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Giftig
Das Jakobskreuzkraut breitet sich immer stärker aus
Das stark giftige Jakobskreuzkraut hat eine sternförmige Blüte mit vielen Blütenblättern.
Das stark giftige Jakobskreuzkraut hat eine sternförmige Blüte mit vielen Blütenblättern. // Fritz Asen / AELF Coburg-Kulmbach
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Landkreis Kulmbach – Für Mensch und Tier ist das Jakobskreuzkraut giftig. Zwar breitet es sich immer weiter aus, doch es gibt auch Möglichkeiten der Bekämpfung.
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Wer aufmerksam auf unseren Straßen unterwegs ist, dem fällt sofort an den Straßenrändern eine leuchtend gelb blühende Pflanze auf. Was dem Naturfreund gefällt, kann Tierhaltern schlaflose Nächte bereiten.

Hier wächst das Kraut besonders gut

Es handelt sich nämlich meist um das Jakobskreuzkraut, welches besonders giftig ist. Pflanzenbauexperte Fritz Asen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg-Kulmbach rät, bei Befall schnell aktiv zu werden.

Die Vorlieben der Pflanze: Nährstoffarme und trockene Standorte, die wenig oder gar nicht genutzt werden. Dadurch breitet sich das Jakobskreuzkraut vor allem auf Brachflächen, Wegrändern und extensiv genutzten Wiesen und Weiden aus.

Die anhaltende Trockenheit unterstützt die Ausbreitung, da andere Pflanzen vertrocknen und immer mehr nackter Boden zu sehen ist. Kreuzkräuter besitzen wie der Löwenzahn einen flugfähigen Samen. Darum sind alle Flächen ohne Bewuchs für einen Befall gefährdet. Wenig bewachsene Straßenränder sind dafür prädestiniert.

Da die Pflanze für Mensch und Tier giftig ist, muss sie unbedingt bekämpft werden. Sie enthält u. a. Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) sowie Senecionine, welche die Leber schädigen. Besonders gefährdet sind Pferde, aber auch Rinder und Schafe sind betroffen. Bei Tieren kommt es meist zu chronischen Vergiftungen, da sich die Gifte im Körper anreichern und nicht ausgeschieden werden. 

Die wichtigste Maßnahme in der Landwirtschaft ist die vorbeugende Bekämpfung. Dazu gehört vor allem der Erhalt einer intakten Grasnarbe, u. a. mit einer angepassten Stickstoffdüngung, einer ausreichenden Kalkung und einer Weide- /Wiesenpflege mit Abschleppen, Striegeln und optimaler Schnitthöhe.

Wenn sich Lücken gebildet haben, muss eine Nachsaat erfolgen. Wichtig ist also, dass keine Lücken mit offenem Boden zu sehen sind. Ohne ausreichende Düngung wird das im Regelfall nicht gelingen.

Auch der richtige Schnittzeitpunkt kann helfen, das Kreuzkraut einzudämmen. Bei nur einmaliger Mahd pro Jahr sollte der Schnitt eher später erfolgen, damit die Pflanze bereits möglichst geschwächt ist.

Wann die Schnitte erfolgen müssen

Bei zwei Schnitten pro Jahr sollte der erste zur beginnenden Vollblüte (mehr als die Hälfte der Pflanzen hat erste offene Blüten) und der Zweite zum gleichen Stadium des Wiederaustriebes erfolgen.

Wichtig: Der Schnittzeitpunkt oder Mulchen muss immer vor der Ausbildung von Samen erfolgen. In wärmeren Lagen wird die Samenausbildung bald beginnen und es muss nun schnell gehandelt werden.

Man muss auch wissen, dass nach dem Mulchen oder Mähen die Pflanze sehr schnell wieder in der Lage ist, einen neuen Fruchtstand zu bilden. Es kann also sein, dass eine weitere mechanische Maßnahme schneller als erwartet erforderlich ist.

Als direkte Bekämpfungsmöglichkeit bietet sich das Ausstechen der Pflanze an. Dies ist allerdings nur erfolgreich, wenn das Pflanzenmaterial von der Fläche entfernt wird.

Eine chemische Bekämpfung sollte nur dann in Frage kommen, wenn alle anderen Maßnahmen nicht wirksam waren. Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist nur auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen möglich.

Auch öffentlich genutzte Flächen oder Brachflächen sollten vor Bildung des Samenstands gemulcht werden. Darum ist es empfehlenswert, betroffene Kommunen über den Befall zu informieren, damit diese handeln können.

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