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Verkehrsanalyse
Rote Welle für Fußgänger am Stadtring
Oft haben Fußgänger am Stadtring nicht automatisch grün, sondern müssen erst an der Ampel drücken, wie hier an der Münnerstädter Kreuzung. Dadurch können  sich die Wartezeiten verlängern.
Oft haben Fußgänger am Stadtring nicht automatisch grün, sondern müssen erst an der Ampel drücken, wie hier an der Münnerstädter Kreuzung. Dadurch können sich die Wartezeiten verlängern. // Benedikt Borst
Bad Kissingen – Wer zu Fuß den Ring überquert, braucht Geduld, weil die Ampeln auf Autos ausgelegt sind. Das zu ändern, hätte laut Experten aber auch Nachteile für Fugänger.

Wer zu Fuß in Bad Kissingen unterwegs ist, der sollte vor allem an den Fußgänger-Ampeln entlang des Rings Geduld mitbringen. Die Ampelschaltung ist auf Autos ausgelegt, damit der Verkehr auf der Stadtumgehung gut fließt und die Fahrer nicht durchs Zentrum fahren, erklärt Verkehrsplaner Dominik Könighaus. „Der Ring sorgt dafür, dass es in der Stadt für Fußgänger angenehm ist, aber man tut sich schwer, über den Ring hinüberzukommen“, sagt er.

Fußgänger-Grün nicht nur nach Drücken

Die Wartedauer ist gerade während der Hauptverkehrszeit sehr lang. 70 Sekunden und länger müssen Fußgänger in der Regel warten, bis sie auf die andere Seite wechseln können. Mit etwas Pech auch noch deutlich länger, denn an vielen Ampeln wird es für Fußgänger nicht automatisch grün, sondern es muss erst der Anforderungstaster gedrückt werden. Bis es grün wird, dauert es dann eine Ampelphase.

Könighaus erstellt im Auftrag der Stadt den Verkehrsplan der nächsten Jahre. Dass die Fußgänger an den Ampeln am Ring länger warten müssen, sieht der Verkehrsexperte als Kompromiss, um die Innenstadt vom Autoverkehr zu entlasten. Um die Situation zu Fuß dennoch zu verbessern, regt er an, nach Optimierungsmöglichkeiten bei der Ampelschaltung zu suchen. Dafür ist das Staatliche Bauamt Schweinfurt zuständig. Zudem hält er es für wichtig, dass die Fußgänger in jedem Umlauf Grün bekommen und nicht erst, wenn sie den Ampeltaster drücken.

Gutes Fußwegenetz im Zentrum

Das Fußwegenetz in der Innenstadt bewertet der Verkehrsplaner als gut. Bad Kissingen verfüge über ein dichtes Netz mit breiten Gehwegen, die kaum zugeparkt werden. „Bad Kissingen bietet gute Voraussetzungen für angenehmes zu Fuß gehen“, betont er. In Bezug auf den Autoverkehr lobt Könighaus sowohl die Umgehungsstraße, als auch die Kurgebiete mit ihren Durchfahrtsverboten.

Die Kurgebiete verhindern, dass die Stadt von Süd nach Nord durchquert wird. Beides zusammen halte viel Verkehr aus dem Zentrum heraus. „Bad Kissingen hat ein vernünftiges Netz, das gut funktioniert“, sagt er. Ebenfalls als positiv hebt er die ausgeprägten Tempo-30-Zonen hervor, die mit Ausnahme der Kapellenstraße überall innerhalb des Rings gelten und auch in den Wohngebieten außerhalb.

Forderung: Tempo 30 in Kapellenstraße

Im Bauausschuss startete 3. Bürgermeister Thomas Leiner (CSU) eine längere Diskussion zu den Tempo-30-Zonen. Er forderte, Tempo-30 auch in der Kapellenstraße einzuführen. „Ich würde es gern auf das ganze Stadtgebiet ausdehnen wollen“, sagte er. Der Vorschlag fand im Gremium viel Zuspruch. Andreas Kaiser (Freie Wähler) verwies zum Beispiel auf die ansässigen Seniorenheime, Schulen und Kindergärten. „Vielleicht können wir das angleichen“, meinte er.

Planer Könighaus erläuterte dazu, dass in einer Tempo-30-Zone eine Ampelkreuzung nicht möglich ist. Das betrifft die Zufahrt von der Kapellenstraße zu den Supermärkten an der Spitzwiese, die per Ampel geregelt wird. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens an dieser Kreuzung sei die Ampelanlage dort auch notwendig. Der Planer und das Bauamt sicherten den Räten jedoch zu, zu prüfen, wie eine Tempo-30-Lösung in der Kapellenstraße aussehen kann.

Kurzonenschilder zu kompliziert

Ebenfalls analysiert hat Könighaus die Ampelkreuzungen entlang des Rings und ob sie dem Verkehr gewachsen sind. Fazit: Meistens sind sie es. „Die Rückstaubildung zu Stoßzeiten ist vertretbar“, erklärt der Experte. An der Münnerstädter Kreuzung sowie an der Kreuzung zur Euerdorfer Straße ist die Lage noch in Ordnung, hier werden aber allmählich die Kapazitätsgrenzen erreicht. Am stärksten ausgelastet ist die Schlachthofkreuzung. Er verweist darauf, dass das Staatliche Bauamt bereits den Umbau plant und die Schlachthofkreuzung leistungsfähiger machen will.

Kritik gibt es von dem Planer an der Beschilderung für die Kursperrzone. Die bestehenden seien zu unübersichtlich und für Autofahrer schwer verständlich. „Das ist ein Schild, das wir nicht verstanden haben“, sagt er. Könighaus regt an, die Beschilderung zu vereinfachen und zu vereinheitlichen, um den KfZ-Verkehr besser steuern zu können.

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