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4000 Hektar zusätzlich
Mehr Platz für Windräder in Bad Kissingen
Neue Möglichkeiten für den Bau von Windparks: Der Regionale Planungsausschuss beschloss, rund 4000 Hektar der in den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge und Schweinfurt für Windenergie freizugeben.
Neue Möglichkeiten für den Bau von Windparks: Der Regionale Planungsausschuss beschloss, rund 4000 Hektar der in den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge und Schweinfurt für Windenergie freizugeben. // Jens Büttner/dpa Symbolfoto
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Pfeuffer
Bad Kissingen – Der Regionale Planungsverband weist 35 neue Vorranggebiete aus. Wo im Landkreis Bad Kissingen künftig Windanlagen geplant werden können.

Darauf haben Kommunen oder Projektanten im Bereich des Regionalen Planungsverbandes Main-Rhön (RPV), der neben den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge und Schweinfurt auch die Stadt Schweinfurt umfasst, gewartet. Bei einer Sitzung in Bad Neustadt gab der Planungsausschuss des Verbandes neue Flächen für die Windkraftnutzung frei. Damit können sie nun ihre Planungen für die Umsetzung neuer Windparkvorhaben fortführen.

Mit dem Beschluss ist ein dreijähriger Planungsprozess an sein Ende gekommen. Es herrsche nun Rechtssicherheit, stellte der Verbandsvorsitzende, Landrat Thomas Bold aus Bad Kissingen, bei einem Rückblick auf das aufwendige Verfahren fest, in dem zur Vereinfachung nur weitgehend unstrittige Flächen behandelt wurden.

Weitere 4000 Hektar für Windenergie

Ohne Gegenstimme wurde beschlossen, weitere 4000 Hektar, und damit ein Prozent der Regionsfläche, als sogenannte Vorrangfläche für die Windkraftnutzung auszuweisen. 17 dieser Vorranggebiete sind neu, dazu kommen 13 Erweiterungen.

Vor der Abstimmung stellte Regionsbeauftragte Stefanie Mattern die Ergebnisse der Abwägung vor, bei der rund 500 Rückmeldungen aus dem Beteiligungsverfahren behandelt wurden. Dabei bestand für Kommunen, staatliche Stellen, Verbände und die Öffentlichkeit die Möglichkeit zu Stellungnahmen und Einwendungen. Diese seien durch die Regierung von Unterfranken geprüft und in die Planung der Windenergiegebiete eingeflossen.

Zwei Flächen werden gestrichen

Wesentliche Änderungen gegenüber dem im Frühjahr vom Planungsausschuss beschlossenen Entwurf hätten sich jedoch nicht ergeben, so Mattern. Entsprechend sei keine erneute Auslegung erforderlich. Im Gremium gab es keinen Widerspruch. Mit dem entsprechenden Beschluss machte es die Planung von Windanlagen auf 402 Hektar im Landkreis Schweinfurt, 1000 Hektar in den Haßbergen und 394 Hektar in Rhön-Grabfeld möglich.

Mit 2300 Hektar befindet sich mehr als die Hälfte der neuen Vorrangflächen im Kreis Bad Kissingen. Bisher waren hier vier Vorranggebiete (340 Hektar) und auf 1500 Hektar Vorbehaltsgebiete ausgewiesen. Nun kommen sechs neue Vorranggebiete und sieben Erweiterungen hinzu. Zwei Flächen bei Wartmannsroth werden gestrichen.

Auffällig bei den neu ausgewiesenen Vorrangflächen sind zwei aufgrund ihrer Größe: Das Gebiet im Roßbacher Forst (W103) umfasst 607 Hektar, das südlich von Detter (W104) 427 Hektar. 149 Hektar groß ist ein Vorranggebiet nordwestlich von Oberthulba (W105), südlich des Marktes wurde ein Gebiet (W106, Westlich Wittershausen) mit 88 Hektar ausgewiesen. 80 Hektar groß ist das neue Vorranggebiet Südöstlich Albertshausen (W107), 154 Hektar groß das Gebiet „Südlich Ramsthal“ (W108).

3,7 Prozent der Kreisfläche für Windenergie

Bei der Erweiterung der Flächen für den Windpark Bildhäuser Forst ergaben sich Änderungen. Wegen einer seltenen Form von historischer Waldbewirtschaftung musste eine der Flächen (W 28) um 37 Hektar reduziert und geteilt (149 und 62 Hektar) werden; wegen artenschutzrechtlicher Bedenken und der SuedLink-Trasse schrumpft eine andere um vier Hektar.

Erweitert wurden die Flächen am Rothhof (Thundorf/65 Hektar), Heide (östlich Gauaschach/64 Hektar), Schwarze Lohe (28 Hektar) zwischen Arnshausen und Ramsthal, „Südwestlich Sulzthal“ (149 Hektar in vier Teilflächen), „Nordöstlich Gauaschach“ (159 Hektar) und Kohlberg südlich von Waizenbach (246 Hektar).

Mit den neu hinzugekommenen sind nun in Main-Rhön 58 Vorranggebiete auf rund 6500 Hektar und 38 Vorbehaltsgebiete auf 4100 Hektar ausgewiesen. Entsprechend wäre ein Windenergieausbau auf 2,66 Prozent der Regionsfläche möglich. Allerdings will der RPV im nächsten Schritt prüfen, ob die 2014 ausgewiesenen Windkraft-Gebiete (6700 Hektar) noch aktuellen Kriterien genügen. Das dürfte mit einer Reduzierung der Flächen verbunden sein. Der Zielwert des RPV für Windenergieflächen liegt bei zwei Prozent. In Bad Kissingen liegt der Flächenanteil nun bei knapp 3,7 Prozent.

Detailinformationen finden sich auf der Seite der Regierung von Unterfranken unter: regierung.unterfranken.bayern.de/aufgaben/


Flächen für Windenergie

Der Regionale Planungsverband ermittelt Gebiete, die nicht durch irgendwelche Hinderungsgründe ausgeschlossen und damit für Windenergieanlagen geeignet sind, und weist sie als Vorranggebiete aus. Damit haben in diesen Gebieten Windprojekte Vorrang vor anderen Nutzungen. Die Ausweisung soll Planungssicherheit schaffen.

Kommunen werden bei der Ausweisung gehört, haben aber kein Vetorecht. Die Ausweisung bedeutet jedoch nicht, dass automatisch Windräder gebaut werden; dazu ist jeweils ein eigenes Genehmigungsverfahren erforderlich. Für Vorbehaltsgebieten sind andere Nutzungen nicht vollständig ausgeschlossen. 

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