Der Theaterbetrieb im Globe Coburg läuft bislang bestens. Doch eigentlich handelt es sich bei dem Rundbau auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ja lediglich um eine Interimsspielstätte. Sprich: Irgendwann soll es wieder zurück ins Theatergebäude am Schlossplatz gehen – vorausgesetzt, es klappt mit der Sanierung, die aber wohl sehr teuer wird.
Für die Sanierung des Landestheaters
Die beiden FDP-Stadträte Michael Zimmermann und Hans-Heinrich Eidt sind jetzt mit einigen Vorschlägen an die Öffentlichkeit gegangen, wie eine Sanierung des historischen Theatergebäudes vielleicht deutlich günstiger werden könnte. Denn: „Auch wenn wir grundsätzlich die Renovierung unseres Landestheaters als bestimmende Institution der Kultur in Coburg befürworten, müssen die Kosten dieser Renovierung in einem Rahmen gehalten werden, den die Stadt angesichts vielfältiger wichtiger Ausgaben bei derzeitiger Verknappung der Finanzmittel einhalten kann.“
Globe auch in Zukunft nutzen
Bei den Vorschlägen zur Einsparung geht es unter anderem darum, auch künftig das Globe zu nutzen – und zwar sowohl für die Verwaltung als auch für einen Teil des Spielbetriebs.
Bislang ist geplant, dass neue Verwaltungsräume fürs Theater im Palais Kyrill geschaffen werden. Die beiden FDP-Politiker schlagen vor, darauf zu verzichten. Denn die Ertüchtigung des Palais Kyrill sei sehr teuer und werde vom Freistaat mit nur 25 Prozent bezuschusst.
Wohin mit der Verwaltung?
Die gesamte Verwaltung des Landestheaters könnte stattdessen in den Nebengebäuden des Globe untergebracht werden, so Zimmermann und Eidt. Denn: „In der heutigen Zeit muss die Verwaltung nicht unbedingt unmittelbar am Ort des Geschehens sitzen. Eine moderne Datenübertragung ermöglicht ohne weiteres, die Verwaltungsarbeiten auch extern anzusiedeln. Damit könnten Kosten für Verwaltungsräume im Haupthaus vermieden werden.“
Was den künftigen Spielbetrieb betrifft, verweisen Zimmermann und Eidt darauf, dass im Globe bislang vor allem die Akustik sehr gelobt werde. Diese sei deutlich besser als im „alten Haus“.
Drei-Sparten-Theater in Coburg erhalten
Zwar sollte das Landestheater Coburg als Drei-Sparten-Theater erhalten bleiben. Doch das Musiktheater könnte dauerhaft im Globe stattfinden. Dadurch wären dann weitere Einsparungen bei der Sanierung im alten Haus möglich.
Schäden am Dach beheben
Was im alten Haus aber unbedingt in Ordnung gebracht werden müsse, seien die Schäden am Dach. Gleiches gelte für die gesamte Technik und alles, was hinter der Bühne saniert, renoviert und repariert werden müsse und selbstverständlich auch für notwendige Brandschutzeinrichtungen oder Umkleide- und Aufenthaltsräume. Ob aber zum Beispiel wirklich die Drehbühne ausgebaut und erneuert werden müsse, sei zu prüfen.
Außerdem schreiben Zimmermann und Eidt: „Die Forderung nach einer Probebühne ist sicher gerechtfertigt. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese zwingend im oder am Haupthaus am Schlossplatz eingerichtet werden muss. Hierfür kann bei entsprechender Organisation künftig zweifellos auch die Bühne des Globe genutzt werden.“
Und weiter: „Ein Fahrstuhl vom Parkett zu den oberen Rängen wäre wünschenswert. Bei den Überlegungen zu einer Schlossplatztiefgarage wurde jeweils auch ein Fahrstuhl vorgesehen, der aus der Tiefgarage durch das Foyer bis in die Ränge führen sollte. Dies erschien sinnvoll. Bevor nun aber ohne Tiefgarage umfangreiche und kostspielige Eingriffe für einen Fahrstuhl in diesen Altbau erforderlich werden, sollte auch diese Verbesserung auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls abgelehnt werden. Um dennoch schwer gehbehinderten und älteren Menschen die Treppenstufen in die Ränge zu ersparen, wäre ein Vorschlag, im Parkett die hinteren Plätze unter dem ersten Rang gegebenenfalls mit großzügigeren Durchgängen und etwas höher gelegten Sitzen auszugestalten und dort eventuell einige Plätze für Rollstuhlfahrer bereitzustellen. Gegebenenfalls könnten auch im Parkett neben den Stuhlreihen Plätze für Rollstuhlfahrer vorgesehen werden. Die unvermeidbaren Stufen vom Schlossplatz zum Foyer und von dort zum Parkett müssten dann mit Rampen überwunden werden, falls nicht ein Seiteneingang behindertengerecht ausgestattet werden kann. Ergänzend sollten dann auch im Parterre bisher nicht vorhandenen Behindertentoiletten vorgesehen werden. Gehbehinderte, die dennoch im ersten oder zweiten Rang Plätze haben wollen, müssten dann eben die Treppen in Kauf nehmen. Alle Räume vor der Bühne, also Eingang, Foyer, Garderoben, Treppenhäuser, Spiegelsaal und Zuschauerraum müssen unserer Meinung nach nicht grundlegend saniert werden. Die optischen Schäden an den Wänden, die abgegriffenen Türen, beschädigten Fensterrahmen, abgeblätterten vergoldeten Wandteile usw. können durch einfache Malerarbeiten behoben werden. Selbst die Bestuhlung müsste nicht unbedingt verändert werden, auch wenn an verschiedenen Sitzplätzen der Fußraum zu eng ist. Die Brüstungen in den Rängen sind nach heutigen Maßstäben und Vorschriften sicher zu niedrig. Da es sich aber um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, könnten diese beibehalten werden. Ob es sinnvoll ist, etwa durch ein schmales Geländer die Absturzsicherungen zu verbessern, sollte geprüft werden. Die vermutlich unvermeidbaren Säulen im ersten Rang muss man ja auch akzeptieren.“
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