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Forderung
Pfarrheim Schondra: Bekenntnis bleibt aus
Das Schondraer Pfarrheim könnte nach Vorstellungen der Kirchenverwaltung St. Anna zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Allerdings entschied der Gemeinderat nicht über eine finanzielle Beteiligung an dem Projekt.
Das Schondraer Pfarrheim könnte nach Vorstellungen der Kirchenverwaltung St. Anna zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Allerdings entschied der Gemeinderat nicht über eine finanzielle Beteiligung an dem Projekt. // Steffen Standke
Schondra – Ob sich die Gemeinde am Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus finanziell beteiligt, ist noch nicht entschieden. Das sind die Gründe.

Sie hatten vielleicht auf eine Entscheidung gehofft. Auf eine Willensbekundung des Schondraer Gemeinderats zur Bitte der Kirchverwaltung, sich finanziell am Umbau des Pfarrheims zum Dorfgemeinschaftshaus (DGH) zu beteiligen. Nichts davon hörten die Zuhörer, darunter Pfarrgemeinderäte aus Oberleichtersbach. Stattdessen nahm Bürgermeister Bernold Martin (CSU) in einer vorbereiteten „Information“ andere in die Pflicht.

Die Gemengelage in der Pfarreiengemeinschaft Oberleichtersbach/Schondra – sie lässt sich als kompliziert, aber nicht hoffnungslos beschreiben. Beide Gemeinden verfügen über große Kirchen und Pfarrheime; Hauptsitz von Pfarrer Armin Haas ist aber Schondra.

Nach ihrem dreijährigen Baumoratorium hat die katholische Diözese Würzburg eine Kategorisierung kirchlicher Immobilien im Bistum angestoßen, nach der – je nach Bedeutung – festgelegt werden soll, für welche es noch Zuschüsse zum Erhalt beziehungsweise der Renovierung geben soll. Denn die Gelder der Kirche werden immer knapper.

Im Zuge dieses laufenden Prozesses hat die Diözese signalisiert, dass pro Pfarreiengemeinschaft noch ein Pfarrheim finanziell gefördert werden kann. Es muss aber „überörtliche Bedeutung“ besitzen, das heißt, von Katholiken aus mehreren Orten genutzt werden.

Diözese schlägt Pfarrheim Schondra vor

Die Diözese hat das Pfarrheim in Schondra als das mit überörtlicher Bedeutung vorgeschlagen. Allerdings können sich die Kirchenverantwortlichen vor Ort darüber beraten und sich gegebenenfalls auf Alternativvorschläge einigen. Diese oder das Einverständnis mit dem Vorschlag müssen sie innerhalb der gerade laufenden viermonatigen Rückmeldefrist, aber spätestens bis 2. Juli, nach Würzburg zurückmelden.

Wie Pfarrer Haas auf Nachfrage mitteilt, besteht in Oberleichtersbach und Schondra „noch keine Einigung, welches Pfarrheim überörtliche Bedeutung erhält und auf jeden Fall bezuschusst wird“. Sollte ein Konsens bis 2. Juli ausbleiben, müsste die Diözese entscheiden.

Brief an Kirchenverwaltungen

Gerade hat Haas einen Brief an alle Kirchenverwaltungen und Gemeindeteams im Pastoralen Raum Bad Brückenau geschrieben mit der Bitte, sich zu äußern: Passt der Vorschlag aus Würzburg? Gibt es Alternativideen? Auch die Koordinationsgruppe und der Rat im Pastoralen Raum werden sich dazu beraten.

Und hier kommen die Pläne fürs Pfarrheim in Schondra ins Spiel. Nach jetzigem Erkenntnisstand wird dessen Grundsanierung und Umbau zum DGH nach neuester Schätzung 1,26 Millionen Euro kosten. Logisch, dass das die Kirchgemeinde St. Anna nicht alleine stemmen kann. Deswegen baten Pfarrer Haas als Vorstand der Kirchenverwaltung und Kirchenpfleger Klemens Markert Gemeinde und Räte um Unterstützung.

Idee gibt es seit 2016

Die Idee des Umbaus zum Dorfgemeinschaftshaus entstand schon seit 2016, wurde aber durch die Corona-Pandemie und das Baumoratorium ausgebremst. In der Zeit davor, nämlich 2018, fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Kosten der Planungsphasen 1 und 2, also Grundlagenermittlung mit Prüfung des Kostenrahmens und Vorplanung mit Kostenschätzung, über circa 10.000 Euro hälftig zu übernehmen (die andere Hälfte trägt die Kirchenverwaltung).

In etwa zur selben Zeit erhielten die Schondraer Kirchenverantwortlichen vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) als potenziellen Zuschussgeber die Info, dass ihr Projekt mit maximal 300.000 Euro gefördert werden könnte. Ob dies noch stimmt, kann Kirchenpfleger Klemens Markert nicht sagen.

In der Gemeinderatssitzung vertrat Bürgermeister Martin die Ansicht, dass man den Brief der Kirchenverwaltung zur Kenntnis nehmen müsse, aber „keine weitere Entscheidung notwendig“ sei. Man müsse abwarten, wie sich Kirchengemeinde und Zuschussgeber positionieren. Auch fragte er, wie die Finanzierungslücke von 926.000 Euro (1,26 Millionen minus mögliche 300.000 Euro vom ALE) geschlossen werden soll.

Auf Nachfrage wurde der Bürgermeister am Tag darauf klarer: Die Kirchengemeinden sollten klären, welches Pfarrheim in der Pfarrgemeinschaft Oberleichtersbach/Schondra erhalten werden soll. Dann solle die Diözese sich äußern, was sie konkret finanziell fürs Umbauprojekt leisten wird. Und schließlich monierte Bernold Martin, dass die Gemeinde nicht an den Planungen der Kirchenverwaltung beteiligt worden sei. Diese Kritik sei aus den Reihen des Gemeinderates an ihn herangetragen worden.

Conze für zeitnahe Entscheidung

Pfarrer Haas weiß nicht, ob die Diözese nicht ihrerseits für eigene Zuschüsse auf eine Förderzusage der Gemeinde wartet. Horst Conze, Gemeinderat und Diakon, wünschte sich im Gremium „eine zeitnahe Entscheidung: Machen wir es oder machen wir es nicht“.

Pfarrer Haas sieht noch ein Hintertürchen: Die Diözese bezuschusse nach neueren Infos auch Pfarrheime mit „örtlichem Bedarf“ – dies nach genauer Prüfung. Es sei nicht ausgemacht, dass das Schondraer Gebäude nicht ein solches werde. Das Oberleichtersbacher Pfarrheim als Haus mit überörtlichem Bedarf und garantierter Bezuschussung sei nicht aus dem Rennen.

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