Möglicherweise hat sich Bernd Vorjans das genauso gewünscht zu seinem Antritt als neuer kaufmännischer Direktor des Landestheaters. Denn die Auslastung der Ausweichspielstätte „Globe“ ist traumhaft. „Wir hatten den besten Januar seit – ja, eigentlich seit ich die Zahlen sehe“, sagt die stellvertretende kaufmännische Direktorin, Sonja MacClain. „99 Prozent. Und nicht nur im Januar, eigentlich seit dem Beginn des Betriebs im Globe.“
Bernd Vorjans, der am Donnerstag vorgestellt wurde, kommt also als neuer kaufmännischer Leiter in eine turbulente Zeit, in der wahrscheinlich viel passieren wird. Aber eben auch in eine erfolgreiche. Vorjans kommt aus Frankfurt an der Oder nach Coburg. Dort war er zuletzt Geschäftsführer der Messe und Veranstaltungs GmbH. „Das klingt vielleicht nicht sehr nach Kulturbetrieb“, sagt Vorjans. Aber er sei auch dort zu hauptsächlich für das Theater zuständig gewesen und für die Konzerthalle. Aber auch für das Messgelände und Stadtmarketing sowie Tourismus. „Ich habe mich auch immer als Vertreter der Stadt gesehen, in der ich gearbeitet habe.“ Und das, glaubt er, sei in einer Stadt wie Coburg besonders wichtig.
Dabei – im ersten Moment sei er schon ein wenig „geschockt“ gewesen, dass er als Direktor die Fertigstellung des Theaters nicht mehr erleben werde, sagte Vorjans. „Ich bin jetzt 63, nach dem regulären Rentenalter hätte ich sicher noch Lust, weiterzumachen. Aber ich bin nicht der, der jetzt die kommenden 20 Jahre hier sein kann.“ Gleichzeitig sehe er das Landestheater als eine große Herausforderung. „Ich war schon überrascht, als ich das Haus gesehen habe und den Zustand, in dem es ist. Der ist nicht gut. Gleichzeitig war ich umso mehr beeindruckt, dass hier bis zuletzt ein Mehrspartenbetrieb aufrechterhalten wurde.“ Jetzt böte aber die anstehende Sanierung viele Möglichkeiten, Dinge zu ändern, die den künstlerischen Betrieb erschwert hätten. „Proberäume, Sanitär, Technik, das sind alles Sachen, die angegangen werden müssen.“
Wenn Bayern denn auch wie besprochen mitmache – OB Dominik Sauerteig nutzte die Vorstellung des neuen Direktors, um noch einmal zu sagen: „Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt muss der Freistaat seine Planung vorlegen.“ Die habe, das sei ihm aber versichert worden, hohe Priorität.
Aber wie ist der neue Direktor des Landestheaters überhaupt auf Coburg gekommen? Antwort: Weil er Coburg schon kannte. So wie viele Menschen in Deutschland Coburg eben kennen. „Na ja, wegen Versicherungsangelegenheiten“, sagt Vorjans. „Und wegen der Adelsgeschichte.“ Dann habe er am Rande eines Besuchs bei den Festspielen in Bayreuth einen Abstecher in die Vestestadt gemacht und sei begeistert gewesen. „Und dann habe ich die Ausschreibung gesehen …“
Ach ja, die Bratwurst. Auch dazu musste Vorjans bei seiner Vorstellung etwas sagen. Generell sei er schon einmal ein „Bratwurstfan“. Und die Coburger, über Zapfen gegrillt, sei etwas ganz Besonderes. Allerdings sei der Start ein wenig holprig gewesen. „Meine erste Coburger Bratwurst habe ich gegessen, da war ich eines Tages sehr früh auf dem Markt. Ich hatte den Eindruck, die war noch nicht ganz durch. Jedenfalls hatte ich ziemlich Mühe, mich nicht mit Fett zu bekleckern.“ Aber der zweite Versuch habe dann gesessen. „Die habe ich auf dem Weihnachtsmarkt gegessen, die war spitze.“













