„Im Moment funktioniert eigentlich noch gar nichts.“
Das sagte Praxismanager Thomas Herold Ende Januar. Die Allgemeinarztpraxis seiner Frau Swetlana Herold in Rödental ist eine der 230 Praxen in Deutschland, die die elektronischen Patientenakte seit 15. Januar testen.
1700 ePA angelegt
Mittlerweile ist die Situation eine andere. „Stand jetzt, haben wir gut 1700 ePA angelegt und die massiven Probleme beim Anlegen der ePA vom Anfang des Jahres sind bis auf täglich ein bis zwei kleine Verbindungsprobleme weg. Es ist jetzt schon Routine für uns und stellt keine Probleme mehr da“, sagt Herold. Da die Rödentaler Praxis immer noch als Pilotpraxis in der TI-Modelregion Franken und nun auch im Arbeitskreis direkt bei der Gematik dabei ist, wird die ePA weiterhin auf Probleme und Fehler bis ins kleinste Detail getestet.
Laborwerte eingelesen
Auch die ersten aktuellen Laborbefunde wurden auf Wunsch von einigen Patienten in die ePA eingestellt. „Momentan erarbeiten wir einen Ablaufplan, um nicht größere Verzögerungen in den täglichen Praxisalltag zu bekommen. Dies werden wir aber die nächsten zwei Wochen gelöst und umgesetzt haben“, ist der Praxismanager überzeugt. Wenn der Patient immer aktuelle Laborwerte in seiner ePA zum Facharzt oder ins Krankenhaus mitbringt, könne man gut den Mehrwert der ePA sehen.
Software zu teuer
„Leider können wir erstmals die nächsten Monate keine EKG-Befunde wegen einer veralteten Schnittstellen-Software in die ePA einstellen. Um das Problem zu lösen, müssten wir für über 3.000 Euroeine neue Software kaufen. Dies ist bei 1,86 Euro pro Patient im Quartal für die Einstellung von Befunden in die ePA betriebswirtschaftlich nicht umsetzbar“, gibt Herold zu Bedenken. Es werde noch ein gutes Jahr dauern. So lange müssten sich die Patienten noch gedulden.
Der Facharzt oder das Krankenhaus hätten hier einen großen Vorteil, da diese mit dem Arztbriefversand über den KIM-Dienst und dem gleichzeitigen Setzen von nur einem Häkchen, diesen Bericht in die ePA einstellen können.
Juristische Fragen klären
Auch juristische Fragen müssten noch besser von der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen vor dem offiziellen Start am 1. Oktober geklärt werden, damit die ePA bei allen Ärzten Einzug in den täglichen Versorgungsalltag hält.
Mit Emmi Zeulner war auch schon die erste interessierte Bundestagsabgeordnete von der CSU in der Rödentaler Praxis und hat sich ein Bild von der ePA gemacht.












