Der fränkisch-thüringische Klinikverbund Regiomed stellt sich derzeit organisatorisch neu auf. Unter anderem werden die vier Gesellschafter künftig wieder selber für ihre Krankenhäuser in Coburg und Neustadt bei Coburg, in Sonneberg, in Lichtenfels und in Hildburghausen verantwortlich sein.
Nichtsdestotrotz können die einzelnen Häuser aber auch weiterhin vom Regiomed-Verbund als solches profitieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die „Technologie-Partnerschaft“, die Regiomed bereits im April 2023 mit Siemens Healthineers und Dräger eingegangen ist. Diese ist auf eine Dauer von zehn Jahren angelegt und lässt sich laut einer Regiomed-Pressemitteilung wie folgt beschreiben: „Siemens Healthineers übernimmt die Gesamtverantwortung für die Bereitstellung und Bewirtschaftung der gesamten bildgebenden Medizintechnik eingeschlossen der Ultraschall-Geräte sowie die Bewirtschaftung der Biomedizin über Dräger.“
Spektakulärer Transport nach Coburg
Diese Technologie-Partnerschaft umfasst innerhalb des Regiomed-Konzerns alle Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren, Rehakliniken und Seniorenwohnheime in Bayern und Thüringen. In der Pressemitteilung wird auch aufgelistet, was in diesem Rahmen in den nächsten Jahren alles angeschafft und geliefert werden soll: drei Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT), fünf Computertomographen (CT), sieben Angiographie-Anlagen, sechs fahrbare Röntgensysteme, drei ortsfeste Durchleuchtungsgeräte, 17 fahrbare Durchleuchtungsgeräte sowie 100 Ultraschallsysteme.
Ein erster MRT-Scanner ist jetzt bereits geliefert worden. Und der alleine schon der Transport zum Klinikum nach Coburg war spektakulär.
Dieser MRT-Scanner soll unter anderem die Qualität in der bildgebenden Diagnostik am Regiomed-Klinikum in Coburg erhöhen. Zwei Chefärzte freuen sich ganz besonders, das neue Gerät für ihre Abteilungen nutzen zu können.
Brustkrebs frühzeitig erkennen
Zum einen Dr. Rudolf Bartunek, Chefarzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum Coburg, der das gesamte Spektrum der traditionellen MRT sowie die MR-gestützte Gewinnung von Gewebeproben (Biopsien) anbietet, zum Beispiel zur Erkennung von Brustkrebs. Zum anderen Dr. Christian Mahnkopf, Chefarzt II. Medizinische Klinik Kardiologie – Angiologie Klinikum Coburg. Ein noch unbekanntes Gebiet in der Lehre vom Herzen, dass aber laut Regiomed-Pressemitteilung in Coburg bereits seit 15 Jahren erfolgreich angewandt werde, sei nämlich der Einsatz der Magnetresonanztomographen auch in der Kardiologie.
Das neue Siemensgerät kommt laut Regiomed-Pressemitteilung mit Hilfe künstlicher Intelligenz zu schnelleren Untersuchungszeiten, da es viele zeitaufwendige Arbeitsschritte automatisiert. So trage die Bio-Matrix-Technologie dazu bei, die MR-Bildgebung noch konsistenter und robuster zu machen, ungewollte Abweichungen bei den Untersuchungsergebnissen zu reduzieren und direkt beim ersten Scan standardisierte und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen. Wie Regiomed weiter erklärt, ermögliche die Technologie zum Beispiel die Akquisition der Herzfunktion und dynamische Leberaufnahmen bei freier Atmung. Dadurch könnten MR-Untersuchungen auch für Patienten zugänglich werden, die Probleme haben, den Atem anzuhalten.
Neuer MRT-Scanner: Technische Daten
Der neue MRT Scanner ist 1,57 Meter lang ist, benötigt 28 Quadratmeter Platz und wiegt 4,2 Tonnen. Kurios: Um den Koloss ins Gebäude zu bringen, waren sogar Umbaumaßnahmen erforderlich. Der Anschaffungspreis für den MRT-Scanner liegen nach Angaben von Henrik Rutenbeck von der Regiomed-Unternehmenskommunikation bei 1,5 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolge aber über einen Leasingvertrag, der im Rahmen der Technologie-Partnerschaft ebenfalls mit Siemens Healthineers geschlossen wurde. Und, ebenfalls spannend: Das Gerät gilt als sehr langlebig und wird deshalb laut Rutenbeck eines Tages auch mit in den Neubau des Klinikums auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Coburg umziehen.
Sven Hendel, Krankenhausdirektor des Regiomed-Klinikums Coburg, wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Für uns ist es ein deutlicher Schritt in die Zukunft der modernen Patientenversorgung und auch nur ein Beispiel dafür was in diesem Jahr und auch noch in den Folgejahren an Medizintechnikverbesserung erfolgen wird.“
Rudolf Bartunek erklärt: „Das neue MRT erleichtert nicht nur den Patienten die Untersuchung, auch die Ärzte und Medizintechnischen Assistenten können zügiger arbeiten, da viele Extraschritte wie das Anbringen eines EKGs oder Atemgurts wegfallen, sondern vom MRT selbstständig erkannt werden.“
Christian Mahnkopf ergänzt: „Mit dem Einsatz des neuen MRT ist das Team des Klinikums Coburg auf dem neuesten Stand der bildgebenden Technik und kann den Patienten so, auch nach seinem Anspruch, stets die beste medizinische Versorgung bieten. Auch in der Kardiologie haben wir jetzt noch bessere Möglichkeiten verwendbare Bilder eines bewegenden Organes zu produzieren.“
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