Ein Bericht von coburger-tageblatt.de und des Coburger Tageblatts schlägt hohe Wellen in der Vestestadt: Alleine auf der Facebookseite des Coburger Tageblatts gab es zwischen Freitagabend und Samstagmittag bereits mehr als 120 Kommentare und Stellungnahmen zum Aus für das Klassik-Open-Air im Rosengarten. Das Stimmungsbild ist aber durchaus unterschiedlich.
Kritik an Entscheidung
Viele Menschen kritisieren die vom Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung getroffene Entscheidung. Es gibt aber auch Wortmeldungen, in denen Verständnis geäußert wird. Denn: Die Stadt müsse nun einmal sparen, und das Event im Rosengarten schlage ja mit immerhin fast 40.000 Euro für einen einzigen Abend zu Buche.
Ein weiterer Diskussionsstrang beschäftigt sich mit der Frage, warum diese Information überhaupt an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Denn: Das Thema sollte eigentlich noch vertraulich behandelt werden.
Gibt's doch noch eine Rettung?
Andererseits eröffnet die Berichterstattung des Coburger Tageblatts jetzt vielleicht die Möglichkeit, das Klassik-Open-Air doch noch zu retten. Denn: Die am Donnerstag dieser Woche getroffene Entscheidung gilt zwar als wichtig und wegweisend. Zumal sie auch mit einer sehr großen Mehrheit getroffen wurde.
Das endgültige Aus fürs Klassik-Open-Air wäre aber erst mit dem Beschluss des 2024er Haushalts besiegelt. Das ist für die Sitzung des Stadtrats im Februar oder März geplant.
Klassik-Open-Air: So könnte es gerettet werden
In den vielen Kommentaren auf der Facebook-Seite des Coburger Tageblatts finden sich auch mögliche Vorschläge für eine Rettung.
Wir stellen drei Varianten vor, die genannt werden:
1. Fürs Klassik-Open-Air könnte Eintritt verlangt werden
Bislang ist der Eintritt fürs Klassik-Open-Air im Coburger Rosengarten frei. Das bedeutet: Den Kosten von fast 40.000 Euro stehen praktisch keinerlei Einnahmen gegenüber. Das könnte geändert werden, indem künftig ein Eintritt verlangt wird.
Aber: Der Charakter eines spontanen, zwanglosen Events für eine breite Bevölkerungssicht würde dadurch wohl verloren gehen. Außerdem wäre das Aufstellen eines Absperrzauns rund um den Rosengarten mit weiteren Kosten verbunden.
2. Ein Sponsor könnte das Klassik-Open-Air retten
Anfangs wurde das Klassik-Open-Air von der Sparda-Bank bezahlt. Als diese ausstieg, konnten mit der SÜC und der VR-Bank Coburg zumindest zwei kleinere finanzielle Unterstützer gefunden werden. Der Löwenanteil der Kosten bleibt trotzdem an der Stadt Coburg hängen.
Ein neuer Großsponsor könnte die Stadt Coburg von dieser Belastung befreien. Fraglich allerdings, ob sich in der aktuell wirtschaftlich angespannten Zeit ein solcher Großsponsor finden lässt. Zumal es in Coburg ja auch noch viele weitere Events gibt, die unterstützt werden wollen - vom Samba-Festival übers Schlossplatzfest bis zum Open-Air-Sommer.
3. Das Klassik-Open-Air könnte umziehen
So schön der Rosengarten als Location fürs Klassik-Open-Air auch ist: Der Umstand, dass die Bühne lediglich für einen einzigen Abend aufgebaut wird, macht die Sache zusätzlich aufwändig und teuer.
Synergieeffekte könnten hingegen erzielt werden, wenn das Klassik-Open-Air dort stattfindet, wo ohnehin schon eine Bühne steht. Doch egal, ob man deshalb nun an die Kulturfabrik Cortendorf oder den Schlossplatz denkt, wo im Juni und August jeweils Konzerte des HUK-Coburg-Open-Air-Sommers stattfinden: Der ganz besondere Charme des Rosengartens wäre dort nicht zu erreichen.
Picknick auf der Wiese
Beim Klassik-Open-Air im Coburger Rosengarten, das es seit fast 20 Jahren gibt, spielt das Philharmonische Orchester des Landestheaters Coburg. Es werden zwar auch einige Stühle aufgebaut. Doch die meisten Besucher genießen die klassische Musik bei einem zwanglosen Picknick auf der Wiese.
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