Die Haba-Familygroup befindet sich seit Mitte September in einem sogenannten vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Grob gesagt bedeutet das: Mit Hilfe auch von externen Beratern soll das Unternehmen neu aufgestellt werden. Zentraler Dreh- und Angelpunkt dieser geplanten Neuausrichtung ist ein „Zukunftspakt 2030“.
Dieser Zukunftspakt sieht einige schmerzhafte Einschnitte vor. Neben dem „Aus“ für die Marke Jako-o ist dies vor allem ein massiver Personalabbau. Die Belegschaft, die derzeit rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfasst, soll auf etwa 1000 verkleinert werden.
Am Dienstag (14. November 2023) hat die Haba-Familygroup mitgeteilt, dass derzeit mit dem Gesamtbetriebsrat über den Zukunftspakt verhandelt werde – und dass eine Einigung „kurz bevorstehe“. Mario Wilhelm, der Geschäftsführer der Haba-Familygroup, zeigt sich laut Pressemitteilung „zuversichtlich“, dass bis Anfang Dezember eine Einigung über die Neuausrichtung des Unternehmens erzielt werden könne.
Insolvenzverfahren: Eröffnung im Dezember erwartet
Was zunächst einmal erfreulich klingt, hat aber auch eine traurige Kehrseite. Denn eine Zustimmung des Gesamtbetriebsrats zum Zukunftspakt ist eine wichtige Voraussetzung dafür, damit– möglicherweise zum 1. Dezember – das offizielle Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet werden kann. Und das wiederum hätte zur Folge, dass mit der Umsetzung des Sanierungskonzepts begonnen wird. Sprich: Anfang Dezember könnten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kündigungen erhalten.
In den vergangenen Monaten hatte die Haba-Führung immer wieder darauf hingewiesen, dass diese schmerzhaften Maßnahmen erforderlich seien, um das Gesamtunternehmen retten zu können. Ziel sei es, die Haba-Familygroup „langfristig auf solide finanzielle Füße zu bringen“.
Im Zuge des vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung hat das Amtsgericht Coburg den Insolvenz- und Sanierungsexperten Martin Mucha zum Generalbevollmächtigten der Haba-Familygroup bestellt. In der Pressemitteilung vom Dienstag wird Martin Mucha mit den Worten zitiert: „Die Eigenverwaltung macht gute Fortschritte. Wir kommen mit unseren Themen sukzessive gut voran und sind im Zeitplan.“ Und er betont auch ausdrücklich: „Wir erhalten im Sanierungsprozess sehr gute Unterstützung von der Belegschaft.“
Der „Zukunftspakt 2030“ sieht außer einem „Aus“ für die Marke Jako-o auch die Aufgabe des Produktionsstandorts in Eisleben (Sachsen-Anhalt) vor. Stattdessen will sich die Haba-Familygroup künftig auf ihre Marken Haba und Haba Pro konzentrieren. Während unter dem Label „Haba“ vor allem Spiele entwickelt und hergestellt werden, produziert Haba Pro (ehemals Wehrfritz) Schul- und Kindergartenmöbel.
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