Update vom 3. Februar, 15.30 Uhr:
Retter fürs Klassik-Open-Air gesucht
Der Bericht von coburger-tageblatt.de und Coburger Tageblatt über das Aus für das Klassik-Open-Air im Rosengarten sorgt am Wochenende für sehr viel Gesprächsstoff in der Vestestadt. Unter anderem wird auch über Möglichkeiten diskutiert, das beliebte Event vielleicht doch noch zu retten.
Viele Hintergründe zu den Reaktionen und den möglichen Lösungsvarianten lesen Sie hier:
Hier der ursprüngliche Artikel vom 2. Februar:
Aus fürs Klassik-Open-Air im Coburger Rosengarten
Auf der Internetseite der Stadt Coburg wurde das Event noch am Freitagmittag wie folgt beworben: „Genießen Sie hochkarätige Klassik in einer entspannten, ganz besonderen Atmosphäre!“ Als Termin für das diesjährige Klassik-Open-Air wird der Samstag, 29. Juni, genannt - Beginn: 20.30.
Strikter Sparkurs der Stadt Coburg
Doch seit Donnerstagabend steht fest: Es wird in diesem Jahr kein Klassik-Open-Air geben! Auch die weitere Zukunft dieser beliebten Veranstaltung, bei der das Philharmonische Orchester des Landestheaters „umsonst und draußen“ ein Konzert gibt, ist völlig offen.
Hintergrund der unpopulären Maßnahme ist ein strikter Sparkurs, den sich die Stadt Coburg auferlegt hat. Sowohl innerhalb der Verwaltung als auch bei zwei sehr langen Sondersitzungen des Stadtrats wurde zuletzt nach Einsparpotenzial gesucht. Das der Verwaltung durch einen Gremienbeschluss vorgegebene Ziel lautete, dass in allen Ämtern und Fachbereichen die Kosten um 10 Prozent gesenkt werden sollen. Lange Zeit sah es so aus, als ob auf diese Weise keine einzelnen Projekte komplett gestrichen werden müssen. Seit diesem Donnerstag steht nun aber fest, dass dem nicht so ist.
Diskussion in nicht-öffentlicher Sitzung
Der Coburger Stadtrat tagte nicht-öffentlich. Anders als sonst manchmal üblich wurde die Vertraulichkeit auch im Nachgang (noch) nicht aufgehoben. Das bedeutet: Offiziell dazu äußern darf sich zum jetzigen Zeitpunkt niemand.
So kam es zum Aus fürs Klassik-Open-Air
Dem Coburger Tageblatt wurde allerdings aus gleich mehreren zuverlässigen Quellen bestätigt, dass in der Sitzung am Donnerstag auch über das Klassik-Open-Air abgestimmt worden ist.
Ergebnis: Mit deutlicher Mehrheit wurde beschlossen, es zumindest 2024 ausfallen zu lassen. Ein Comeback in 2025 oder später erscheint fraglich. Denn die veranschlagten Kosten mit jährlich knapp 40.000 Euro sind beträchtlich. Hinzu kommt, dass beim Klassik-Open-Air keinerlei Einnahmen generiert werden, weil der Eintritt frei ist.
Coburgs größtes Picknick
Genau dieser Umstand, dass das Philharmonische Orchester des Landestheaters ein Mal im Jahr „umsonst und draußen“ zu hören ist, hatte zum großen Erfolg des Klassik-Open-Airs beigetragen. Hinzu kam in den vergangenen fast 20 Jahren ein gewisser Kult-Charakter: Die Veranstaltung entwickelte sich sozusagen zum „größten Picknick von Coburg“. Tausende Menschen kamen mit Picknickkörben und -decken, machten es sich auf der Wiese im Rosengarten gemütlich und lauschten den Klängen des Orchesters. Auffällig war, dass auf diese Weise auch viele junge Menschen an die klassische Musik herangeführt werden konnten.
Im Gegenzug geben Kritiker des Klassik-Open-Airs zu bedenken, dass sehr viel Aufwand - sowohl finanziell als auch organisatorisch - für diesen einen Abend betrieben werden muss. Anders als etwa bei den Open Airs auf dem Schlossplatz wird die Bühne nicht noch für weitere Konzerte oder Veranstaltungen genutzt.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Sponsoren, die das Klassik-Open-Air unterstützen. Anfangs übernahm die Sparda-Bank sogar alle Kosten. Dann stieg die Sparda-Bank jedoch aus.
Zuletzt fungierten die SÜC und die VR-Bank Coburg als Partner der Veranstaltung. Doch letztlich reichten deren Zuschüsse nicht aus, um die hohen Gesamtkosten merklich zu drücken. Deshalb stand das Event auch schon einige Male auf der Kippe, konnte aber trotzdem aufrechterhalten werden. Bis jetzt.
Kürzungen auch beim Samba-Festival
Wie zu hören ist, hat der Coburger Stadtrat am Donnerstag aber nicht nur das Aus fürs Klassik-Open-Air beschlossen. So wurde zum Beispiel auch der städtische Zuschuss fürs Samba-Festival gekürzt. Statt bislang 100.000 Euro gibt es ab dem kommenden Jahr nur noch einen Zuschuss in Höhe von 75.000 Euro, wobei ein Teil dieses Betrags wie bislang aus internen Verrechnungen besteht.
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