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Filmdreh in Coburg
Julia Jentsch: „Ich habe mich in dieses Theater verliebt!“
Zum Abschluss der Dreharbeiten schaute Dritter Bürgermeister Can Aydin (hinten) im Landestheater vorbei. Mit im Bild (von links): Vivien König, Regisseurin Silvana Santamaria, Julia Jentsch und Rainer Begoihn.
Zum Abschluss der Dreharbeiten schaute Dritter Bürgermeister Can Aydin (hinten) im Landestheater vorbei. Mit im Bild (von links): Vivien König, Regisseurin Silvana Santamaria, Julia Jentsch und Rainer Begoihn. // Foto: Oliver Schmidt
Coburg – Die Mitglieder der Filmcrew, die zwei Wochen lang in Coburg einen Film gedreht haben, sind am Schwärmen: von der Stadt, den Menschen und dem Theater. Sie äußern aber auch eine große Hoffnung.
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Für ihre Hauptrolle in dem Drama „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ wurde Julia Jentsch 2005 mit dem Deutschen und mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Ob sie für ihre Rolle der „Gaia“ in dem Film „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“ (Arbeitstitel) ebenfalls Preise einheimsen wird, muss natürlich abgewartet werden. Fest steht aber, dass die renommierte Schauspielerin sehr viel Freude am Dreh hatte, für den in den vergangenen zwei Wochen das leerstehende Coburger Landestheater als Kulisse diente. „Die schöne Altstadt, die freundlichen Menschen – ich habe mich in Coburg sofort wohlgefühlt!“

Große Gastfreundschaft in Coburg

Bevor die 40-köpfige Filmcrew nun ihre Zelte in Berlin aufschlägt, um dort noch weitere Szenen zu drehen, wurde eine „Coburg-Bilanz“ gezogen. Allen voran der Regisseurin Silvana Santamaria war es ein Bedürfnis, sich für die große Gastfreundschaft zu bedanken. Sehr begeistert war sie auch, dass sich so viele Menschen aus Coburg als Statisten gemeldet hatten. 160 kamen schließlich zum Einsatz.

Auch Schauspieler Rainer Begoihn, der zudem Co-Autor des Drehbuchs ist, fühlte sich in Coburg pudelwohl. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Besuch auf der Veste. „Ich wusste gar nicht, dass dort ,Luther‘ gedreht wurde!“ Er finde diesen Film „toll“ und habe sich gleich noch mehr informiert über den Aufenthalt des Reformators auf der Veste in Coburg.

Julia Jentsch: „Ich komme wieder!“

Julia Jentsch bedauert es sehr, wie sie sagt, es nicht auf die Veste geschafft zu haben. Aber das lässt sich ja nachholen. „Ich werde bestimmt mal wieder nach Coburg kommen“, betonte sie zum Abschluss der Dreharbeiten im Landestheater. Ach ja, dieses Gebäude hat es ihr ganz besonders angetan. „Ich habe mich in dieses Theater verliebt!“ Sie hoffe sehr, dass es mit der geplanten Sanierung klappt. „Denn ich will mir hier unbedingt ein Stück anschauen!“

Das Coburger Landestheater ist wunder-wunderschön!

Julia Jentsch Schauspielerin

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Vivien König, die die Hauptrolle der Maria Ohm spielt, fand die Dreharbeiten in einem leerstehenden Theater „ziemlich cool“ – und das auch im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf der Bühne und im Zuschauerraum sei es sehr kalt gewesen. „Aber es gibt ja Heizwäsche und Heizpflaster!“

Sehr gefreut hat sich Vivien König, erstmals mit Julia Jentsch zusammenzuarbeiten. „Ich war schon als Kind von ihr begeistert!“ Sie sei deshalb vor dem ersten Drehtag sogar etwas aufgeregt gewesen. „Aber dann war alles sehr harmonisch, und wir hatten gute Vibes.“ Julia Jentsch konnte das nur bestätigen: Sie hoffe sehr, dass dies nicht das letzte gemeinsame Projekt mit Vivien König gewesen ist.

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Von einer Sache in Coburg war Vivien König sehr überrascht: „Ich war begeistert von den vielen Cafés und Restaurants!“ Positiv aufgefallen sei ihr, dass es dort auch sehr viele vegane Speisen gibt. „Das hatte ich gar nicht erwartet, weil Bayern doch als konservativ gilt.“

Bürgermeister am Set

Über derart viel Lob für Coburg freute sich natürlich Dritter Bürgermeister Can Aydin (SPD), als er am Set vorbeischaute. Als er dann auch noch hörte, wie alle vom Landestheater schwärmen, äußerte er sich auch kurz zur Sanierung: Er wünsche sich sehr, dass das Landestheater saniert wird und dann wieder zugänglich ist für alle Bürgerinnen und Bürger – und nicht nur für eine Filmcrew und 160 Statisten.

Hintergrund: Filmdreh im Coburger Landestheater

  • Kinofilm: „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“ (Arbeitstitel)
  • Drehbuch: Rainer Begoihn und Sarah Maria Sander
  • Besetzung/Hauptrollen: Vivien König (Maria Ohm), Rainer Begoihn (Hendrik Klee), Anela Luzi (Jeanne), Tyron Ricketts (Immanuel), Julia Jentsch (Gaia)
  • Besetzung/Nebenrollen: 160 Frauen und Männer aus dem Raum Coburg, die eine Statistenrolle übernommen haben
  • Regie: Silvana Santamaria
  • Zur Handlung: Maria ist Theaterschauspielerin in Berlin. Sie steckt in den Proben für das Stück „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist und kämpft mit den Regieanweisungen. Als ob das nicht schon herausfordernd genug wäre, muss sie auch noch mit den Nachwehen eines Kindheitstraumas fertig werden: dem frühen Tod ihres Vaters. Denn seitdem ist sie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens oder zumindest nach jemandem, der ihr erklären kann, warum es gar keinen Sinn gibt. Mitten in den Proben merkt sie: Die Tragik auf der Bühne spiegelt ihre eigene Krise nur zu genau wider. Und dann trifft sie Hendik Klee, einen Philosophen. Gemeinsam beginnen sie, ihr Leben in ein ästhetisches Experiment zu verwandeln.
  • Geplante Premiere: „Die Todessehnsucht der Maria Ohm“ soll zunächst bei einem renommierten Filmfestival wie der Berlinale oder in Venedig oder Cannes eingereicht werden
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