Die Neuausrichtung der Haba-Familygroup war mit schmerzhaften Einschnitten verbunden. Unter anderem wurden am Firmensitz in Bad Rodach mehr als 400 Arbeitsplätze abgebaut. Außerdem beschloss die Geschäftsführung, sich künftig auf die Geschäftsbereiche Haba (Spielwaren) und Haba Pro (Möbel & Co. für Kinderbetreuungseinrichtungen) zu konzentrieren. Aufgegeben wird hingegen Jako-o (vor allem Textilien).
Doch am Mittwoch überraschte die Haba-Familygroup mit einer Bekanntgabe: Jako-o wird weiterleben!
Connect GmbH aus Hellwege steigt ein
Die Marke wird allerdings nicht verkauft, wie zuletzt spekuliert worden war. Stattdessen ist sich die Haba-Familygroup mit der Connect GmbH aus Hellwege (Niedersachsen) über eine Lizenzvergabe einig geworden.
Bei der Connect GmbH handelt es sich um einen langjährigen Partner der Haba-Familygroup, wie in einer Pressemitteilung erklärt wird. Die vereinbarte Lizenz umfasst demnach die Bereiche Funktionsmode sowie Textilaccessoires von Jako-o. Einige andere Produkte von Jako-o, wie etwa die beliebte „Krümel“-Puppe, sind hingegen ins Haba-Sortiment gewechselt.
Mario Wilhelm, der Geschäftsführer der Haba-Familygroup, wird in der Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Wir haben intensiv nach Möglichkeiten und Investoren gesucht, um die Marke Jako-o fortzuführen. Deshalb freut es mich umso mehr, dass wir mit einem langjährigen Partner ein positives Ergebnis erzielen konnten. Die Connect GmbH arbeitet bereits seit 27 Jahren mit JAKO-O zusammen und führt die Marke im Bereich der Funktionsmode und Textilaccessoires in eigener Verantwortung fort.“
Neuer Onlineshop soll im Herbst 2024 starten
Außerdem wird in der Pressemitteilung angekündigt, dass der Vertrieb über den neuen „Jako-o"-Onlineshop der Connect GmbH im Herbst 2024 starten soll.
Gerald Bischoff, der Geschäftsführer der Connect GmbH, erklärt dazu: „Nach so vielen Jahren Zusammenarbeit freuen wir uns auf die große Herausforderung, die Marke Jako-o in bekannter Qualität und Funktionalität langfristig fortzuführen.“
„Emotionale Bindung zu Jako-o“
Zugleich zeigt sich Gerald Bischoff „beeindruckt“ von der starken emotionalen Bindung, die viele Kundinnen und Kunden zur Marke Jako-o haben. Hintergrund: Als die Haba-Familygroup die Aufgabe von Jako-o bekanntgegeben hatte, war der Aufschrei speziell in den sozialen Medien groß. Viele Eltern äußerten ihr Bedauern. Denn Jako-o stand seit jeher für einen hohen Qualitätsstandard.
Gerald Bischoff bezeichnet es deshalb auch als Chance, „diese tolle Marke in die Zukunft zu führen“.
Probleme der Haba-Familygroup
Die Haba-Familygroup war im vergangenen Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Als eine der Hauptursachen gelten Probleme beim Einführen einer neuen Software. Dies hatte unter anderem dazu geführt, dass der speziell für Jako-o so wichtige Online-Handel zwischenzeitlich zusammengebrochen ist. Massive Umsatzeinbußen waren die Folge.
Am 11. September 2023 stellte die Haba-Familygroup einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Nachdem alle Voraussetzungen dafür geschaffen worden waren, konnte dieses Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung (auch „Eigenverwaltungsverfahren“) zum 1. Dezember 2023 eröffnet werden. Drei Monate später – am 29. Februar 2024 - wurde dieses Verfahren abgeschlossen.
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