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Münnerstädter Projekt
Treibhaus-Projekt: Gewinner stehen fest - so geht es weiter
Das Modell vom Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Asap ist im Treibhaus-Büro von Ines-Ulrike Rudolph (Veit-Stoß-Str. 2) ausgestellt.
Das Modell vom Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Asap ist im Treibhaus-Büro von Ines-Ulrike Rudolph (Veit-Stoß-Str. 2) ausgestellt. // Ellen Mützel
Münnerstadt – Das Institut Asap mit Dischinger Zierer und Freiraumarchitekten hat den Stadtrat mit ihrem Entwurf fürs Areal überzeugt. Was sind die nächsten Schritte und wie wird die Bürgerschaft miteinbezogen?

Unter elf Entwürfen, wie das Treibhaus-Areal einmal aussehen kann, hat die Preisgerichtsjury im Herbst 2023 zwei erste Plätze ausgewählt, und sich in dieser Woche zwischen diesen beiden für eines entschieden: das Institut Asap aus Würzburg, das mit Unterstützung der Büros Dischinger Zierer und Freiraumarchitekten ins Rennen gegangen war. 

Das Institut Asap ist ein junges Würzburger Architekturbüro, das viel Wert auf nachhaltiges und klimagerechtes Bauen setzt. Es besteht aus Miriam Horst und Moritz Salzmann sowie den drei Professoren der technischen Hochschule Würzburg: Normen Langner, Christoph Müller de Vries und Martin Naumann. Mit den beiden anderen Büros holte sich Asap die Expertise aus Stadt- und Landschaftsplanung dazu. 

So sieht der Entwurf aus

Der Entwurf von Team Asap/ Dischinger Zierer/ Freiraumarchitekten orientiert sich an den "Münnerstädter Höfen".
Der Entwurf von Team Asap/ Dischinger Zierer/ Freiraumarchitekten orientiert sich an den "Münnerstädter Höfen". // FOTOGALERIE Asap/ Dischinger Zierer/ Freiraumarchitekten
Der Entwicklungsprozess von den "Münnerstädter Höfen" zu den "Dreihaushöfen" im Entwurf.
Der Entwicklungsprozess von den "Münnerstädter Höfen" zu den "Dreihaushöfen" im Entwurf. // FOTOGALERIE Arge Asap Institut + Dischinger Zierer + Freiraumarchitekten

Der Entwurf sieht sechs Gebäudegruppen vor, deren Häuser zueinander gerichtet sind und sich einen Hof teilen. Orientiert haben sich die Planerinnen und Planer dabei an dem Aufbau der Münnerstädter Höfe in der Altstadt. 

Eines der Gebäudegruppen soll aus vier Häuser bestehen und 28 Wohneinheiten beinhalten, der Rest sind je drei Häuser mit 22 Wohneinheiten. Es wird jeweils mit drei Stockwerken geplant – "das Maximum", wie Salzmann sagt. Die ganzen Zahlen sind jedoch nicht in Stein gemeißelt – die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Ausgestaltung des Entwurfs realisieren lässt.

Auch wenn erst später über Details gesprochen wird, ging Miriam Horst kurz auf nachhaltige Möglichkeiten beim Bau ein: Sei es ein Gründach, Dämmen mit Stroh, ein Wasserspeicher, Recyclingbeton, Holz oder eine PV-Anlage. 

Neben den Gebäuden sind auch Gartenanlagen, ein Kindergarten, ein Quartiersplatz, diverse Parkmöglichkeiten, oder Selbsthilfewerkstätten vorgesehen. Auch hier gilt: alles kann, nichts muss. Ein Weg soll die Menschen durch einen Steg über den Talwasserbach, durch eine Öffnung der Mauer und über die Grube schnell in die Altstadt bringen. 

Bürgerbeteiligung wichtig

Moritz Salzmann von Asap erklärt: "Die Bürgerbeteiligung spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle, da es uns wichtig ist, die lokalen Bedürfnisse und Wünsche in die Planungen einzubeziehen." Geplant seien unter anderem Informationsveranstaltungen, bei denen das Team den Planungsstand vorstellt und es die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen und Anregungen einzubringen. Dies wird von Workshops begleitet, in denen konkrete Themen wie Verkehr, Grünflächen oder soziale Infrastruktur vertieft werden.

"Eine bewährte Methode ist hier beispielsweise das Bilden von Arbeitsgruppen, sodass die Bürger ihr eigenes Wissen – durch Beruf, Interesse oder Hobbys – gezielt einsetzen können." Auch das Arbeiten direkt am Modell sei eine tolle Möglichkeit, weitere Ideen und Prozesse entstehen zu lassen.

Gemeinsam andere Projekte ansehen und diskutieren

Denkbar ist auch, dass man sich gemeinsam bereits realisierte Projekte ansieht: Beispielsweise zur Renaturierung von Auenlandschaften oder Wohnungsbauprojekte in Form funktionierender Genossenschaftsbauten. "Die Möglichkeit, in den Austausch zu treten, sind scheinbar endlos – gemeinsam mit Ines-Ulrike Rudolph werden die Möglichkeiten ermittelt und letztlich angewandt", so der junge Architekt. Zusätzlich sei eine Online-Plattform denkbar, auf der Bürgerinnen und Bürger ihre Meinungen und Ideen teilen können.

Bei all dem sei eine enge Zusammenarbeit mit der Kommune und externen Fachleuten unabdingbar. Das soll sicherstellen, dass alle relevanten Perspektiven in die Planung einfließen und dass die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung transparent und nachvollziehbar in den weiteren Planungsprozess integriert werden. "Unser Ziel ist es, ein Quartier zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht wird und zugleich zukunftsweisend ist."

Wie wird das Projekt bezahlbar? 

Auf der Bühne saßen (v.l. Ines-Ulrike Rudolph (umsetzungsbegleitung), Moritz Salzmann, Miriam Horst (Institut Asap) und Bürgermeister Michael Kastl (CSU).  Klimamanager Stefan Richter moderierte.
Auf der Bühne saßen (v.l. Ines-Ulrike Rudolph (umsetzungsbegleitung), Moritz Salzmann, Miriam Horst (Institut Asap) und Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Klimamanager Stefan Richter moderierte. // FOTOGALERIE Ellen Mützel
Ines-Ulrike Rudolph steht vor dem Modell eines Dreihaushofs. Ihr Büro in der Veit-Stoß-Straße 2 wurde nach der Podiumsveranstaltung eingeweiht.
Ines-Ulrike Rudolph steht vor dem Modell eines Dreihaushofs. Ihr Büro in der Veit-Stoß-Straße 2 wurde nach der Podiumsveranstaltung eingeweiht. // FOTOGALERIE Ellen Mützel
Moritz Salzmann im Gespräch mit Bürgerinnen.
Moritz Salzmann im Gespräch mit Bürgerinnen. // FOTOGALERIE Ellen Mützel

Ein großes Thema in der Podiumsdiskussion am Dienstag, die der Entscheidung des Stadtrates folgte, war die Bezahlbarkeit des Wohnraums. Hier sei zum einen Ines Rudolph zu nennen, die die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in den Prozess einbringen soll. Sie berät interessierte private Baugruppen zu Möglichkeiten der Umsetzung und Finanzierung. Außerdem tritt sie mit Wohnungsbaugenossenschaften und sozialen Trägern in Kontakt, genauso wie mit Firmen der Region, die sich möglicherweise am Bau von Wohnungen beteiligen, um diese ihrem zukünftigen Personal anzubieten. 

Auch die Interessen von älteren Menschen vertritt sie: Seien es Anforderungen an Barrierefreiheit, an Kauf oder Miete, an kleinen Einzelwohnungen oder Gemeinschaftswohnkonzepten – und das alles bezahlbar.

Ines Rudolph betont, dass zu ihrer durch das Landstadt-Bayern-Projekt geförderten Stelle auch die Förderung zweier Konzepte gehört. Eines davon betrifft Kooperationen im wissenschaftlichen Bereich. "Sie können aus sozialen, technischen, baulichen, kulturellen Bereich kommen. Wichtig ist, dass diese Kooperationen und Projekte der Entwicklung des Treibhauses zugutekommen." Das sei interessant, wenn man im Planungsprozess auf Herausforderungen stoße, so Rudolph. Wer jetzt schon Partner im Kopf hat, kann sich jetzt bereits bei ihr melden. 

Genauere Ausgestaltung in Workshops erarbeitet

Eine Frage behandelte die Heizform. Diese und ähnliche Fragen wird in den kommenden Workshops mit Fachleuten, sowie Bürgerinnen und Bürgern besprochen. 

Eine andere Frage bezog sich auf den Zeitplan: Die Rahmenplanung geht bis 2025, der Bebauungsplan soll November 2026 beschlossen sein, bis März 2027 soll der Rückbau der Gärtnerei passieren, der Bau des ersten Gebäudekomplexes soll Januar 2028 starten, die anderen sollen im September 2028 nachziehen.  

 

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