Nach gut zehn Jahren Planung gibt es jetzt bundesweit grünes Licht für die Stromautobahn SuedLink. Wie die Netzbetreiber TransnetBW und Tennet sowie die Bundesnetzagentur am Freitag übereinstimmend mitteilten, wurde die Verlegung der unterirdischen Gleichstromkabel zwischen Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) und Gerstungen in Thüringen genehmigt.
TransnetBW könne entlang dieser 75 Kilometer langen Strecke nun mit dem Bau beginnen, so die Bundesnetzagentur. Damit seien bundesweit alle Abschnitte der 700 Kilometer langen SuedLink-Trasse genehmigt.
Wie SuedLink generell einzuordnen ist
Die Leitungen führen in zwei parallelen Strängen von Brunsbüttel in Schleswig-Holstein bis Oerlenbach bei Bad Kissingen. Dort zweigt ein Strang zum Umspannwerk bei Bergrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) ab, der andere führt weiter bis Großgartach bei Heilbronn. Die Bauarbeiten dafür haben in Mainfranken im Sommer begonnen.
SuedLink gilt im Rahmen der Energiewende in Deutschland als größtes Vorhaben seiner Art. Die Stromautobahn soll Energie aus dem windreichen Norden in den energiehungrigen Süden bringen und das nationale Stromnetz entlasten. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2028 vorgesehen. Die Kosten werden auf 10 Milliarden Euro geschätzt.
Es wird in Mainfranken nicht bei SuedLink bleiben
Kritiker gehen indes von viel mehr aus. Sie kritisieren deshalb seit Jahren Volumen und Sinn von SuedLink. Proteste hatte es zuletzt bei der Feier zum offiziellen Baubeginn der bayerischen Abschnitte im Juli in Oerlenbach gegeben.
Weil das bundesweite Stromnetz derzeit massiv ausgebaut wird, wird SuedLink in Mainfranken nicht die einzige Großbaustelle bleiben. So ist die Fulda-Main-Leitung („P43“) geplant, die aus Hessen kommend über den Raum Zeitlofs/Karlstadt bis Bergrheinfeld verlegt werden soll - allerdings mit Masten und nicht unter der Erde wie bei SuedLink. Auch die bundesweite Leitung SuedWestLink sowie kleinere Projekte auf niedrigerer Ebene sind in der Region im Gespräch oder schon im Bau.











