Ein Transvestit in Strapsen, ein unbeflecktes Spießer-Paar und ein hinreißender Jüngling – das sind die Protagonisten der schrägen, sexbeladenen und auch zum Teil brutalen Sciences-Fiction-Geschichte – bekannt als die „Rocky Horror Show“. Eine Geschichte über den Verlust von Hemmungen und den Wunsch, einfach mal alle Verrücktheit auszuleben.
Uraufführung in London
Entsprungen aus der Feder von Richard O’Brien und 1973 in London uraufgeführt, geht es in dem Musical beziehungsweise Grusical um das frisch verlobte Paar Brad und Janet. Die beiden werden in ihrem Auto von einem Gewitter und einem platten Reifen überrascht und suchen Hilfe in einem Anwesen im Wald. Dort treffen sie auf den Herrn des Hauses, Frank N. Furter, einem sexsüchtigen Transvestiten aus Transsilvanien. Das Paar wird eingeladen, bei einem besonderen Ereignis dabei zu sein, denn Dr. Frank N. Furter stellt eine neue, von ihm geschaffene Kreatur vor – Rocky.
Alle lieben Rocky – Rocky liebt alle
Als ideales Lustobjekt geschaffen, entfesselt Rocky nicht nur die Leidenschaft von Frank N. Furter, sondern auch von Janet. Brad wiederum wird von Frank N. Furter verführt. Eine verstörende Nacht beginnt.
Ein böses Märchen, angelehnt an den Sündenfall von Adam und Eva, so beschrieb Schöpfer Richard O’Brien sein Stück. Damit gerechnet, dass es Kult werden soll, hat er nicht. Doch 50 Jahre später begeistert es immer noch Massen – aus mehreren Gründen. Als es in den 1970ern entstand, waren die zentralen Themen wie Sex und Homosexualität noch stark tabuisiert.
Skandal! Ein Mann in Strapsen!
Dass ein Mann in Strapsen auf der Bühne steht, war skandalös, aber auch revolutionär. Die Freiheit, Sehnsüchte zu erkunden und Verrücktheit auszuleben, ist ein Faktor, der das Musical so beliebt macht. Die mitreißende Musik („Time Warp“!) und der Fakt, dass die Verfilmung aus dem Jahr 1975 die Geschichte der breiten Masse zugänglich machte, runden das immergrüne FANomen „Rocky Horror Show“ ab.
Auch als Film erfolgreich
Übrigens: Die „Rocky Horror Show“ wurde auch erfolgreich verfilmt. Dabei spielte Tim Curry die Hauptrolle des Frank N. Furter. Wichtig: Der Filmtitel enthält noch das Wörtchen „Picture“ zwischen „Rocky Horror“ und „Show“.
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