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Wasserrettung
DLRG-Stützpunkt offiziell eingeweiht
DLRG-Einweihung
Der neue Wasserrettungsstützpunkt des DLRG-Ortsvereins Bad Kissingen steht im Gewerbegebiet Alte Kissinger Straße. // Sigismund von Dobschütz
DLRG-Einweihung
Die DLRG-Jugend bedankt sich bei den Vorsitzenden des DLRG-Ortsvereins Bad Kissingen, Markus Brandl (Mitte links) und Franz Grosse mit Präsent und Erinnerungsplakette. // Sigismund von Dobschütz
DLRG-Einweihung
Zahlreiche Honoratioren waren zur Einweihung gekommen, hier (vorne von links) Pfarrer Gerd Greier, Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk, Bundesministerin Dorothee Bär (CSU) und Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD). // Sigismund von Dobschütz
Bad Kissingen – Der Bad Kissinger Ortsverein feierte die Fertigstellung der neuen Halle mit zahlreichen Gästen und beendete damit eine 15-jährige Suche.

Schon seit Wochen leuchten weit sichtbar die vier gelben Großbuchstaben DLRG auf rotem Grund an der neuen Halle. Jetzt konnte der Bad Kissinger Ortsverein der DLRG-Wasserrettung endlich seinen ersten zentralen Stützpunkt im Gewerbegebiet an der Alten Kissinger Straße 12 mit offiziellem Festakt in Betrieb nehmen. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Blaulichtfamilie und Wirtschaft kamen als Gratulanten.

Seit 15 Jahren hatte der Bad Kissinger Ortsverein nach einem passenden Grundstück für seinen Stützpunkt gesucht. Bislang waren Material und Aktivitäten auf drei Standorte verteilt. Erst vor einem Jahr war man durch Vermittlung des städtischen Wirtschaftsförderers Sebastian Bünner an der Alten Kissinger Straße fündig geworden und konnte ein Grundstück kaufen. Seitdem wurde geplant und im März mit dem Bau der neuen Leichtbau-Halle begonnen.

Tausende Stunden investiert

Auf Architekt und Bauleiter wurde verzichtet, stattdessen bei allen Gewerken in Eigenregie ehrenamtlich neben dem eigenen Beruf angepackt. Tausende Stunden investierten nicht nur die beiden Vorstände, sondern vor allem auch viele ehrenamtliche Helfer aus dem DLRG-Mitgliederkreis sowie aus befreundeten Organisationen wie dem Technischen Hilfswerk, das spontan seine Unterstützung angeboten und Samstag den Fußboden verlegt hatte. Dank dieser Eigenleistung wurden mindestens zehn Prozent der auf 600.000 Euro veranschlagten Baukosten eingespart. Finanziert werden die Baukosten durch eine Förderung des Leader-Projekts der Europäischen Union, durch zahlreiche Spenden und Eigenkapital des Vereins.

Helfer und Handwerker

Nicht nur den ehrenamtlichen Helfern dankten Brandl und Grosse in der zur Einweihung vollbesetzten Halle, sondern auch allen beteiligten regionalen Handwerksfirmen. Als ginge es um ihr eigenes Projekt, hatten sie den Verein mit günstigen Preisen unterstützt, diese trotz Kostensteigerungen auch gehalten und aufkommende Probleme schnell gelöst, hatten sich die beiden Vorsitzenden dankbar gezeigt. Bis zuletzt wurden Kabel verlegt, letzte Erdarbeiten ausgeführt, Fliesen gelegt und die Grünanlagen geplant. Später soll im Außenbereich ein Grillplatz mit Sitzgarnituren eingerichtet werden.

Nach sieben Monaten Bauzeit konnten sich die Gäste vom gelungenen Ergebnis selbst überzeugen: Die 15 mal 20 Meter große Halle bietet allen Einsatzfahrzeugen, Geräten und dem Katastrophenschutzmaterial ausreichend Platz. Sozialräume mit Duschen, Trockenraum, Toiletten, Küche ermöglichen den DLRG-Mitgliedern einen angenehmen Aufenthalt. Eine ausreichende Zahl von Spinden steht für die persönliche Schutzausrüstung der Mitglieder zur Verfügung. In einem offenen Obergeschoss gibt es Büro- und Lagerraum. Eine Wasserzisterne und eine 300 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgen für Unabhängigkeit.

Schneller einsatzbereit

Mit Inbetriebnahme dieses ersten Zentralstützpunktes ist nun die gesamte Ausrüstung und alles Material an einem Platz vereint, wodurch der Ortsverein im Not- und Katastrophenfall schneller einsatzbereit ist. Gleichzeitig ist aber dieser Stützpunkt als Anlaufpunkt für die Mitglieder und vor allem für die Jugend gedacht. Deren Vertreter bedankten sich beim Vorstand mit Präsenten und einer Erinnerungstafel.

Zu Beginn der Einweihungsfeier erteilten der katholische Pfarrer Gerd Greier und seine evangelische Amtskollegin Jacqueline Barraud-Volk dem Neubau ihren kirchlichen Segen. In ihren Worten bezogen sie sich auf die Bibelstelle im ersten Buch Moses, in dem Noah mit seiner Arche Mensch und Tier vor dem Wasser der göttlichen Sinnflut rettet.

Hohe Unglückszahlen und Todesfälle

Den Reigen der Grußworte eröffnete Bundesministerin Dorothee Bär (CSU), zuständig für Forschung, Technik und Raumfahrt. Sie war nicht nur selbst in jungen Jahren Rettungsschwimmerin, wie sie erwähnte, sondern von 2005 bis 2009 auch Vorsitzende des Bezirksverbandes Unterfranken der Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz. Auch über ihre heutige Tätigkeit fand Bär einen direkten Bezug zu Wasserrettung und Katastrophenschutz, sind doch viele Entwicklungen aus der Raumfahrt wie die Rettungsdecke auch in diesen Bereichen gebräuchlich. Aufgrund der hohen Unglückszahlen und Todesfälle im Wasser unterstütze sie nicht nur die ehrenamtliche Tätigkeit der DLRG-Wasserretter, sondern forderte auch den Erhalt und Neubau von Schwimmbädern – nicht nur als Trainingsstätte für die DLRG, sondern vor allem um der Jugend das Schwimmenlernen zu ermöglichen.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD) dankte den Wasserrettern für deren ehrenamtlichen Einsatz – nicht zuletzt auch beim Bau ihres Stützpunktes, „denn Geld allein baut noch kein Haus“. Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (CSU) versprach, sich mit allen Möglichkeiten für den Bau eines neuen Hallenbades in der Kreisstadt Bad Kissingen einzusetzen und ergänzte: „Dieser neue Stützpunkt möge Motivation sein, die DLRG-Wasserrettung in eine gute Zukunft zu führen.“ Landrat Mario Götz (CSU), der zugleich für seinen ebenfalls anwesenden Amtsvorgänger Thomas Bold (CSU) sprach, in dessen Amtszeit der Baubeginn war, zeigte sich ebenso wie Bad Kissingens Oberbürgermeister Dirk Vogel vom neuen DLRG-Wasserrettungsstützpunkt beeindruckt.

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