Am Donnerstagvormittag (22. Oktober 2026) erhielt eine 74-jährige Frau aus einem Stadtteil von Rödental (Kreis Coburg) einen Anruf. Am Telefon meldete sich ein Mann, der sich als Polizist ausgab. Er erklärte, dass ganz in der Nähe Einbrecher gefasst worden seien. Bei diesen hätten die Beamten einen Zettel mit ihrem Namen gefunden. Deshalb sei nun auch ihre Wohnung in Gefahr, so die Polizei Oberfranken.
Gegen 12.30 Uhr kam schließlich eine Frau bei der Seniorin vorbei und gab sich ebenfalls als Polizeibeamtin aus. Mit dem Vorwand, ihre Wertgegenstände fotografieren zu müssen, nahm sie Schmuck und andere Besitztümer an sich. Anschließend verschwand die Unbekannte mit der Beute. Der Wert der gestohlenen Gegenstände liegt laut Polizei im vierstelligen Bereich. Als die angebliche Polizistin nicht zurückkehrte, wurde die Frau misstrauisch und informierte etwa eine Stunde später die Polizei.
Betrugsversuch: Angehöriger bewahrt Seniorin im Kreis Coburg vor Tragödie
Auch eine 87-jährige Frau aus Dörfles-Esbach (Kreis Coburg) wurde Opfer eines Betrugsversuchs. Hier rief ein vermeintlicher Bankmitarbeiter an und berichtete von verdächtigen Bewegungen auf ihrem Konto. Er behauptete, eine Überweisung habe gerade noch verhindert werden können. Zur weiteren Überprüfung werde ein Detektiv eingeschaltet, erzählten die Täter. Außerdem kündigten sie den Besuch eines "Polizeibeamten" an.
Während des Gesprächs betrat ein Angehöriger das Haus und erkannte die Betrugsmasche. Er rief sofort die Polizei. Wenig später kontrollierte eine Streife einen verdächtigen Wagen in der Nähe, heißt es weiter. Im Kofferraum fanden die Einsatzkräfte die Beute aus Rödental. Zwei Personen, eine 31-jährige Frau und ein 19-jähriger Mann, wurden festgenommen. In Dörfles-Esbach ist es somit laut Polizei zu keiner Übergabe von Wertsachen gekommen.
In Lautertal (Kreis Coburg) versuchten Betrüger am Nachmittag, eine 62-jährige Frau hereinzulegen. Kurz nach 14.30 Uhr klingelte das Telefon. Die Anrufer behaupteten, ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person ums Leben gekommen sei. Um eine Haftstrafe zu verhindern, müsse die 62-Jährige eine hohe Kaution bezahlen, teilt die Polizei Oberfranken mit. Die Seniorin durchschaute den Betrug, spielte aber mit und hielt die Täter am Telefon, während ihr Ehemann die Polizei informierte.
Drei Festnahmen – das geschah mit den Tätern
Diese war schnell vor Ort und gerade als sie das Haus überwachte, lief ein verdächtiger Mann vorbei. Die Ermittler nahmen ihn fest. Der 27-jährige Ukrainer hatte einen Autoschlüssel dabei. Das dazugehörige Auto entdeckten die Ermittler in der Nähe. Als der Verdächtige festgenommen wurde, beendeten die Betrüger das Gespräch mit der 62-Jährigen, wie die Polizei berichtet. Im Zusammenhang mit dem Fahrzeug wird darauf hingewiesen, dass es einem Polizisten bereits in Marktleugast aufgefallen war. Dieser war privat unterwegs und informierte seine Kollegen.
Auch in Marktleugast (Kreis Kulmbach) kam es zu einem Betrugsversuch. Gegen Mittag rief ein angeblicher Polizist bei einer 83-Jährigen an. Die Täter erzählten, eine Angehörige habe einen Verkehrsunfall mit Todesfolge verursacht. Die Seniorin sollte für die angebliche Kaution eine hohe Geldsumme und Wertgegenstände bereithalten. Nach etwa 30 Minuten wollte tatsächlich ein Mann die Sachen abholen, heißt es im Einsatzbericht. Doch der Ehemann der Seniorin kam nach Hause und erkannte den Betrugsversuch. Er forderte den Unbekannten auf, zu gehen. Eine Übergabe fand nicht statt, wie die Polizei mitteilt.
Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten in Lautertal und Marktleugast gibt, prüft die Polizei noch. Am darauffolgenden Freitag wurden die drei Festgenommenen einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehle gegen alle drei Tatverdächtigen. Sie sitzen inzwischen in verschiedenen Gefängnissen, so die Polizei. Die Kriminalpolizei Coburg übernimmt die weiteren Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Coburg leitet die Untersuchungen.









