0
Spielzeiteröffnung 24/25
Intendant Moss plant Modernisierung des Landestheaters
OB Dominik Sauerteig und neuer Intendant Neil Barry Moss begrüßen das Theaterteam in der neuen Spielzeit.
OB Dominik Sauerteig und neuer Intendant Neil Barry Moss begrüßen das Theaterteam in der neuen Spielzeit. // Julia Scholl
Coburg – Nach nur einem Jahr hat man sich vom Direktorengremium verabschiedet und wieder einen Intendanten an der Spitze. Eine Entscheidung, die nicht unumstritten war. Nun bringt der OB etwas Licht ins Dunkel.

Veränderung liegt in der Luft, als der neue Intendant Neil Barry Moss das Theaterteam zur neuen Spielzeit begrüßt. „Ich arbeite daran, dass es ein Haus für alle ist. Es darf nicht elitär bleiben, wir müssen das auflösen“, betont Moss. Wie er sich das vorstellt und warum man sich vom Modell eines Direktorengremiums verabschiedet hat. 

Mitte Juli überraschte die Stadt Coburg Publikum und auch Presse mit der Ankündigung, nach nur einem Jahr zum Intendantenmodell zurückzukehren. An der Spitze soll nun fortan Operndirektor Neil Barry Moss stehen, der nun zunächst für drei Jahre die künstlerische Verantwortung übernimmt. Eine Entscheidung, die unerwartet kam, da die Bilanz der vergangenen Spielzeit von überaus positiv ausfiel und zumindest nach außen keine Probleme im Direktorengremium kommuniziert wurden, zu dem neben Moss auch Daniel Carter (Musik), Schauspieldirektor Matthias Straub und Ballettchef Mark McClain gehörten.

Details zum Modellwechsel

Bis dato hielten sich der OB und auch der neue Intendant recht bedeckt, was die Gründe für den Wechsel anbelangt. Von Seiten der Stadt sprach man in einer Pressemitteilung von Planungssicherheit angesichts des 200-jährigen Jubiläums des Theaters im Jahr 2027. Eine Ausschreibung der Stelle gab es nicht, dazu ist man aber auch nicht verpflichtet. Bei der Spielzeiteröffnung ließ nun Oberbürgermeister Dominik Sauerteig etwas mehr durchblicken, wie die Entscheidung im Theaterausschuss zustande kam. 

Man habe mit Intendant Bernhard F. Loges im Herbst 2023 eine zentrale Figur verloren, erinnert sich Sauerteig. „Die Entscheidung für ein Direktorengremium hatten wir uns damals nicht leicht gemacht. Es war keine einstimmige Entscheidung“, erläutert er. „Für uns war immer die Frage, ob das Modell sinnvoll und für uns das richtige ist.“ Im Verlauf der Spielzeit sei man deshalb im regen Austausch mit dem Gremium und den Beschäftigten gewesen. Als das Direktorenmodell beschlossen wurde, sei Fritz Frömming, ehemaliger Kaufmännischer Direktor, noch im Haus gewesen. Seit seinem Weggang habe sich die Zusammenarbeit anders entwickelt, sagt Sauerteig.

OB ist zufrieden mit der Entscheidung

Er selbst sei glücklich über die Entscheidung, wieder einen künstlerischen Leiter zu haben: „Für mich gehört in ein Haus unserer Größenordnung und gesellschaftlichen Bedeutung einfach ein Intendant.“ Hintergründe zu den Haltungen der anderen sechs Mitglieder des Verwaltungsausschusses nennt er nicht. Als Vorsitzender sei es seine Aufgabe, die Beschlüsse zu kommunizieren, zu den persönlichen Haltungen im Gremium könne er jedoch nichts sagen.

Neuer Intendant Neil Barry Moss (Mitte) begrüßt das Team.
Neuer Intendant Neil Barry Moss (Mitte) begrüßt das Team. // Julia Scholl

 „Die Spielzeit war fulminant. Wir konnten in diesem Haus Großes schaffen. Doch wir haben auch gemerkt, wo der Schuh drückt“, sagt Neil Barry Moss. Beim neuen Intendanten stehen nun alle Vorzeichen auf Veränderung. „Es gibt seit vier bis fünf Jahren einen Reformationswunsch. Es gibt einfach Prozesse, die nicht mehr zeitgemäß sind“, erläutert er. Ende Oktober wolle er dem Verwaltungsausschuss einen Plan für die Modernisierung vorschlagen, ohne Personal einzusparen. Unter anderem möchte er das Thema Wiederaufnahme von Produktionen vorantreiben. „Warum nicht eine Produktion wiederaufnehmen, die gut ankam. Das ist vernünftig und spart Geld“, sagt er. 

Wer in der Spielzeit 25/26 auf eine Rückkehr einer Gesamtaufführung der Oper „Der Ring des Nibelungen“ (Richard Wagner) hofft, wird wohl enttäuscht. „Das können wir uns einfach nicht leisten“, sagt Moss. Es sei eine Mammutaufgabe, die Ressourcen und alle Sparten für zwei Monate binden würde und das sei auch dem Coburger Publikum gegenüber nicht fair. Das sei auch Musikdirektor Daniel Carter klar gewesen, bevor dieser verlängert habe, bestätigt Moss. „Man kann nicht nur Hochkultur machen“, sagt Moss, auch wenn diese ihm am Herzen liege. 

Spielplan 24/25

Den Auftakt der Spielzeit macht Friedrich Schillers Drama „Don Karlos“, das am 21. September Premiere feiert. Das Musiktheater feiert seine erste Premiere am Samstag, 5. Oktober, mit Puccinis Opern-Triptychon namens „Il trittico“. Das Ballett zeigt am 28. September in der Reithalle „Der Karneval der Tiere“ von Takashi Yamamoto. Mehr Informationen zum Spielplan gibt es hier.

Neuzugänge in der Theaterfamilie

OB Dominik Sauerteig und neuer Intendant Neil Barry Moss inmitten der neuen Team-Mitglieder.
OB Dominik Sauerteig und neuer Intendant Neil Barry Moss inmitten der neuen Team-Mitglieder. // Julia Scholl

Zum Auftakt der Spielzeit wurden insgesamt 40 neue Mitarbeiter aller Abteilungen beim Landestheater begrüßt, die entweder Mitte der letzten Spielzeit dazugestoßen sind, oder zum 1. September angefangen haben. 

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!