Ein paar Details waren neu beim diesjährigen Samba-Festival. Zum Beispiel die gemütliche Familienlounge im Rondell auf dem Schlossplatz, die sehr gut angenommen wurde. Oder die Spielfläche am Säumarkt, an der alle Besucherinnen und Besucher, die aus Richtung Anger in die Innenstadt liefen, gleich mal ordentlich in Stimmung gebracht wurden.
Schwung fürs Samba-Festival 2025
Doch auch das Große und Ganze passte. „Es war ein sensationelles Festival“, sagte am Sonntag Veranstalter Rolf Beyersdorf (Sambaco) und zeigte sich erleichtert und glücklich zugleich. Dass „wirklich alles“ gut gelaufen sei und gut geklappt habe, gebe viel Schwung für die kommenden zwölf Monate, in denen es das Samba-Festival 2025 vorzubereiten gilt.
Nachdem zuletzt wieder Diskussionen in Coburg aufgekommen sind, welchen Wert das Samba-Festival für die Stadt hat, freute sich Festival-Sprecher Thomas Apfel noch über etwas anderes: „Wir hatten wohl noch nie ein derart großes Medien-Echo wie in diesem Jahr!“
Tagesschau berichtet übers Samba-Festival
So widmete am Samstag die Tagesschau in der ARD dem Samba-Festival einen eineinhalbminütigen Beitrag. Darin hieß es unter anderem, dass sich die „geschichtsträchtige Residenzstadt“ jeweils am zweiten Juli-Wochenende in die „nördlichste Stadt Brasiliens“ verwandele.
Nicht verschwiegen wird in dem TV-Beitrag, dass der Festival-Veranstalter Sambaco nach der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten ist. Doch dank Spenden und dank eines Zuschusses der Stadt Coburg stehe das Festival jetzt wieder „auf sicheren Beinen“. Der Bericht endet mit der Feststellung: „Das Image Coburgs profitiert durch das farbenfrohe und musikalische Spektakel.“
Berichte in Spiegel, Stern und Zeit
Auch die Deutsche Presseagentur (dpa) verfasste einen Bericht zum Samba-Festival – dieser Text landete am Wochenende unter anderem in den Online-Ausgaben von Spiegel, Stern und Zeit.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Sowohl in der Tagesschau als auch im dpa-Bericht war wieder die Rede davon, dass insgesamt rund 200.000 Besucherinnen und Besucher an den drei Tagen nach Coburg kommen würden. Doch von dieser in der Vergangenheit oft verwendeten Kalkulation hat sich Sambaco längst verabschiedet. Weil es ohnehin schon immer schwierig war, die Besucherzahl zu schätzen, verzichtet man neuerdings gleich von vorneherein darauf.
Noch mehr als über das große Medien-Echo freuten sich Rolf Beyersdorf und Thomas Apfel darüber, dass es so gut wie keine Zwischenfälle gab. „Es dürfte das friedlichste Festival aller Zeiten gewesen sein“, sagte Thomas Apfel.
Polizei zieht Bilanz: „Friedliches Samba-Festival“
Joachim Haischberger, der Sprecher der Coburger Polizei, konnte das am Sonntag bestätigen: In der Gesamtbilanz könne von einem „friedlichen Sambafest“ gesprochen werden. Am Freitag und Samstag hätten Polizeibeamte lediglich neun Körperverletzungen aufnehmen müssen. Diese seien meist auf übermäßigen Alkoholkonsum, Beziehungsstreitigkeiten oder Eifersucht zurückzuführen gewesen.
Außerdem habe die Polizei den Rettungsdienst bei der Behandlung „der einen oder anderen Platzwunde“ unterstützt, die sich Besucher zugezogen hatten. Darüber hinaus seien mehrere „kleinere Streitigkeiten“ geschlichtet sowie Fundsachen und Verlustmeldungen entgegengenommen worden. In einem Fall sei eine geringe Menge Betäubungsmittel aufgefunden worden. Bei Jugendschutzkontrollen habe die Polizei mehrere Platzverweise ausgesprochen, weil „zu tief ins Glas geschaut“ wurde. Fazit Joachim Haischberger: „Insgesamt war es aber aus polizeilicher Sicht ein ruhiges Wochenende.“
BRK behandelte verletzte Personen
In einer abschließenden Pressemitteilung von Sambaco wird auch Claus Weigand zitiert, der Kreisbereitschaftsleiter des BRK. Insgesamt seien beim Samba-Festival 210 Kameradinnen und Kameraden der verschiedenen Bereitschaften und Wasserwachten aus dem Landkreis Coburg im Einsatz gewesen. Zusätzlich unterstützten Mitglieder des BRK Kreisverbandes Lichtenfels, der Bergwacht aus dem Landkreis Kronach sowie die First Responder der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rodach. „Durch die tatkräftige Unterstützung der neun Notärzte konnte eine hervorragende Versorgung gewährleistet werden“, so Weigand. Bis Sonntagmittag wurden 41 Personen behandelt, von denen aber lediglich vier in ein Krankenhaus gebracht werden mussten.
Insgesamt spricht Claus Weigand aus BRK-Sicht von einem „ruhigen Samba-Festival“.
„Bunter, vielfältiger und besser denn je“
Rolf Beyersdorf erklärt in der besagten Pressemitteilung: „Das Festival ist zurück – bunter, vielfältiger und besser denn je.“ Und: „Die Vielfalt der Welt an einem Wochenende in Coburg zu sehen, macht mich glücklich. In diesen drei Tagen geht ein Lächeln durch Coburg.“
Neu: Samba-Paraden am Sonntag
Besonders gut zu sehen war dieses „Lächeln“ in Coburg bei den abschließenden Samba-Paraden auf Albertsplatz, Marktplatz und Schlossplatz. Auch das hatten die Veranstalter in diesem Jahr neu ins Programm genommen. Bei der Samba-Parade präsentieren sich noch einmal alle Sambaschulen, und zwar kompakt in einer 30-minütigen Show. Beim Publikum, so hatte man das Gefühl, kommt das deutlich besser an als der große und oft stundenlange Samba-Umzug, den es früher am Sonntagnachmittag gab.
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