„Bitte helfen Sie uns mit einem Artikel.“ Mit diesen Worten endet der Brief, mit dem sich Dieter Frohwein an die Redaktion der Bayerischen Rundschau gewandt hat. Hilfe braucht der Bewohner des Seniorenparks „Rosengarten“ in einer Sache, die nicht nur ihn, sondern viele weitere Bewohner der Einrichtung betrifft: der Übergang vom Rosengarten zum Edeka auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Zwei Dinge sind es, die den 89-Jährigen bewegen, sich mit Unterstützung des Heimbeirats an die Presse zu wenden: Zum einen ist es die Markierung des Übergangs – beziehungsweise das Nichtvorhandensein der selbigen. Ein gefährlicher Zustand für die Senioren, die dort oft die Straße queren wollen, um im benachbarten Markt einzukaufen oder ein Stück Kuchen und einen Kaffee genießen wollen. „Wir bräuchten hier einen gut gekennzeichneten Überweg, den die Autofahrer erkennen“, ist er überzeugt.
Neuenmarkter Senioren sind verärgert
Zum anderen geht es ihm um den Zustand der Bordsteinkante zwischen Straße und Gehsteig. Der stellt, so sagt Frohwein, eine Gefahr für die Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer dar. Es gebe tiefe Rillen, in denen die kleinen Räder von Rollatoren oder die Vorderräder von Rollstühlen sich verkanten und die alten Menschen ins Straucheln bringen könnten. Und die Autofahrer würden in diesen Momenten teilweise ohne anzuhalten vorbeibrausen.
Zwar ist der Bordstein am Übergang vor ein paar Jahren schon etwas abgeschrägt, um den Senioren das Passieren zu erleichtern, aber im Laufe der Zeit sei viel weggebrochen, erklärt der 89-Jährige weiter. „So entstehen die gefährlichen Stellen, an denen man hängenbleibt.“
Alexander Wunderlich: Feste Rampe nicht möglich
Dass dieser Zustand geändert werden soll, das kann Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) gleich versprechen, als er sich die Lage vor Ort anschaut. Ganz beseitigen lässt sich die Kante aber nicht, betont er. Und das hat zwei Gründen. So ist die Rinne für die Ableitung von Regenwasser erforderlich. Bei einer festen Rampe dort würde sich das Wasser zurückstauen und im Winter könnten so gefährliche Eisplatten entstehen.
Und auch wenn die Kante für Gehbehinderte ein Problem darstellt, so sei sie für Sehbehinderte dringend erforderlich. „Die brauchen die Schwelle zur Orientierung, damit sie wissen, wo die Straße beginnt.“ Aber er könne zusagen, dass die Anlage so verbessert wird, dass sie allen Seiten möglichst gerecht werde. Um die Umsetzung wird sich Herbert Simon, technischer Mitarbeiter im Bauamt, kümmern.
Neuenmarkter fordern Bedarfsampel
Anders sieht es dagegen mit den gewünschten Straßenmarkierungen an dem Übergang aus. Denn die fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde. Dort gibt es zwischen den beiden Fahrbahnen bereits eine Querungshilfe – eine Art Insel zwischen den Spuren, auf der man warten kann, bis die Strecke passierbar ist.
Für Dieter Frohwein wäre eine Bedarfsampel eigentlich die optimale Lösung. Aber ihm ist auch klar, dass dieser Wunsch wohl unrealistisch ist. Aber wenigstens einen Zebrastreifen oder schmale, weiße Markierungslinien entlang des Übergangs wären in seinen Augen leicht umsetzbar. „Das wäre schon schön, wenn es ein so rein visuelles Signal geben würde.“
Wunderlich sucht Gespräch mit dem Landratsamt Kulmbach
Schön schon, aber ist das realisierbar? Bürgermeister Wunderlich hatte das bereits beim Ortstermin seine Zweifel: „Wo wir helfen können, gern. Aber wenn übergeordnete Stellen zu bestimmten Maßnahmen ,Nein’ sagen, dann sind uns in der Gemeinde die Hände gebunden.“ Aber er versprach eine schnelle Klärung mit dem Landratsamt – und konnte eine Stunde später schon den Sachstand bekanntgeben: So seien weiße, dünne Streifen nur in Verbindung mit einer Ampel zulässig – und die wird es nicht geben.
Zebrastreifen ist keine Option
Und auch den Wunsch nach einem Zebrastreifen muss der Bürgermeister eine Absage erteilen: Ein Zebrastreifen dürfe nur angelegt werden, wenn 100 Personen in der Stunde den Übergang frequentieren. Das sei in Neuenmarkt aber sicherlich nicht der Fall. „Wenn so eine Maßnahme leicht umzusetzen wäre, hätte man das sicherlich schon gemacht“, sagt er. Denn er wisse, dass das Thema nicht zum ersten Mal im Heim diskutiert wird. „Aber da scheitert man an Vorschriften und Auflagen.“ Also bleibe damit nur die Verbesserung im Bereich des abgeschrägten Bordsteins.
„Ach, du lieber Gott, was haben wir denn für Verordnungen in Deutschland?“, ist die Reaktion von Dieter Frohwein, als er von den Richtlinien erfährt. Ein bisschen resigniert er dann: „Ich hab mein Möglichstes getan, um den alten Leuten zu helfen und die Gefahrenstelle zu entschärfen.“
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