaltung des Lauerstädtchens wird nun die Voraussetzungen dafür abklären. Ursprünglich wollte Burglauer die langfristige Wasserversorgung durch die Gemeinde Strahlungen sichern, jetzt hat sich aber herausgestellt, dass ein Anschluss ans Münnerstädter Wassernetz viel einfacher und damit auch kostengünstiger ist.

Interesse bereits bekundet

Dass die Gemeinde Burglauer Interesse an einer Wasserversorgung durch Münnerstadt hat, sei ja schon einmal diskutiert worden, sagte Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl bei der jüngsten Stadtratssitzung. Es habe gute Gespräche zwischen den Bürgermeistern und Fachbehörden gegeben. „Wir haben nur noch auf die offizielle Anfrage gewartet.“

Hervorragend dazu passe, dass der Münnerstädter Stadtrat jetzt ohnehin beschlossen hat, die eigene Wasserversorgung zu optimieren und fit für die Zukunft zu machen.

Gewinnung ist unproblematisch

Zuletzt noch ungeklärt gewesen war die Frage, ob eventuell Oberfächenwasser relativ schnell in die Brunnen gelangt. Er habe an diesem Tag eine E-Mail von Christian Breit vom Büro PeTerra erhalten. Danach ist dies nicht mehr wahrscheinlich, so Michael Kastl. Also ist die Wassergewinnung aus den Münnerstädter Brunnen unproblematisch, zudem will die Stadt das Trinkwasserschutzgebiet erheblich erweitern.

Es soll nun noch ein Gespräch mit Vertretern der Stadtwerke Bad Kissingen geführt werden, die ja gleich neben den Münnerstädter Brunnen Wasser fördern. „Ich finde, es ist eine schöne Sache, dass wir in der Lage sind, Trinkwasser zu liefern“, betonte das Stadtoberhaupt.

Gespräche mit Strahlungen im Jahr 2020

Marco Heinickel stellte kurz die Wasserversorgung der Gemeinde Burglauer vor. „Noch kommen wir klar, aber für die Zukunft sieht es nicht rosig aus“, sagte er. Deshalb habe er bereits 2020 Gespräche mit der Gemeinde Strahlungen aufgenommen, worauf geprüft worden ist, ob die Nachbargemeinde Burglauer mit Wasser versorgen kann.

Involviert war dabei Andreas Eick vom Büro Arz-Ingenieure, die auch Münnerstadt seit Jahrzehnten bei der Wasserversorgung betreut. Sie hat den Verantwortlichen mitgeteilt, dass es in Münnerstadt bereits eine Leitung bis hinter die Bahnunterführung gibt.

Staatsstraße, Lauer und Bahnlinie queren

Eine Wasserleitung von Strahlungen nach Burglauer wäre etwa 2600 Meter lang, so Marco Heinickel. Und es müssten drei Hindernisse überwunden werden: die Staatsstraße 2445 (früher B19), die Lauer und die Bahnlinie.

Eine Wasserleitung von der Bahnunterführung entlang der Ortsverbindungsstraße (Promilleweg) von Münnerstadt nach Burglauer wäre lediglich 1700 Meter lang und es gibt keine Hindernisse.

Hinzu komme, dass bei einer Wasserleitung ab einer Länge von 2000 Metern ein aufwendigeres Genehmigungsverfahren nötig sei. Deshalb hat sich der Gemeinderat entschieden, einen Antrag bei der Stadt zu stellen. „Der Beschluss war einstimmig“, betonte Marco Heinickel. Er bedankte sich dafür, dass das Thema nun auf die Tagesordnung des Münnerstädter Stadtrats genommen wurde.

Wässer vertragen sich

Bereits abgeklärt sei, dass sich das Münnerstädter Wasser mit dem in Burglauer geförderten Wasser verträgt, sagte Michael Kastl dazu. Eine Leitung könne man einfach entlang des Promilleweges verlegen. Man müsse den Mitarbeitern des Ingenieurbüros Arz dankbar sein, dass sie diese Lösung vorgeschlagen haben.

Bei der Wasserversorgung müssten beispielsweise für das Grabfeld noch große Lösungen gefunden werden, meinte Michael Kastl. Wenn man sich unter Nachbarn aushelfen könne, sei das immer der beste Weg.

Zwei Ebenen

Norbert Schreiner fragte nach, ob bei einem Notfall, bei dem Münnerstadt vom Brunnen 5 der Stadtwerke Bad Kissingen versorgt werden kann, dieses Wasser dann auch für Burglauer ausreicht. Grundversorgung und Notfallversorgung seien zwei verschiedene Ebenen, sagte Michael Kastl dazu. Das müsse vertraglich geregelt werden.

Den vorgesehenen zeitlichen Ablauf wollte Arno Schlembach wissen. Für die Planung hat die Gemeinde Burglauer in diesem und im nächsten Jahr Geld im Haushalt eingestellt, so Marco Heinickel. Die Umsetzung ist dann in den Jahren 2026 und 2027 vorgesehen. Allerdings sei das auch von den Behörden abhängig.

Förderung zu erwarten

Die Kosten für die Wasserleitung wird die Gemeinde Burglauer übernehmen. Es gebe eine Förderung von 80 Euro pro laufenden Meter, sagte Marco Heinickel.

Die Anfrage der Nachbargemeinde bezog sich auf eine Teil- beziehungsweise Vollversorgung mit Trinkwasser durch Münnerstadt. Adrian Bier wollte wissen, ob Burglauer die eigenen Brunnen weiter betreiben will. Das sei der Fall, sagte Marco Heinickel.

 

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