Gegen 13 Uhr begann am Aschermittwoch der traditionelle Landfrauentag im Kreisverband Coburg des Bayerischen Bauernverbands (BBV): Natürlich waren auch die jüngsten Proteste der Landwirte ein zentrales Thema.
Protest gegen geplante Kürzungen
Kreisbäuerin Kathrin Bauer verteidigte diese Proteste. Unter anderem sagte sie, dass Landfrauen für „starke Dorfgemeinschaften im ländlichen Raum“ stehen würden. Sie rief dazu auf, mutig zu sein und Zuversicht auszustrahlen. Kathrin Bauer stellte klar: Stark sein heiße auch, auf die Straße zu gehen und aufzustehen gegen die geplanten Kürzungen, die die Landwirtschaft über Gebühr belasten würden.
Pflastersteine und ein großer Misthaufen
Was Kathrin Bauer nicht wissen konnte: Fast zeitgleich zu ihrer Rede beim Landfrauentag eskalierte ein Bauernprotest in Baden-Württemberg. In dem Ort Biberach hatten die Grünen eigentlich zum Politischen Aschermittwoch eingeladen. Doch Landwirte blockierten unter anderem mit Pflastersteinen, Trekkern sowie einem großen Misthaufen die Zufahrt zum Ort der geplanten Veranstaltung. Die Stimmung wurde als aufgeheizt beschrieben. Die Grünen sagten die Veranstaltung schließlich aus Sicherheitsgründen ab.
„Wir wollen niemanden belästigen“
Auf Nachfrage des Coburger Tageblatts machte Kathrin Bauer am Donnerstag noch einmal ihre Position deutlich: „Ja, wir wollen auf uns aufmerksam machen – und ja, wir wollen unseren Unmut äußern. Aber es muss in einem angemessenen Rahmen bleiben.“ Kathrin Bauer stellte klar: „Wir wollen niemanden belästigen oder blockieren.“
„Wir halten uns an die Regeln“
Zum konkreten Vorfall in Biberach könne sie nichts sagen, so Kathrin Bauer, weil sie nicht dabei gewesen sei. Sie könne nur für die Proteste im Coburger Raum sprechen, und da sei es ihr und den Kollegen im BBV wichtig, dass man sich an die Regeln halte. Sprich: Demonstrationen würden angemeldet und auch jeweils mit Polizei und Ordnungsamt besprochen.
Klare Abgrenzung nach rechts
Und noch ein Hinweis ist Kathrin Bauer wichtig: „Wir distanzieren uns von rechts!“ Denn: „Wir sind die Mitte der Gesellschaft!“
Der Protest von Biberach, so viel ist inzwischen bekannt, war gar nicht offiziell vom Bauernverband ausgegangen. Stattdessen wurden Vertreter aus der rechten Szene gesichtet. Der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin, der bei der Veranstaltung hätte sprechen sollen, spricht gar von einem „rechten Mob“, den er gesehen habe.
Im Einsatz für die Natur - 24/7
Aber zurück zum Landfrauentag am Aschermittwoch im Landkreis Coburg. Kathrin Bauer wies auch darauf hin, dass es die Bauern seien, die eine stabile und qualitativ hochwertige Versorgung mit Nahrungsmitteln garantieren würden. Ebenso würden die Bauern mit Blick auf Natur und Umwelt die Kulturlandschaft pflegen und erhalten – und das 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Die Höfe, familiengeführte Betriebe, seien der Bauern höchstes Gut und Basis für die Versorgungssicherheit im Land, aber immer mehr müssten aufgeben.
Planungssicherheit müsse her, denn ohne Investitionen sei die Landwirtschaft auf lange Sicht nicht zukunftsfähig. „Wir brauchen weniger Auflagen, wirkungsvollere Initiativen zur Entbürokratisierung und von der Bundesregierung Lösungen und nicht noch mehr Probleme“, erklärt Kathrin Bauer und erntet viel Applaus.
„Der Ehemann ist keine Altersvorsorge“
Zukunftssicherheit war auch das Thema von Rentenexpertin Daniela Steinle, die zum Thema „Der Ehemann ist keine Altersvorsorge“ über Zukunfts- und Altersvorsorge für Frauen sprach. Sie hatte Tipps, um sich im Rentenalter auch noch den schönen Dingen des Lebens widmen zu können.
Dazu gehört schicke Kleidung, die von Jasmin Franz und ihren Models bei einer Modenschau vorgeführt wurde. Oder auch das gemeinsame Frühstück am Samstag, 9. März, ab 9 Uhr in der Domäne in Sonnefeld unter dem Motto „Land. Frau. Frühstück“.
(Berichterstattung zum Landfrauentag von unserer Mitarbeiterin Gabi Bertram)
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