„In Münnerstadt tut sich was“, ein Satz, den Arno Reuscher, Vorsitzender des Gewerbevereins Kaufhaus Mürscht, wie Bürgermeister Michael Kastl gleichermaßen überzeugt und erfreut bei der Jahresversammlung des Vereins sagten. Die Bilanz der vergangenen zwei Jahre in Sachen Belebung der Innenstadt wird von beiden positiv gesehen. Nicht nur, weil der Gewerbeverein sich maßgeblich mit dafür eingesetzt hatte, dass das Projekt „MyEnso-Supermarkt“ am Anger realisiert werden konnte. Genauso positiv sei die Entwicklung des neuen Modegeschäfts „Power of Street“ am Anger, das im Sommer 2023 eröffnet hat.
Froh über Nachfolge
Sehr froh ist Arno Reuscher, dass es gelungen ist, für den Naturkostladen einen Nachfolger zu finden. Das Geschäft wird Anfang Januar am Marktplatz wieder eröffnet. Ein großer Erfolg sei auch das mit dem Altstadtverein gemeinsam organisierte Kinderfest am Anger im September gewesen, bei dem zum ersten Mal die mithilfe des Regionalbudgets angeschaffte Spielebox „Mücke“ vollständig zum Einsatz kam. Einen Dank richtete Arno Reuscher ausdrücklich an alle am Kinderfest beteiligten Vereine aus der Stadt.
Wachsames Auge
Ein wichtiges Thema für den Gewerbeverein ist derzeit die Planung eines externen Investors für das Seger-Gelände an der Meininger Straße, die bereits im Stadtrat diskutiert wurde. Arno Reuscher betonte, es gehe nicht darum, dort neue Geschäfte oder Lebensmittel-Einzelhandel zu verhindern. Es gehe nur darum, genau zu prüfen, wie die Auswirkungen auf die Innenstadt bei der derzeitigen Planung tatsächlich sind, und die Weichen richtigzustellen.
Überdimensionierte Fläche?
Ähnlich sah es auch Volker Wedde, Geschäftsführer des Handelsverbandes Unterfranken, in seinem Vortrag. Wedde betonte, man müsse sich der Unterschiede in der Betrachtungsweise klar sein: Die Regierung von Unterfranken prüfe landesplanerische Aspekte und nicht, wie die tatsächlichen Auswirkungen vor Ort sind. Nimmt man die geplante Größe von über 5000 Quadratmetern Fläche für Supermarkt, Discounter und Drogerie und errechne die entsprechenden Abschöpfungsquoten, erscheine das Vorhaben als überdimensioniert, so Wedde.
Gespräch bei der Regierung
Ein Knackpunkt ist für den Verein auch: Wie verhält sich die Firma Edeka mit dem bestehenden Markt in der Unteren Au? Das ist auch ein wichtiger Punkt für Bürgermeister Kastl, der erklärte, man habe noch Dezember einen Termin bei der Regierung von Unterfranken, um die wichtigsten Fragen zu klären. Die Stadt habe bei dem Thema „keinen Druck“ und eines der wichtigsten Themen für den Stadtrat sei, was mit dem Edeka-Markt passiert.
Digitale Sichtbarkeit
Weiteres Thema war das Projekt „Münnerstadt erleben“, das der Gewerbeverein in Kooperation mit der Stadt Münnerstadt umsetzt. Dabei geht es darum, die digitale Sichtbarkeit der Stadt, der Vereine sowie von Handel und Gewerbe deutlich zu erhöhen.
Neue Homepage
Auf einer eigenen Internetseite namens www.muennerstadt-erleben.de wird es am Ende rund 500 Einträge geben. Etwa ein Fünftel ist bereits erstellt, Anfang kommenden Jahres wird der Fortschritt des Projektes dem Stadtrat vorgestellt. Bürgermeister Kastl betonte, er sei froh über die Kooperation mit der Geschäftswelt.
MünnerCard läuft
Ebenso erfreulich ist für den Verein die Bilanz der Gutscheinkarte „MünnerCard“. Sie gibt es seit 2014. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, mehr Umsatz in den Münnerstädter Geschäften zu erzeugen, war das Fazit.
Hohe Akzeptanz
In neun Jahren wurden bereits Karten im Wert von 258.415 Euro verkauft und im Wert von 211.760 Euro wieder eingelöst. Insgesamt gibt es rund 65 Geschäfte in der Stadt und ihren Stadtteilen, in denen die Karte eingelöst werden kann. red
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