Die Marbachtalklinik in Bad Kissingen, eine psychosomatische Fachklinik mit 158 Betten, startet ab September eines der größten Investitionsprojekte ihrer Geschichte. Der Träger, die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, stellt rund 20 Millionen Euro für eine umfassende Sanierung zur Verfügung.
Moderne Infrastruktur und mehr Sicherheit
„Wir bringen unsere Klinik auf den neuesten Stand“, betont Mathias Kirchner, kaufmännischer Leiter der Marbachtalklinik. Die Modernisierung betrifft sowohl die äußere Erscheinung der Klinik – etwa Rezeption und Foyer – als auch die Patientenzimmer, die technisch und optisch grundlegend erneuert werden.
Nach 30 Jahren sei es an der Zeit, Installationen und Infrastruktur zu modernisieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Brandschutz, um die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitenden langfristig zu erhöhen.
Neben dem Brandschutz werden auch die IT-Infrastruktur und die Lüftungsanlagen auf den neuesten technischen Stand gebracht. Die Bauarbeiten sind auf zweieinhalb Jahre angelegt und in fünf Bauabschnitte gegliedert.
Der Klinikbetrieb läuft während der gesamten Sanierung weiter. „Wir planen die Bauabschnitte so, dass die Patienten möglichst wenig beeinträchtigt werden und unser hoher Qualitätsanspruch in der therapeutischen Versorgung gewahrt bleibt“, erklärt Kirchner.
Kontinuität im Team und intensive Betreuung
Während einzelne Bereiche der Klinik zeitweise nicht genutzt werden können, wird das Personal nicht reduziert. Im Gegenteil: Durch eine geringere Patientenzahl können die Therapeuten ihre Betreuung intensivieren. Kirchner spricht von einem „Co-Therapeutensystem“, das die Versorgungsqualität sogar steigern soll. „Wir werden keine Mitarbeiter entlassen und offene Stellen weiterhin nachbesetzen“, stellt er klar.
Auch auf die Bedürfnisse der Patienten wird während der Bauphase geachtet. „Lärmintensive Arbeiten planen wir so, dass sie nicht parallel zu Entspannungsgruppen stattfinden“, versichert Kirchner. Ein gewisses Maß an Baulärm lasse sich dennoch nicht vermeiden. Auf der Klinik-Homepage bittet man daher um Verständnis: „Unser Ziel ist es, für möglichst ruhige Rahmenbedingungen zu sorgen, damit Sie Ihre Zeit bei uns für Ihre Genesung nutzen können.“
Neue Gestaltung und optimierte Abläufe
Die Modernisierung umfasst nicht nur technische Verbesserungen, sondern auch eine neue, einladende Gestaltung. Die Klinik erhält ein einheitliches Farbkonzept mit warmen Tönen und natürlichen Materialien wie Holz.
Küche und Speisesaal werden vergrößert und modernisiert, inklusive verbessertem Lärmschutz, um auch bei hoher Auslastung des Speisesaals eine angenehme Atmosphäre zu gewährleisten. Die Abläufe in der Küche werden optimiert, sodass die Versorgung noch effizienter gestaltet werden kann.
Die bereits begonnenen Erneuerungen der Therapieräume werden im Rahmen der Sanierung fortgeführt. Auch der Schwimmbadbereich wird technisch aufgerüstet, um den Energieverbrauch zu senken. Dazu gehören eine modernisierte Lüftungstechnik, eine neue Dachdämmung sowie die Installation einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung – ganz im Sinne eines nachhaltigen Energiekonzepts.
Es konnten überwiegend regionale Firmen mit der Umsetzung beauftragt werden. Die Planung erfolgt durch die Bauabteilung des Rentenversicherungsträgers in Oldenburg in enger Zusammenarbeit mit Architekten und Ingenieurbüros aus der Region. „Wir verstehen uns als Partner der lokalen Wirtschaft und möchten die Region stärken“, betont Kirchner.
Spitzenposition und Zukunftssicherung
Ein zentrales Ziel der Investition ist es, die bereits hohe Patientenzufriedenheit weiter zu steigern. Die Marbachtalklinik belegt aktuell Platz 1 im bundesweiten Vergleich von 400 psychosomatischen Abteilungen – ein Beleg für ihre Spitzenposition in der Kliniklandschaft.
Für Kirchner ist die Sanierung ein entscheidender Schritt, um die Klinik zukunftssicher zu machen: „Diese Investition ist ein wichtiger Baustein, um unsere hohe Qualität zu sichern und weiter auszubauen.“ Auch Dr. Klaus Herrmann, ärztlicher Leiter der Klinik, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Es ist entscheidend, unsere Klinik auf dem neuesten Stand zu halten. Der Standort Bad Kissingen steht seit Jahrzehnten für erstklassige Versorgung – diesen Anspruch wollen wir auch in Zukunft erfüllen.“















