Die Sprecherstimme ist ruhig und kräftig. Sie ist beinahe so präzise, dass man vermutet, hier war künstliche Intelligenz am Werk. Aber sie ist echt. Vor allem Besucher des Coburger Landestheaters kennen diese sicherlich. Die Stimme gehört Schauspieler Nils Liebscher.
Die Veste feiert in diesem Jahr ihr Jubiläum zum 800-jährigen Bestehen. Darum blicken die Kunstsammlungen in einem vierminütigen Video auf ihre lange Historie – mit 3D-Animationen und der Stimme von Liebscher. Er erzählt die Entwicklung der Festung, von der einstigen Propstei, des Klosters Saalfeld, über Martin Luther, dem 30-jährigen Krieg bis hin zum Ausflugsziel für Touristen, das sie mittlerweile ist.
Neue Baubefunde kristallisieren das Bild der Veste Coburg
Er habe schon öfters etwas für uns eingesprochen, sagt Cornelia Stegner, die Pressesprecherin der Kunstsammlungen über Liebscher. „Zum Beispiel die Hörstationen zum Dreijährigen-Krieg oder den Kinder-Audio-Guide.“ Und auch das Video an sich ist nicht neu. Die erste Variante gab es bereits zur Coburger Landesausstellung im Jahr 2017, sagt Stegner. Weil inzwischen Forscher neue, grundlegende Erkenntnisse über die Baugeschichte erhoben hätten, gibt es eine überarbeitete Version. „Die Veste ist wie eine Zwiebel“, sagt sie. Es seien immer neue Schichten dazu gekommen.
„Pünktlich zum 800-jährigen Bestehen und der damit verbundenen Sonderausstellung entstand eine neue Filmsequenz, um drei Bauphasen ergänzt“, schreibt die Firma „ArchimediX“ auf ihrer Webseite, die das Video produziert und überarbeitet hat. Nach eigenen Angaben spezialisiert sie sich auf die Visualisierung historischer und zeitgenössischer Lebensräume und Bauwerke.
Was kostet so eine 3D-Visualisierung?
„Bilder sagen mehr als tausend Worte“, sagt Pressesprecherin Stegner. Das Vorgängervideo habe etwa 28.300 Aufrufe erzielt. „Das ist schon ziemlich gut, finde ich.“ Die aktuelle Version liegt mit 930 noch weit dahinter (Stand: 5. August 2025). Bei der Nachfrage, was so ein aufwendig erstelltes Video eigentlich kostet, hält sich Stegner zurück. Hierzu macht sie keine Angaben. Da es sich um eine Bearbeitung bereits vorhandenen Materials handele, „macht es keinen Sinn, von eigenen Erstellungskosten zu sprechen“. Und wie sieht es mit neuen Videos aus? „Im Moment sind keine weiteren geplant“, sagt Stegner. Aber wenn es wieder eines geben sollte – beispielsweise zum nächsten Veste-Jubiläum, dann ist vielleicht auch wieder die Stimme des Schauspieles Nils Liebscher gefragt.












