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Ehemaliger Truppenübungsplatz
Brönnhof wird drittgrößtes Naturschutzgebiet in Unterfranken
Foto Main-Post - 10518336
Ein Herzenswunsch der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Schweinfurt ist in Erfüllung gegangen: Die Regierung von Unterfranken hat den ehemaligen US-Standortübungsplatz „Brönnhof“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen. // Stefan Grebner (Archivfoto)
Signet des Fränkischen Tags von Irene Spiegel
Kreis Schweinfurt
Kreis Schweinfurt – Die Regierung von Unterfranken hat das Verfahren zur Unterschutzstellung des ehemaligen US-Truppenübungsplatzes eingeleitet. Der jahrelange Prozess ist auf der Zielgeraden.

Es ist so weit: Die Regierung von Unterfranken hat das Verfahren zur Unterschutzstellung des ehemaligen US-Standortübungsplatzes „Brönnhof“ eingeleitet. Hierdurch sollen Teile des ehemals militärisch genutzten Geländes mit angrenzenden naturschutzfachlich hochwertigen Flächen in den Landkreisen Schweinfurt und Bad Kissingen als Naturschutzgebiet „Brönnhof“ erhalten werden.

Das Gebiet umfasst etwa 1456 Hektar und wird damit das drittgrößte zusammenhängende Naturschutzgebiet in Unterfranken. Dies gibt die Regierung von Unterfranken in einer Medieninformation bekannt.

Mit der Ausweisung des Brönnhofs als Naturschutzgebiet geht ein Herzenswunsch der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Schweinfurt in Erfüllung. Als 2012 bekannt wurde, dass die Amerikaner aus Schweinfurt abziehen werden, war das für die BN-Kreisgruppe der Startschuss für einen umfangreichen Einsatz zum Erhalt eines möglichst großen Teils des Brönnhofs als Naturfläche. Zwar zählt heute schon mehr als die Hälfte des insgesamt 2400 Hektar großen Brönnhof-Areals zum Nationalen Naturerbe, mit der Ausweisung zum Naturschutzgebiet aber wird eine gesetzliche Grundlage geschaffen.

Viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten

Das geplante Naturschutzgebiet umfasst einen großflächigen, zusammenhängenden Landschaftsausschnitt mit einem zentralen, extensiv genutzten Offenlandbereich, der von naturnahen Laubwäldern umgeben ist. „Das vielgestaltige Kleinrelief des Offenlandes schafft ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume und bietet zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten optimale Bedingungen“, heißt es in den Verfahrensunterlagen.

Durch die Kombination aus wertvollen Offenlandbiotopen und strukturreichen Waldbereichen besitze das Gebiet eine herausragende Bedeutung für den Biotopverbund. Zugleich ermögliche es eine naturverträgliche Erholungsnutzung und trage so zum Bewusstsein für den Schutz dieser auch historisch bedeutsamen heimischen Natur- und Kulturlandschaft bei.

Mehr als 550 Pflanzenarten

„Der Brönnhof ist ein Pflanzenparadies“, sagt BN-Kreisgruppenvorsitzender Edo Günther. Mehr als 550 Arten wachsen auf dem Gelände. Davon stehen über 40 auf der Roten Liste Bayerns. Dass hier besondere Biotope entstehen konnten, sei zum Teil der militärischen Sperrung zu verdanken. Noch vor den Amerikanern diente das Gelände in den 1930er-Jahren der Wehrmacht zu Übungszwecken. 85 Jahre ohne Dünger- und Pestizideinsatz haben einen einzigartigen Artenreichtum geschaffen und erhalten.

Auch geschützte Tierarten leben hier, darunter der Hirschkäfer, die Bechsteinfledermaus und seit 2017 sogar die Wildkatze. Der Wolf wurde noch nicht gesichtet, mit einem Schutzzaun aber Vorsorge für die Schafe, Ziegen, Angus-Rinder und Konik-Wildpferde getroffen, die auf dem Brönnhof weiden und dafür sorgen, dass die rund 300 Hektar große Offenlandfläche im Zentrum nicht verbuscht.

Öffentlichkeit wird gehört

Die Planung des Schutzgebietes und die Konzeption der Schutzgebietsverordnung erfolgten laut Regierung über mehrere Jahre in Abstimmung mit den Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern, den beteiligten Kommunen und Verbänden sowie zahlreichen vor Ort tätigen Akteuren. 

Die Öffentlichkeit wird nun ebenfalls beteiligt. Für alle Bürgerinnen und Bürger besteht die Möglichkeit, die Unterlagen bei den beteiligten Landkreisen und Gemeinden bzw. der Verwaltungsgemeinschaft einzusehen. Es können Anregungen und Bedenken vorgebracht werden.

„Der Brönnhof wird nun zum bedeutendsten Naturschutzgebiet in Franken“, sagt BN-Kreisgruppenvorsitzender Edo Günther. Mit der Ausweisung der bayernweit größten Naturerbefläche als Naturschutzgebiet erfüllt sich auch ein Ziel seiner Amtszeit.

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