Auszeichnung
Ein Händchen für tolle Sträuße
Mit viel Liebe und Passion bindet Sabrina Zuber diesen bunten Strauß. Am Ende wird das Prachtstück mit Ranken verziert.
Mit viel Liebe und Passion bindet Sabrina Zuber diesen bunten Strauß. Am Ende wird das Prachtstück mit Ranken verziert.
Foto: Sonny Adam
F-Signet von Sonja Adam Fränkischer Tag
Marktleugast – Die Marktleugasterin Sabrina Zuber hat als Bayerns beste Floristin ihre Abschlussprüfung abgeschlossen. Jetzt träumt sie davon, weit weg von der Heimat, neue Inspirationen zu sammeln.

Die Idee, Floristin zu werden, hat Sabrina Zuber (19) aus Traindorf ihr halbes Leben lang begleitet. Als Kind pflückte sie Gänseblümchen auf der Wiese für die Mama. Schon in der Grundschule schwärmte sie für den Beruf als Floristin. In der achten Klasse absolvierte Sabrina Zuber dann ein Praktikum. „Das hat mir so gut gefallen, dass mir die Gärtnerei Büttner direkt eine Ausbildung angeboten hat“, erzählt Sabrina Zuber. Inzwischen ist die Lehrzeit vorbei. Und Sabrina Zuber hat mit 96 von möglichen 100 Punkten abgeschossen. Das brachte ihr den Titel „Bayerns beste Floristin“ ein.

Aus Spaß hat sich Sabrina Zuber im Sommer einen Schirm aus Blumen gebunden.
Aus Spaß hat sich Sabrina Zuber im Sommer einen Schirm aus Blumen gebunden.
Foto: Sonny Adam

IHK-Präsident  Michael Waasner hatte bei der Auszeichnung von Sabrina Zuber betont: „Das ist eine außergewöhnliche Leistung, ich ziehe meinen Hut vor dem, was Sie in Ihren jungen Jahren vollbracht haben.“ Thomas Engel, Regierungsvizepräsident von Oberfranken hatte erklärt: „Sie haben außergewöhnliche, exzellente Leistungen gezeigt, auf die Sie zu Recht stolz sein können.“ 

Schon die Oma war blumenverrückt

„Ich habe die Liebe zu Blumen von meiner Oma geerbt. Die war auch blumenverrückt, meine Mutter hat dagegen nichts mit Blumen am Hut. Sie mag zwar die Sachen, die ich mache, aber das war es dann schon“, berichtet Sabrina Zuber.

Die Einliegerwohnung im Keller ihres Elternhauses hat Sabrina Zuber zur privaten Blumenwerkstatt umfunktioniert.
Die Einliegerwohnung im Keller ihres Elternhauses hat Sabrina Zuber zur privaten Blumenwerkstatt umfunktioniert.
Foto: Sonny Adam

In den letzten Tagen war sie viel in der Natur unterwegs. Sie hat die letzten Blumen, die jetzt noch blühen, gesammelt. Denn sie wollte ihr Können – exklusiv für die Bayerische Rundschau – unter Beweis stellen. Sie hat in der Einliegerwohnung, die sie zu ihrem Blumenreich umgestaltet hat, pinkfarbene Schmuckkörbchen – Sabrina Zuber nennt sie Cosmea – und orangefarbene Dahlien abgeschnitten und in eine Vase gestellt. Dazu möchte Sabrina Zuber rote Johanniskrautbeeren (Hypericum) kombinieren.

Die Blumen müssen vor dem Binden erst geputzt werden

„Wichtig ist es, dass man die Blumen, ehe man sie zu einem Strauß bindet, putzt“, erklärt die Floristin. Das bedeutet: Die Blätter, die am unteren Stil wachsen, müssen entfernt werden. „Wenn man das nicht ordentlich macht, dann wackelt der Strauß und fällt auseinander. Das darf nicht sein“, so die Expertin.

Beim Binden des Straußes ist volle Konzentration angesagt. Sabrina Zuber zeigt, dass die Stiele schräg gelegt werden müssen, denn nur so bekommen Sträuße die ausladende Form.
Beim Binden des Straußes ist volle Konzentration angesagt. Sabrina Zuber zeigt, dass die Stiele schräg gelegt werden müssen, denn nur so bekommen Sträuße die ausladende Form.
Foto: Sonny Adam

Bereichert werden soll der Strauß noch mit getrockneter fetter Henne, mit allerlei Gräsern und Blätterranken und mit dunkelvioletten Scabiosen. Dazu passen im Herbst Vogelbeeren, weißer Raps, Gemüsespargel.

Sabrina Zuber mag es bunt

Der Mix aus vielen Farben wie Lila, Rot, Orange und Pink ist Sabrina Zubers Spezialität. „Normalerweise kombiniert man Rosa und Orange nicht, aber man kann es machen, um Akzente zu setzen. Ich mag es bunt“, erklärt Sabrina Zuber und lächelt siegessicher. Sie ist überzeugt, dass ihr bunter Herbststrauß am Ende gut harmonieren wird.

Für eine Demonstration hat Sabrina Zuber ausschließlich heimische Blumen gewählt: Schmuckkörbchen oder Cosmea in Pink und leuchtende Dahlien in Orange.
Für eine Demonstration hat Sabrina Zuber ausschließlich heimische Blumen gewählt: Schmuckkörbchen oder Cosmea in Pink und leuchtende Dahlien in Orange.
Foto: Sonny Adam

Nun setzt Sabrina Zuber langsam ihren Traum-Strauß zusammen: Sie legt Blumen und Zweige übereinander, erklärt die Namen und Besonderheiten. Wichtig ist es, dass die Stiele immer schräg aneinander gelegt werden. „Es ist wichtig, dass ich die Blumen und Zweige nicht gerade binde. Der Strauß muss stufig werden und er soll Elemente beinhalten, die über 90 Grad herunterhängen“, sagt Zuber und macht dabei weiter bis sie das dicke Bündel fast nicht mehr halten kann. Dann legt sie noch einige Ranken um den prächtigen Herbststrauß, bindet den Strauß zusammen. Fertig.

Ein gut gebundener Blumenstrauß muss stehen können

„Gut gebunden ist ein Strauß, wenn er von selbst stehen kann. Das probieren wir draußen jetzt mal aus“, lacht die Floristin. Sie stellt ihr Prachtstück ins Gras. Und der Strauß steht. Mit solchen Fertigkeiten konnte sie auch die Experten in der Prüfung überzeugen. Sabrina Zuber musste eine theoretische Prüfung ablegen, musste ihr Wissen aus dem Bereich Warenwirtschaft unter Beweis stellen, und auch Sozialkunde gehörte zu den Prüfungsthemen.

Wird der riesige Strauß aus Gartenblumen auf der Wiese stehen können? Bayerns beste Floristin macht die Probe aufs Exempel – und das Experiment ist geglückt.
Wird der riesige Strauß aus Gartenblumen auf der Wiese stehen können? Bayerns beste Floristin macht die Probe aufs Exempel – und das Experiment ist geglückt.
Foto: Sonny Adam

Auf Sylt winkt eine große Chance

Bei der praktischen Prüfung gestaltete sie einen prächtigen bunten Strauß mit 15 verschiedenen Zutaten. Sie fertigte ein Parallelgesteck an und nahm eine Pflanzung vor. „Dabei ging es darum, Höhen und Tiefen zu schaffen“, erinnert sich Sabrina Zuber. Sie ist ein bisschen stolz, dass sie als Bayerns beste Floristin ausgezeichnet wurde.

Nach der Ausbildung verließ sie ihren Betrieb, aktuell arbeitet sie bei Rewe in Helmbrechts und bindet dort Sträuße. „Aber da werde ich nicht ewig bleiben. Ich habe schon die Zusage von einer Floristin auf Sylt, dass ich dort anfangen kann“, erzählt die Marktleugasterin. Den Sprung auf die Luxus-Insel sieht Sabrina Zuber als echte Chance, noch mehr Erfahrungen zu sammeln. „Wir haben die Gestecke, Sträuße und all die Sachen dieser Floristin in der Schule immer auf Instagram verfolgt. Die hat so gute Ideen. Ich kam wirklich nur wegen dieses Blumengeschäftes auf die Idee, nach Sylt zu gehen“, freut sich Sabrina Zuber schon auf die Chance.

Der Meisterbrief ist ein weiteres Ziel

Am Ende ihrer Pläne ist die Marktleugasterin noch lange nicht. Sie möchte sich verwirklichen, möchte dann den Meister machen. Und vielleicht wird sie auch selbst einmal einen Blumenladen haben. „Der Titel Bayerns beste Floristin hat mir sicherlich geholfen. Gute Noten und ein guter Abschluss sind schon wichtig und können helfen“, sagt Sabrina Zuber.

Die Ausgestaltung des heimischen Hauses ist Sabrina Zubers Passion. Neben Sträußen verzieren Parallelgestecke den Flur. Überall gibt es Florales zu entdecken.
Die Ausgestaltung des heimischen Hauses ist Sabrina Zubers Passion. Neben Sträußen verzieren Parallelgestecke den Flur. Überall gibt es Florales zu entdecken.
Foto: Sonny Adam

Dass der Beruf des Floristen ein Beruf ist, den nur wenige junge Menschen ergreifen, weil es immer weniger Blumenläden gibt und der Konkurrenzdruck durch Billigblumen aus dem Discounter immer größer wird, weiß Sabrina Zuber. „Man verdient sicherlich in anderen Berufen mehr. Aber mir gefällt das, was ich mache. Und das ist auch sehr wichtig“, sagt die Marktleugasterin. Außerdem hat Sabrina Zuber ein Anliegen: Sie möchte den Blick für heimische Schönheiten schärfen und für all die Zutaten, die es im Garten gibt. „Ich freue mich beispielsweise über eine Akelei mehr als über einen Strauß Rosen“, sagt Sabrina Zuber.

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