Ein Hallenbad mit Außenbereich – darauf hatte sich der Stadtrat in der Sitzung im Mai verständigt. Doch bereits in der Sitzung am Donnerstag wurde der Ersatzneubau für das Aquaria erneut zum Thema. Denn die FDP-Fraktion respektive, Michael Zimmermann (FDP) und Hans-Heinrich Eidt, hatten einen Antrag in das Gremium eingebracht, mit dem Titel: „Rettet das Freibad.“ Doch den Antrag lehnten bis auf die beiden später allerdings sämtliche anwesenden Stadträte ab.
Laut dem Antrag hätte der Stadtrat beschließen sollen, dass der OB und die Vertreter des Stadtrates im Aufsichtsrat der SÜC dazu anwiesen werden, dem „von der SÜC ins Gespräch gebrachten Verkauf der Freifläche des Aquaria und des Gebäudes“ nicht zuzustimmen.
Doch warum stellt die FDP diesen Antrag?
Doch warum stellt die FDP diesen Antrag? „Der vom Stadtrat bewilligte Neubau des Aquaria Hallenbades sieht eine weitgehende Abwicklung des derzeitigen Freibades vor. Als Begründung dient der Besucherrückgang der letzten Jahre, was ein Freibad in der jetzigen Form überflüssig mache. Diese Einschätzung teilen wir nicht“, heißt es wörtlich.
Für die FDP liegt eine Ursache für den Besucherrückgang im Freibad darin, dass die Außenbereiche des Aquaria in den vergangenen Jahren weniger attraktiv waren als früher: Das Wellenbecken wurde geschlossen, der Sprungturm gesperrt, und die Freisportfläche für den Wohnmobilstellplatz aufgegeben.
„Bis auf das Hundeschwimmen bemühte sich der Betreiber um keine die Attraktivität steigernden Veranstaltungen oder Anpassung der Öffnungszeiten. Hier muss auch die Frage erlaubt sein, ob die SÜC noch der richtige Betreiber für das Aquaria ist“, heißt es in der Antragsbegründung. Als Oberzentrum brauche Coburg ein Freibad, auch angesichts des Klimawandels. Deshalb müsse sichergestellt werden, dass eines Tages auch wieder ein Freibad angelegt werden kann.
Diskussion im Stadtrat
Die Stadträte nehmen mit dem Antrag Bezug auf eine Formulierung, die im Mai in der Sachdarstellung eingefasst war. Dort wurde erläutert, dass von Seiten der SÜC angestrebt wird, die Abrisskosten des Bestandsgebäudes „durch die Verwertung des aktuellen Saunagebäudes einschließlich frei gewordenem Grundstück zu finanzieren.“
OB mahnt: Planung könnte nichtig werden
Keiner werde voreilig Grundstücke an andere veräußern, versichert Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) im Stadtrat. Er kritisiert: Der Antrag der beiden Stadträte käme zu früh, weil noch keine entsprechende Planung vorliegen. Sollte der Antrag eine Mehrheit finden, wäre jedoch der Beschluss aus dem Mai und die Gesamtfinanzierung nicht mehr tragfähig. „Die Planung wäre auf null gesetzt“, mahnt der Oberbürgermeister. Er gibt zu bedenken: Eine Verwertung des alten Hallenbad- und Sauna-Gebäudes könne auch bedeutet, diese an die Stadt Coburg zu verkaufen. Und auch das wäre bei einer Zustimmung zum Antrag vom Tisch.
Er bat darum, den Antrag zurückzuziehen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut einzureichen. Zimmermann und Eidt lehnten das jedoch ab. Einen Antrag von Wolfram Haupt (Grünen), den FDP-Antrag abzusetzen, fand bei den restlichen Stadträten jedoch auch keine Zustimmung.
Stadträte: Freibad auch in Zukunft möglich
„Wir reden hier ins Blaue hinein“, sagt CSU-Fraktionsvorsitzender Hans-Herbert Hartan. Es sei zunächst wichtig zu wissen, welche Flächen planerisch überhaupt in Betracht kommen. Jürgen Heeb (Pro Coburg) merkt an: „Wir haben uns mit der Planung doch die Option offen gehalten. Ein Freibad zu ergänzen ist nach wie vor in Zukunft möglich.“ Im Beschluss wurde festgehalten, dass die Verwaltung gemeinsam mit der SÜC und der Landes- und Bundespolitik beauftragt wird, weitere Fördermöglichkeiten speziell für den Außenbereich auszuloten, um in einem weiteren Schritt die Erweiterung des Hallenbadneubaus um ein Freibad anzustreben. Can Aydin (SPD) merkt an: „Das Beispiel zeigt, dass einige es schaffen, etwas gutes schlechtzureden.“
Ungeduldig wurde der OB auf die Frage von Kevin Klüglein von den Grünen, ob der Stadtrat noch die Möglichkeit hätte einzuschreiten, wenn die SÜC das Gelände verkaufen wollte: „Jetzt mal ehrlich: Auch SÜC, Geschäftsführung und Aufsichtsräte wissen, dass das eine politisch sensible Thematik ist“, sagt der OB. Er deutet an, als Vorsitzender des Süc-Aufsichtsrats selbst, „während meiner Amtszeit – und ich gehe davon aus, dass das noch eine sehr lange sein wird“, sorgsam damit umzugehen.












