0
Entscheidung gefallen
Bäckerei in Coburg schließt für immer
Bäckerei in Coburg schließt für immer
Bäckerei in Coburg schließt für immer // Oliver Schmidt
Coburg – Die Filiale der „Drei Ähren Bäckerei“ in der Mohrenstraße in Coburg ist seit mehreren Wochen geschlossen. Jetzt ist klar: Der bisherige Betreiber wird sie auch nicht mehr öffnen.

Update vom 22. Dezember 2023, 14 Uhr:

Aus für Bäckerei in Coburg

Nun ist es Gewissheit: Die Filiale der „Drei Ähren Bäckerei“ in der Mohrenstraße 29 in Coburg wird nicht mehr öffnen. Die Hinweisschilder, wonach die Bäckerei lediglich „vorübergehend" geschlossen sei, wurden jetzt ausgetauscht. Nun steht da zu lesen: „Bäckerei-Filiale zu vermieten“. Und zwar „mit kompletter Einrichtung, Sitzplätzen und Klima-Anlage“. Angegeben ist noch dazu eine Coburger Telefonnummer.

Ein mögliches Ende der Coburger Filiale hatte Michael Schlüter, der Inhaber der Thüringer „Drei Ähren Bäckerei“ bereits im November in einem Gespräch mit dem Coburger Tageblatt angedeutet.


Hier der ursprüngliche Artikel vom 22. November 2023:

Bäckerei in Coburg für immer geschlossen?

Seit mehreren Wochen ist die „Drei Ähren Bäckerei“ in der Mohrenstraße 29 in Coburg nun schon geschlossen. Auf einem Aushang an der Tür ist zu lesen, dass dies „krankheitsbedingt“ und auch nur „vorübergehend“ der Fall sei. Doch eine Nachfrage bei Michael Schlüter, dem Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Zella-Mehlis, lässt befürchten, dass die Coburger Bäckereifiliale vielleicht nie wieder geöffnet wird.

Bäckerei wagte sich nach Franken

Zunächst ein Blick zurück: 2015 hatte die „Drei Ähren Bäckerei“ noch ehrgeizige Pläne. Nachdem es bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich Filialen in Thüringen gab, wurde mit dem neuen Geschäft in der Coburger Mohrenstraße erstmals fränkischer Boden betreten. „Es war der Versuch, in diese Richtung weiter zu wachsen“, erklärt Michael Schlüter, der damals aber noch kein Geschäftsführer war. Doch aus verschiedenen Gründen sollte es dauerhaft bei dieser einen Filiale in Franken bleiben.

Die Filiale der „Drei Ähren Bäckerei“ in Coburg ist nun schon seit mehreren Wochen geschlossen.
Die Filiale der „Drei Ähren Bäckerei“ in Coburg ist nun schon seit mehreren Wochen geschlossen. // Oliver Schmidt

2018 kam es dann zu einem Eigentümerwechsel bei der „Drei Ähren Bäckerei“. Michael Schlüter übernahm und bekam es schon bald mit der großen Herausforderung der Corona-Pandemie zu tun. Irgendwelche weiteren Expansionspläne in Franken waren da schon lange kein Thema mehr.

Jetzt, da zwar Corona überstanden ist, sieht sich das Unternehmen aber mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert. Allen voran nennt Schlüter die Suche nach Personal.

Viele Filialen in Suhl und Zella-Mehlis

Auf Thüringer Seite lässt sich das oft noch durch das Hin- und Herschieben von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lösen: So gibt es ja alleine in Suhl vier Filialen sowie eine im direkt benachbarten Zella-Mehlis (plus weitere in Schleusingen, Meiningen und Hildburghausen).

Weiter Weg nach Coburg

Bei Coburg als „Randfiliale“, wie es Michael Schlüter nennt, sei das schon schwieriger. Salopp gesagt: Es ist einer Verkäuferin kaum zuzumuten, von Zella-Mehlis mal eben in die 60 Kilometer entfernte Filiale nach Coburg zu fahren. Um so schwerer wiegt jetzt ein krankheitsbedingter Personalausfall, auf den mit dem besagten Aushang in der Mohrenstraße hingewiesen wird.

Die Coburger Filiale der „Drei Ähren Bäckerei“: Dieses Schild hängt nun schon seit mehreren Wochen an der Eingangstür in der Mohrenstraße.
Die Coburger Filiale der „Drei Ähren Bäckerei“: Dieses Schild hängt nun schon seit mehreren Wochen an der Eingangstür in der Mohrenstraße. // Oliver Schmidt

Doch die „Randfiliale“ bringt noch weitere Herausforderungen mit sich. So befindet sich auch die Produktionsstätte der „Drei Ähren Bäckerei“ nun einmal in Zella-Mehlis. „Das ist logistisch nicht ganz einfach“, sagt Michael Schlüter, der Coburg trotzdem noch nicht ganz aufgeben möchte: „Wir versuchen es wieder hinzubekommen – aber es sieht schwierig aus.“ Zugleich lässt er durchblicken, gesprächsbereit zu sein, wenn sich ein Interessent zur Übernahme der Filiale melden würde.

Lesen Sie auch:

 

Inhalt teilen
  • kopiert!