Das Thema war verhältnismäßig schnell abgehandelt, nicht jedoch ohne Statements der Zeitlofser Gemeinderäte im Vorfeld. Das anschließende Ergebnis war eindeutig: Einstimmig lehnte der Marktgemeinderat Zeitlofs das Begehren aus dem Bürgerantrag zur Rücknahme der Satzung zur Finanzierung der neuen Wasserversorgung ab. Mit fünf Besuchern in der öffentlichen Sitzung, inklusive der Antragsteller, war das öffentliche Interesse eher gering.
Zum Hintergrund: Am 16. Mai 2025 erließ der Markt Zeitlofs eine Beitragssatzung zur „Verbesserung und Erneuerung der Wasserversorgung“. Darin ist festgehalten, dass die Kosten für die neue Wasserversorgung – aktuell in Höhe von rund 9,7 Millionen Euro – über Verbesserungsbeiträge bezahlt werden sollen.
Die Satzung sagt aus, dass 80 Prozent der Beiträge in vier jährlichen Raten von den Grundstückseigentümern erhoben werden, die restlichen 20 Prozent nach Abschluss der Maßnahme. Die Höhe der letzten Rate hängt von den Ausschreibungsergebnissen und der Baupreisentwicklung ab.
„Große Ungerechtigkeiten“ durch die Satzung
In dem Bürgerantrag kristisierten die Vertreter der Interessensgemeinschaft, dass es durch die Satzung „zu großen Ungerechtigkeiten und vielen Härtefällen“ kommen würde. Übergroße Grundstücke „werden unverhältnismäßig herangezogen“. Rentner oder sozial schwache Personen, die in alten, bezahlten Häusern wohnen, müssten diese verkaufen. Kirchliche Einrichtungen stünden vor horrenden Summen wegen eines
Wasseranschlusses zum Blumengießen.
Die Antragsteller fragten weiterhin: „Seit Jahren werden im Markt die höchsten Grundgebühren für Wasseranschlüsse in ganz Bayern verlangt, wo sind diese Gelder geblieben?“ und kritisierten, dass die Bürgerinnen und Bürger von Zeitlofs erst nach Beschluss der Satzung vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien.
Beitragssatzung hatte langen Vorlauf
Eine Finanzierung der neuen Wasserversorgung über Gebühren, die über mehrere Jahrzehnte von allen Einwohnern – und nicht nur von den Grundstückseigentümern gezahlt werden – sei gerechter. Hier würden nämlich auch die Erben und Mieter direkt mitbezahlen.
Nun kam die Entscheidung des Gemeinderates gegen die Finanzierung über Wassergebühren und für die Finanzierung über Verbesserungsbeiträge im vergangenen Jahr nicht aus dem Blauen. Torsten Hereth brachte es in der Diskussion auf den Punkt: „Wir haben uns in vielen Sitzungen davor Gedanken über unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten gemacht und sind Berechnungsbeispiele durchgegangen.“
Hohe Zinsen entfallen durch Verbesserungsbeiträge
Als wirtschaftlich für den Gemeindehaushalt hätten sich nur die Verbesserungsbeiträge gezeigt. Denn für zukünftige Investitionen werde das Geld im Haushalt benötigt. Für die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger von Zeitlofs sei die Entscheidung gerecht. Hohe Zinsen entfallen.
Elmar Hägerich betonte, dass eine Finanzierung über Gebühren für jeden Bürger teuer werden würde – und das für viele Jahrzehnte. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn wir Gemeinderäte sind ebenso davon betroffen“, gab er mit Blick auf die Vertreter der Interessengemeinschaft zu bedenken.
Gerecht gegenüber der nächsten Generation
Thomas Hüfner meinte: „Es gibt einzelne Fälle, die sehr stark von den Beiträgen betroffen sind.“ Dennoch sei die beschlossene Variante die verträglichste im Hinblick auf die vorgetragenen Argumente.
Zweiter Bürgermeister Volker Roth betont zudem, dass die gewählte Zahlungsvariante ungerecht gegenüber den kommenden Generationen sei. Im Gegenteil „Es sollte nicht unser Ziel sein, die Schulden in die Zukunft zu schieben, denn die kommenden Generationen haben noch genug zu tragen.“ Für Härtefälle gebe es verträgliche und unbürokratische Lösungen wie Stundungen.
„Schon lange öffentlich bekannt“
Eva-Maria Weber bekräftigte ebenso den Beschluss aus dem vergangenen Jahr. „Wir haben uns nach bestem Wissen dafür entschieden, es betrifft uns alle.“ Außerdem widerspricht sie dem Vorwurf der Interessengemeinschaft, dass die Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien.
„Das ist schon lange öffentlich bekannt“, betonte sie. Auch die Überlegungen im Vorfeld seien oft Thema im Gemeinderat gewesen, auf Bürgerversammlungen vorgestellt und im Gemeindeblatt veröffentlicht worden.
Volker Roth ergänzte: „Seit 2017, 2018 wissen wir, dass eine neue Wasserversorgung auf uns zukommt und wir Geld dafür zurücklegen müssen.“ Es stimme aber, dass der ursprüngliche Betrag kleiner gewesen sei. Dennoch: Der Bürger müsse sich auch selbst informieren.
Im Anschluss an den abgelehnten Bürgerantrag wurde noch die Auftragsvergabe der Rohbauarbeiten für die Wasserversorgung bekannt gegeben, die mit 823.672 Euro (netto) unter der Fortschreibung der Kostenberechnung vom 3. September 2025 mit einer Summe von etwas eine Million Euro liegt. Bis dahin hatten die anwesenden Besucher aber den Raum bereits verlassen.
Hintergründe der hohen Kosten der neuen Wasserversorgung:
Die Ortsteile Detter, Roßbach und Weißenbach liegen in großer Entfernung voneinander und zu den im Tal liegenden Siedlungen, was ein weitläufiges Rohrnetz erforderlich macht. Die Höhenunterschiede zwischen den Orten machen das Unterfangen zusätzlich komplex. Der Wasserdruck ist dabei ein wichtiges Thema und wird über ein neues Wasserwerk, neue Hochbehälter, verschiedene Pumpwerke sowie neue Leitungen geregelt.















