Bei der Kommunalwahl im März entscheiden die Bad Kissinger nicht nur darüber, ob Dirk Vogel (SPD) Oberbürgermeister bleibt, oder ob André Kiesel (CSU) neuer Rathauschef wird. Sie stimmen auch darüber ab, welche 30 Männer und Frauen sie im Stadtrat haben wollen. Hier ist noch vieles offen: Wer tritt als Kandidat oder als Kandidatin an? Wer wird nicht mehr auf dem Wahlzettel stehen und räumt seinen Sitz in der Stadtpolitik? Was bisher bekannt ist:
Nach Querelen 2020: CSU zeigt sich geschlossen
Wenn Kissingens CSU-Chef Steffen Hörtler über die Kandidaten und Kandidatinnen für 2026 spricht, schwingt auch viel Erleichterung mit. „Wir haben eine Liste aufgestellt, die alle vier Vorstände der Ortsvereine einstimmig unterstützen“, sagt er.
Über die Rückendeckung ist er froh, denn nach der letzten Wahl hatte die CSU für negative Schlagzeilen gesorgt. Aufgrund internen Streits hatten die CSU-Stadträte Martina Greubel, Thomas Schlembach, sowie der 2023 verstorbene Klaus Bollwein die Fraktion verlassen und waren zur DBK gewechselt. Es gab einen Gerichtsstreit um die Erstattung von Wahlkampfkosten zwischen der Kissinger CSU sowie Schlembach und Bollwein, den die Beklagten gewonnen hatten.
Die Partei will das bei der kommenden Wahl vergessen machen. „Wir hatten keine Schwierigkeiten beim Aufstellen der Liste“, sagt Hörtler. Dritter Bürgermeister Thomas Leiner (71) gilt an Position 1 als gesetzt. Damit unterstreicht die CSU ihre Ambitionen auf einen Bürgermeisterposten. André Kiesel, der als Oberbürgermeister kandidiert, wird nicht auf der Stadtratsliste stehen. „Er tritt an, um OB zu werden“, sagt Hörtler.
Die aktuellen CSU-Stadträte Markus Albert, Dorothea Deeg, Wolfgang Lutz, Nikola Renner sowie Hörtler selbst kandidieren für eine weitere Amtszeit. Die langjährige Stadträtin Gudrun Heil-Franke hört auf. Am Dienstag, 14. Oktober, werden die Kandidaten offiziell nominiert.
Greubel und Schlembach bleiben bei DBK
Greubel und Schlembach möchten ebenfalls die Querelen mit der CSU-Fraktion abhaken. Beide erklären gegenüber dieser Redaktion, dass sie als Mitglieder in der Partei bleiben und im Stadtrat die DBK unterstützen. Sie werden für die DBK für eine weitere Amtszeit kandidieren.
„Wir werden mit 30 Kandidaten an den Start gehen“, sagt DBK-Vorsitzende Anja Hinz. Am 24. Oktober ist die Nominierung. Mit dem Aufstellen der Kandidaten habe der Verein sich diesmal schwergetan. Auffällig sei laut Hinz, dass sich kaum Menschen unter 30 Jahren bereit erklärt haben.
Zweiter Bürgermeister Anton Schick wird erneut antreten, ebenso wie die Stadträte Florian Keßler, Alexander Koller und Martha Müller. Die 75-Jährige hat altersbedingt lange überlegt, sich noch einmal zur Verfügung zu stellen. Sie wird voraussichtlich den letzten Listenplatz einnehmen und überlässt Jüngeren den Vortritt.
Kay Blankenburg und Richard Fix hören auf
„Unsere Liste steht, wir werden im November nominieren. Wenn die eigene Partei den Oberbürgermeister stellt, bringt das einen gewissen Schwung“, erklärt SPD-Fraktionssprecher Bernd Czelustek. Man habe eine gute Mischung aus etablierten sowie jungen Gesichtern. Er selbst sowie Thomas Menz, Christina Scheit, Tobias Schneider und Wolfgang Speyer wollen ein weiteres Mal gewählt werden.
Altoberbürgermeister Kay Blankenburg wird nicht mehr kandidieren und verabschiedet sich nach 30 Jahren aus der Kommunalpolitik. Er gehört seit 1996 dem Stadtrat sowie dem Kreistag an und war von 2008 bis 2020 Oberbürgermeister. „Ich habe das jetzt so lange gemacht. Wir haben so viele gute junge Leute, dass es Zeit wird, Platz zu machen“, sagt er.
Bei den Grünen werden Klaus Werner, Veronika Richler-Yazeji und Larissa Renninger weitermachen, für Fraktionssprecher Richard Fix (74) ist nach 24 Jahren Schluss. „Ich muss mit 80 Jahren nicht mehr im Stadtrat sitzen. Ich habe meine Enkel in vielen Bereichen hinten angestellt und möchte sie in den Vordergrund rücken“, begründet er den Entschluss, nicht mehr zu kandidieren.
Zukunft Bad Kissingen löst sich auf
Bei den Freien Wählern wollen Andreas Kaiser, Bernhard Schlereth und Klaus Zehe ihre Sitze behalten. Wie bei den Grünen ist die Kandidatensuche noch nicht abgeschlossen. „Es wäre schön, wenn wir noch ein paar Leute hätten. Die Suche ist dieses Mal nicht so einfach“, sagt Kaiser.
Christian Hänsch (ehemals Die Linke) wird auf der SPD-Liste antreten und die aus der AfD ausgetretenen Peter Eggen und Freia Lippold-Eggen werden voraussichtlich nicht mehr kandidieren. Michael Lang (Zukunft Bad Kissingen) verzichtet auf eine zweite Kandidatur mit Verweis auf seine berufliche Tätigkeit als Geschäftsführer der Heiligenfeldkliniken und als Vorstandsmitglied im Verband der Psychosomatischen Kliniken Deutschlands. Die Wählergruppe Zukunft Bad Kissingen, die sich zur Wahl 2020 formiert hatte, wird aufgelöst.












