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Getötete Eva-Maria H.
Mordprozess in Coburg: Zweiter verhandlungstag begonnen
Mord-Prozess Coburg: Wissenschaftlerin Eva Maria getötet
Der Angeklagte am ersten Prozesstag. // 
Coburg – Der Prozess um die getötete Eva-Maria H. geht in den zweiten Verhandlungstag. Es werden weitere Aussagen erwartet.

Der zweite Prozesstag im Fall der getöteten Eva-Maria H. hat begonnen. 


Um diesen Fall geht es:

RÜCKBLICK: Das war der erste Verhandlungstag

Wer war Eva-Maria H.? Das versucht die Strafkammer am ersten Prozesstag anhand von Zeugenaussagen zu skizzieren. Ihre Schwester zeichnet in ihrer fast einstündigen Aussage ein Bild von ihrer vier Jahre älteren Schwester. 

Sie wirft nur einen flüchtigen Blick auf die vollen Stuhlreihen, bevor sie sich auf den Stuhl in der Mitte des Saales setzt. Die Schwester der Getöteten ist die erste Zeugin, die am Mittwoch ihre Aussage macht. Alexander G. muss sich aktuell wegen mutmaßlichen Mordes an ihrer Schwester am Landgericht Coburg verantworten. 

Klar, sachlich, strukturiert – so scheint Eva-Maria H. nicht nur beruflich, sondern auch privat gewesen zu sein. Eine Frau mit hohem Wissensdurst und klaren akademischen Ambitionen. „Sie war keine Main-Stream-Persönlichkeit“, sagt ihre Schwester. 

Schwierigkeiten beim THW?

Sozial habe ihre Schwester keine Probleme gehabt. Sie hatte einen großen Bekanntenkreis, verstand sich gut mit ihrer Mutter. Für Dezember 2024 sei sogar eine gemeinsame Kreuzfahrt geplant gewesen. Doch die Schwester bestätigt auch, dass es Schwierigkeiten beim THW gab.

Anfangs sei sie sehr begeistert gewesen. „Wir waren schon als Kinder sehr technisch unterwegs“, sagt die Schwester. Bei dem Großvater in der Werkstatt hätten sie an Maschinen herumgeschraubt. Bei ihrer Schwester mündete das Interesse später in ihrem Ehrenamt beim Technischen Hilfswerk in Coburg.

Doch später habe sie zunehmend thematisiert, dass man sie ausbremse, besonders bei Fortbildungen. „Sie hat sogar mit dem Gedanken gespielt, die Ortsgruppe zu wechseln.“

Mord-Prozess Coburg: Wissenschaftlerin Eva Maria getötet
Der Angeklagte am ersten Prozesstag. // Foto: Jonas Christmann

Aussagen des Angeklagten, wonach die Getötete sich sehr direkt, ruppig verhalten habe, kann die Schwester nicht bestätigen. „Meine Schwester war Wissenschaftlerin, sie war sachlich, genau.“ Manchmal sei sie nicht gut darin gewesen, den sozialen Nerv von jedem zu treffen, aber das gehe ja allen mal so.

Doch wie hat Eva-Maria H. gestritten? Fragt sich Staatsanwalt Gillot. „Sehr sachlich“, sagt die Schwester. Könne sie sich vorstellen, dass ihre Schwester jemanden anlasslos beleidigt, auf Aussehen herumreitet? „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt sie. 

Die Einschätzung wird durch die Aussagen eines Ex-Partners gestützt, mit dem Eva-Maria H. bis 2023 zusammen war. „Eva mochte es, klare Aussagen zu treffen“, sagt er. Sie sei aber stets respektvoll gewesen. „Sie hat viel Wert auf Gleichberechtigung gelegt und den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.“ 

So geht die Familie damit um 

Als die Schwester Anfang Dezember erfuhr, dass Eva-Maria H. nicht zur Arbeit erschienen war, habe sie sofort geahnt, dass etwas nicht stimmen konnte. „Meine Schwester war so pflichtbewusst – manchmal fast übergenau. Da war mir sofort klar: Entweder liegt sie im Krankenhaus und ist im Koma oder sie lebt nicht mehr.“ Es entsprach nicht ihrem Wesen, sich ohne Abmeldung von der Arbeit fernzuhalten. Zunächst hatten wohl Kolleginnen und Kollegen bemerkt, dass sie bereits den zweiten Tag in Folge nicht zur Arbeit gekommen war und sich darüber gewundert.

Mord-Prozess Coburg: Wissenschaftlerin Eva Maria getötet
Der Angeklagte am ersten Prozesstag. // Foto: Jonas Christmann

Für die Familie von Eva-Maria H. ist der Verlust und alles, was damit einhergeht, auch die mediale Berichterstattung, schwer zu verarbeiten. „Wir wissen eigentlich alle nicht, wie wir damit umgehen sollen“, schildert die Schwester. Auch das Verhalten des THW, die eine Trauerfeier am offenen Sarg veranstalten wollten, habe sie gestört. 

Auch an der Familie des Angeklagten geht die Tat nicht spurlos vorbei. Der Schwiegervater von Alexander G. schildert: „Als Familie haben wir sehr geweint, um das, was er getan hat, um das, was es auch mit ihm gemacht hat und mit seiner Frau.“ Nie hätten sie mit so etwas gerechnet, sagt der Schwiegervater, der Alexander G. seit 2013 kennt. 

Am Nachmittag endet der erste Prozesstag. Der Saal leert sich. Obwohl die Verhandlung für drei Stunden unterbrochen war, sind viele um 13 Uhr wiedergekommen. Die Tat beschäftigt Coburg. Weiter geht der Prozess am 10. September um 9 Uhr. 

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