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Neues Technologiezentrum
Diese Aufgaben könnten Roboter in Laboren übernehmen
Labor-Roboter entsteht am TTZ
Das Technologie-Transferzentrum Bad Kissingen soll Forschung aus der THWS in die großen Labore und Medizintech-Unternehmen der Region bringen. Prof. Kiesewetter erklärte, wie eine Robotikanlage gebaut wird. Im Bild Dorothee Bär, MdB, bedient einen kleinen Robotor. // Anand Anders
Signet des Fränkischen Tags von Leon Peters
Bad Kissingen – Die Roboter des neuen Technologietransferzentrums (TTZ) Bad Kissingen sollen künftig in den Laboren der Region mitarbeiten. Doch wie?

Mensch gegen Maschine – dieser Zweikampf prägt die Gesellschaft seit Langem und hat durch künstliche Intelligenz eine neue Dimension erreicht. Am neuen Technologietransferzentrum (TTZ) in Bad Kissingen müsste es jedoch heißen: Mensch mit Maschine. Das TTZ hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, menschliche Arbeitsabläufe in den Laboranalytik- und Medizintechnikunternehmen aus Stadt und Landkreis zu optimieren. Wie? Durch Automatisierung.

So sollen Labormitarbeitende zum Beispiel im tiermedizinischen Diagnostiklabor Laboklin oder im Prüflabor für Arzneimittel LS entlastet werden. Automatisierung bedeutet jedoch nicht nur KI, sondern auch Roboter. In der Autoindustrie sind diese seit Langem gang und gäbe, in der Medizintechnik ist noch Luft nach oben.

Hier kommt die neue Robotikanlage des TTZ ins Spiel, das kürzlich Tag der offenen Tür hatte und seine Räumlichkeiten im Rhön-Saale-Gründerzentrum (RSG) Bad Kissingen der Öffentlichkeit präsentierte.

Labor-Roboter entsteht am TTZ
Das Technologie-Transferzentrum Bad Kissingen soll Forschung aus der THWS in die großen Labore und Medizintech-Unternehmen der Region bringen. Prof. Kiesewetter erklärte, wie eine Robotikanlage gebaut wird. Im Bild Prof. Dr. Ing. Lisa Kiesewetter, Leiterin des TTZ-KG // Anand Anders (Anand Anders)

Bewegen, stapeln, scannen

Ein kleinerer UR3e-Roboter im Untergeschoss ist schon einsatzfähig und stempelt am Tag der offenen Tür fröhlich Stempelkarten, um den Besuchenden seine Funktionsweise näherzubringen. Zwei große Roboter mit dem sperrigen Namen Yaskawa Motoman HC10DTP sollen bis Weihnachten eingetroffen sein. „Einer wird neben dem UR3e arbeiten, der andere dient unseren Studierenden separat als Testroboter“, sagt Professorin Lisa Kiesewetter von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS). Sie leitet das neue TTZ seit April.

Wie können die Roboter LS, Laboklin und Co. helfen, ihre Arbeitsabläufe zu automatisieren? „Der kleine Roboter könnte beispielsweise Petrischalen von einem Ort zum anderen bewegen oder sie in großem Stil stapeln, entstapeln und scannen. Oder er könnte Deckel von Gefäßen abnehmen und halten“, erklärt Lukas Königer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am TTZ.

Pluspunkte des größeren Yaskawa-Roboters sind hingegen seine Reichweite und Bewegungsfreiheit, wie Königer herausstellt: „Der Roboter hat sechs Achsen, ist also sehr beweglich und arbeitet in einem größeren Radius. Dazu kann er Lasten bis zehn Kilogramm bewegen.“

Menschliche Kreativität bleibt wichtig

Beide Robotermodelle arbeiten kollaborativ. Bedeutet: Die Maschinen erkennen, wenn sich eine menschliche Hand in ihren Bewegungsradius einschleicht. „In der Autofertigung würde der Roboter den Menschen salopp gesagt umhauen. In unserem Fall stoppt er seine Bewegung sofort, wenn er merkt, dass ein Mensch sie unterbrechen will“, erläutert Königer.

Labor-Roboter entsteht am TTZ
Das Technologie-Transferzentrum Bad Kissingen soll Forschung aus der THWS in die großen Labore und Medizintech-Unternehmen der Region bringen. Prof. Kiesewetter erklärte, wie eine Robotikanlage gebaut wird. Im Bild der Miniroboter // Anand Anders (Anand Anders)

Mensch und Maschine sollen im Labor also nicht gegen-, sondern miteinander arbeiten. „Ich bekomme oft folgende Frage: ,Klaut der Roboter mir nun meinen Arbeitsplatz?‘ Dazu sage ich: Jein“, ordnet Michael Jordan von Laboklin ein. „Einfache Routineaufgaben sollen zunehmend durch Roboter übernommen werden. Das heißt aber, dass wir plötzlich neue Kapazitäten freihaben. Unsere Mitarbeitenden können dadurch andere, kreativere Aufgaben übernehmen“, setzt er hinzu.

TTZ-Laufzeit nur bis 2027: „Druck ist da“

Das TTZ, das auch Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) bei dessen Eröffnung begutachtete, möchte in den kommenden zwei Jahren mit Ideen für (Teil-)Automatisierung von Prozessen auf seine Stifterunternehmen zugehen. „Wir zeigen den Laboren zunächst, was wir tun können. Sie müssen dann jeweils entscheiden, ob sie uns einen konkreten Auftrag erteilen“, sagt Königer.

Neben den Kissinger Laboren als Stifter finanzieren öffentliche Gelder und Drittmittel das TTZ, dessen Laufzeit vorerst bis 2027 begrenzt ist. „Der Druck, liefern zu müssen, ist schon da. Aber die Motivation ist hoch. Wir lassen uns nicht ausbremsen“, sagt Leiterin Kiesewetter.

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