Die Stadt Coburg darf mit Fug und Recht als „Kultur-Hochburg“ bezeichnet werden. Allen voran der für Kultur zuständige Dritte Bürgermeister Can Aydin (SPD) und die Kulturbeauftragte des Stadtrats, Antoinetta Bafas, wünschen sich, dass dies auch in Zukunft so bleibt. „Denn die Kultur ist die DN A und das Fundament jeder Stadtgesellschaft“, sagt Aydin. Deshalb hatte er bereits kurz nach dem Ende der Corona-Pandemie zusammen mit Antoinetta Bafas beantragt, dass eine „Kulturstrategie“ für Coburg entwickelt wird.
Kosten: 100.000 Euro
Diesem Antrag wurde vom Stadtrat damals auch zugestimmt – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Strategie vor allem mithilfe von Fördergeldern bezahlt werden kann. Genau das ist jetzt gelungen. Die Gesamtkosten liegen zwar bei stolzen 100.000 Euro. Doch mehr als 80 Prozent davon werden über das Förderprogramm LEADER sowie von der Niederfüllbacher Stiftung und der Oberfrankenstiftung abgedeckt. Deshalb konnte am Mittwoch eine Art „Kick-off“ erfolgen: Patrick S. Föhl vom „Netzwerk Kulturberatung“ erklärte in der Sitzung des Kultursenats, wie in den kommenden 12 bis 18 Monaten eine Kulturstrategie für Coburg entwickelt werden soll.
“Für eine Stadt mit 40.000 Einwohnern ist unsere kulturelle Landschaft einmalig.
”
Can Aydin ist es wichtig, wie er sagt, dass die Strategie „kein Papiertiger“ wird. Stattdessen erwarte er konkrete Handlungsempfehlungen. Welche davon anschließend umgesetzt werden, müssten dann die städtischen Gremien entscheiden.
Mittel für Kultur sollen nicht gekürzt werden
Wie man sich solche Handlungsempfehlungen vorstellen kann, ist im Voraus schwer zu sagen. Doch Aydin und Antoinetta Bafas umreißen die Aufgabenstellung wie folgt: Werden in Coburg die richtigen Schwerpunkte gesetzt? Wo wollen wir mit „der Kultur“ in Coburg künftig hin? Welche Zielgruppen können auf welche Weise vielleicht noch besser erreicht werden? Wo sind Kooperationen denkbar? Gibt es andererseits auch Doppelstrukturen, die sich auflösen lassen? Muss etwas umstrukturiert werden? Und, nicht zuletzt: Welche Art von Kultur sollte wie stark subventioniert werden? Bei diesem letzten Punkt ist Can Aydin ein Hinweis sehr wichtig: „Die Mittel im Bereich Kultur sollen nicht gekürzt werden!“ Aber vielleicht müssten sie anders oder zum Teil auch „sinnvoller“ eingesetzt werden.
“Das ist eine große Chance!
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Für mögliche Diskussionen, ob es tatsächlich notwendig ist, für 100.000 Euro eine Kulturstrategie zu entwickeln, ist sowohl Antoinetta Bafas bestens gewappnet als auch Kerstin Lindenlaub, die Leiterin des Coburger Kulturamts. „Das ist eine große Chance“, findet Antoinetta Bafas. Gerne verweist sie auch darauf, dass es schon einmal einen „Kulturentwicklungsplan“ für Coburg gab – der wurde allerdings 2001 erstellt, also vor fast einem Vierteljahrhundert. „Seitdem hat sich viel verändert“, sagt die Kulturbeauftragte, ein „Update“ sei dringend notwendig, um vor allem die kulturelle Vielfalt erhalten zu können. Das sieht Kerstin Lindenlaub genauso: „Dieser Blick von außen wird eine große Hilfestellung sein!“
“Die kulturelle Vielfalt in Coburg ist ein Schatz – sie ist aber auch eine Pflicht, sie zu erhalten und weiterzuentwickeln.
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Nachdem es im Vorfeld bereits zwei jeweils ganztägige Workshops mit Kulturschaffenden gab, startet die „Netzwerk Kulturberatung“ zunächst mit einer sogenannten Analysephase. Es folgt eine Beteiligungsphase, in der noch viele weitere Informationen und auch Stimmungen eingeholt werden. Geplant ist erneut die Einbindung von Kulturschaffenden, aber auch die von Kulturnutzenden. Sie sollen unter anderem dazu befragt werden, wie sie das Kulturangebot in Coburg einschätzen und was sie aktuell vielleicht noch vermissen oder bemängeln. „Die Entwicklung der Strategie darf auch weh tun“, sagt Can Aydin und meint damit, dass „Netzwerk Kulturberatung“ auch „den Finger in Wunden“ legen dürfe. In etwa 12 Monaten wird dann mit Spannung die Konzeptphase erwartet. An ihrem Ende werden die besagten Handlungsempfehlungen stehen.












