Für 170.000 Euro wechselte die Münze am Freitag, 25. September, den Besitzer – und ist damit nach Angaben von Künker die teuerste Reichsgoldmünze, die je versteigert wurde und spricht von einem Weltrekord. Wer sie ersteigert hat, bleibt allerdings ihr Geheimnis.
Mit dem Zuschlag hat sich der Wert der Münze weit über die Erwartungen hinaus entwickelt. Das Auktionshaus hatte den Schätzpreis vorsichtig bei 100.000 Euro angesetzt, das Mindestgebot lag bei 80.000 Euro. Am Ende bezahlte der Käufer 70.000 Euro mehr, als Künker selbst für realistisch gehalten hatte. Auch der bisherige Rekord für diesen Münztyp wurde damit deutlich übertroffen: 2018 hatte genau dasselbe Exemplar bei der Heidelberger Münzhandlung für 135.000 Euro den Besitzer gewechselt. Jetzt kamen noch einmal 35.000 Euro obendrauf.
Ein Sammlerstück mit besonderer Geschichte
Dass ausgerechnet diese Münze so viel Geld einbrachte, überrascht Kenner der Szene wenig. Nur 1000 Exemplare wurden 1872 geprägt – kein anderes Goldstück des Deutschen Kaiserreichs ist seltener. Weil das kleine Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha im Gegensatz zu Bayern, Preußen oder Württemberg nur geringe Stückzahlen prägen durfte, blieben die Münzen selten im alltäglichen Zahlungsverkehr. Stattdessen dienten sie als sogenannte Donative, als repräsentative Geschenke der dynastisch bestens vernetzten Coburger Herzöge. Wo andere mit Blumen erschienen, kamen die Coburger mit einer Goldmünze – ein Umstand, der dafür sorgte, dass viele der wenigen Exemplare außergewöhnlich gut erhalten blieben.
Das nun versteigerte Stück gilt dabei als das beste bekannte Exemplar überhaupt. Die amerikanische Grading-Agentur NGC hatte es mit der Bestnote MS67 als „Top Pop“ ausgezeichnet – eine bessere Bewertung kennt die Institution für diesen Münztyp nicht. „Man kann sagen, es ist die glatte Eins unter diesen Münzen“, hatte Ulrich Künker, Inhaber des gleichnamigen Auktionshauses, das Stück im Vorfeld beschrieben. Verkauft wurde es aus der „Sammlung eines Physikers“, der schon vor der Auktion anonym bleiben wollte – ebenso wie nun der Käufer.
Käufer bleibt anonym
Wer künftig im Besitz der Coburger Münze ist, wird die Öffentlichkeit nicht erfahren. Künker macht dazu grundsätzlich keine Angaben – auch nicht in diesem Fall. Das Auktionshaus begründet die Zurückhaltung mit Sicherheitsgründen: Käuferinnen und Käufer müssten sich darauf verlassen können, dass ihre Identität geschützt wird, um Missbrauch vorzubeugen. Ob die Münze also in einer deutschen oder internationalen Sammlung gelandet ist, bleibt damit ebenso offen wie die Frage, ob sie künftig überhaupt wieder öffentlich zu sehen sein wird.
Starke Gesamtbilanz
Die Coburger Münze war zwar das Highlight, aber nicht das einzige bemerkenswerte Ergebnis der Auktionswoche. Vom 22. bis 25. September versteigerte das Osnabrücker Haus insgesamt 2636 Lose. Die Gesamtschätzung von 4,9 Millionen Euro wurde am Ende deutlich übertroffen: Die Zuschläge summierten sich auf rund 9,1 Millionen Euro – fast das Doppelte der ursprünglichen Erwartung. Auch die Sammlung, aus der die Coburger Münze stammte, ging vollständig weg und erzielte annähernd den doppelten Schätzwert.
Künker selbst führt das Ergebnis auf eine international spürbar hohe Nachfrage nach seltenen und besonders gut erhaltenen Münzen und Medaillen zurück. Ob dahinter, wie das Auktionshaus betont, in erster Linie Sammlerinteresse steht und nicht auch etwas spekulatives Kapital, lässt sich von außen nur schwer überprüfen – zumal Käuferstrukturen naturgemäß im Dunkeln bleiben.










