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Interview
Die Frisur sitzt, der Fasching kann kommen!
Schick machen für Dieter Thomas Kuhn
Schick machen für die nächste Party: Petra Kotterba hilft Stefan Unglaub beim Stylen. // Oliver Schmidt
Coburg – Durch Zufall kam Stefan Unglaub zur Coburger Narrhalla. Jetzt wurde er zu ihrem Präsidenten gewählt. Der 51-Jährige erzählt, wie das passieren konnte – und warum er die Außenministerin liebt.

Stefan Unglaub ist neuer Präsident der Coburger Narrhalla. Damit tritt er die Nachfolge von Thomas Eck an, der 17 Jahre lang an der Spitze des 1981 gegründeten Vereins stand. Mit ihm wurde bei der Wahl an der Hauptversammlung auch das gesamte Präsidium neu besetzt.

Coburger Narrhalla
Prunksitzung der Coburger Narrhalla im Januar 2024: Stefan Unglaub (links) bedankte sich bei Thomas Eck. // Oliver Schmidt

Unterstützt wird der 51-jährige, der hohen Wert auf Teamgeist legt, von zwei Vizepräsidenten, Florian Schmidt und Arne Jülich, sowie Stephan Kessel als „Innenminister“, Marc Holland als „Finanzminister“ und Petra Kotterba als „Außenministerin“. Letztgenannte ist zugleich auch die Lebensgefährtin von Stefan Unglaub.

Vorfreude auf Dieter Thomas Kuhn
Petra Kotterba und Stefan Unglaub sind riesige Fans von Dieter Thomas Kuhn. Hier haben wir sie im Sommer 2024 fotografiert, kurz vor dem Open Air von Deutschlands wohl bekanntester Föhnwelle beim HUK-Coburg-Open-Air-Sommer auf dem Schlossplatz. // Oliver Schmidt

Der neue Präsident möchte zudem so viele Mitglieder wie möglich aktiv in das Vereinsleben einbinden. Und so gibt es neben der tragenden Säule des Vereins, dem Elferrat, auch das erweiterte Präsidium und – ganz neu – eine „Hofstaatskanzlei“.

Das alles wirft Fragen auf, die wir Stefan Unglaub – zum Teil auch mit einem Augenzwinkern – gestellt haben.

Fasching in Coburg
Der neue Narrhalla-Präsident Stefan Unglaub (rechts) hat bereits am 11.11. mal kurz im Rathaus vorbeigeschaut. Der offizielle Rathaussturm erfolgt in Coburg aber erst an diesem Samstag. Mit im Bild, von links: Dritter Bürgermeister Hans-Herbert Hartan, Zweiter Bürgermeister Can Aydin und Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. // Oliver Schmidt

Herr Unglaub, haben Sie sich im Bekanntenkreis schon mal den Scherz erlaubt, dass Sie jetzt mit der Außenministerin zusammen sind?

Zu den besten Entscheidungen meines Lebens gehörte die Koalition mit Annalena, die nunmehr seit 14 Jahren Bestand hat. Tschuldigung, ich meinte natürlich mit Petra.

Coburger Narrhalla
Stefan Unglaub ist neuer Präsident der Coburger Narrhalla. // Coburger Narrhalla

Wie sind Sie überhaupt zur Narrhalla gekommen?

Als jemand, der mit Fasching überhaupt nichts am Hut hatte, war es der Zufall, der mich dann zum überzeugten Faschingsnarren gemacht hat.

Vor genau 20 Jahren rief mich Catrin Brückner an: „Wir werden das neue Prinzenpaar der Coburger Narrhalla“. Klar, dass ich da erstmal sofort wieder aufgelegt habe. Doch sie war hartnäckig. Der Rest ist dann närrische Geschichte. Aus „nur fünf Pflichtveranstaltungen“ als Faschingsprinz wurden dann gleich mal 20 in der Session  – und dann war ich mitten drin. Ich sage das an dieser Stelle immer wieder: da ging für mich eine Tür zu einer neuen, bunten Welt auf, die ich vorher nicht kannte.

2006 wurde ich dann als Schriftführer ins Präsidium gewählt und ein paar Jahre später bin ich Vizepräsident geworden. 

Sehen Sie hier Impressionen vom „Haadsch" rund um den Albert am 11.11.:

Faschingsauftakt 2024 in Coburg

Faschingsauftakt 2024 in Coburg

Und nun stehen Sie – Teamarbeit hin, Teamarbeit her – an der Spitze. Was sind Ihre Ziele?

Stefan: Das ist korrekt, doch ich werde nicht müde zu betonen, dass dieser Verein Teamwork ist. Der Präsident ist der Erste unter gleichen im Präsidium. Wir gewinnen oder verlieren gemeinsam. Doch nun zu Ihrer Frage: Natürlich ist es mir ein Anliegen diesen wundervollen Verein weiterzuentwickeln, behutsam Änderungen vorzunehmen, ohne dabei die Traditionen zu vergessen oder die DNA des Vereins zu beschädigen. 

Ich möchte die Coburger Narrhalla in unserer Stadt stark verankern. Heißt konkret: Ein Fasching in Coburg ohne die Narrhalla muss am Ende undenkbar sein. Dafür müssen wir uns noch breiter als bisher aufstellen, um für alle Bevölkerungsschichten attraktiv sein zu können. Ich möchte zum einen das Publikum mit dem feinen Zwirn an der Prunksitzung erheitern können, doch ich möchte auch den Kneipenfasching mitgestalten.

Viele Ideen dazu gibt es nicht nur in meinen Kopf, sondern in jedem der neuen Präsidiumsmitglieder. Wir werden in dieser Session auch erste Impulse setzen.

Der Gaudiwurm gilt – neben der Prunksitzung und dem Rosenmontagsfasching – als Höhepunkt des Faschings in Coburg. Zugleich ist er mit einem enormen Arbeits- und bestimmt auch finanziellen Aufwand verbunden. Wird es ihn trotzdem weiterhin geben?

Der Gaudiwurm ist in den letzten zehn bis zwölf Jahren zu einer festen Instanz im Coburger Fasching herangewachsen. Ich kann mich noch sehr gut an die Jahre vor 2010 erinnern: Da wehten am Ende des Umzugs die Strohballen vereinsamt über den Marktplatz. Jetzt feiern wir dort eine große Party. Alle sind verkleidet und tanzen bis in den Abend hinein. Später gehen die Faschingsnarren auch noch in die Kneipen und feiern weiter. Wahnsinn – und das an einem Sonntag! Hier hat sich die Kooperation mit dem Schausteller Ralf Pazdera und Thomas Auer von Radio Eins ausgezahlt. Alles Menschen mit Herzblut, die daran geglaubt haben, dass wir hier gemeinsam etwas schaffen können.


 

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Alles zur fünften Jahreszeit gibt es in unserer Artikelsammlung zur Faschingssession in Franken 2025.


Es gehört natürlich zur Wahrheit dazu, dass diese Veranstaltung dem Verein einiges abverlangt – auch finanziell. Es wäre tragisch, wenn wir irgendwann sagen müssten, dass die Kosten für den Verein nicht mehr tragbar sind. Hier können uns die Coburger aber unterstützen: entweder durch den Kauf unserer Gaudiwurm-Buttons oder durch eine kleine Spende an den Verein.

Sie sind ja in Coburg nicht nur als ein „Gesicht der Coburger Narrhalla“ bekannt, sondern Sie auch als großer Musik-Fan. Im Sommer haben Sie und Petra Kotterba im Coburger Tageblatt von Ihrer Begeisterung für Dieter Thomas Kuhn erzählt, der deutsche Schlager nachsingt. Wird es jetzt auch bei der Narrhalla mehr „Hossa“ geben?

Nein, es bleibt beim Idis Ahoi! Und privat bei Hossa und Wacken!

Sturm aufs Coburger Rathaus am Samstag

Tipp Einen ersten närrischen Vorgeschmack gab es zwar auch in Coburg bereits am 11.11.. Doch seit etlichen Jahren ist es ein schöner Brauch, dass der offizielle Sturm aufs Rathaus erst am ersten Samstag nach dem 11.11. erfolgt. In diesem Jahr also am Samstag, 16. November. Uhrzeit: natürlich 11.11 Uhr. Mit dabei sind Mitglieder der Coburger Narrhalla, der Tanzsportgarde Coburger Mohr, der Effect’s Coburg sowie der IG Helau. Sie allen freuen sich darauf, „mit allen Bürgerinnen und Bürgern den Auftakt der Faschingssaison zu feiern“, wie es in einer Einladung heißt.

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