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Reisetrends 2023
Coburger wollen wieder die Welt entdecken
Die Lust aufs Reisen ist zurück: Reise-Expertinnen aus Coburg verraten die Trends für 2023.
Die Lust aufs Reisen ist zurück: Reise-Expertinnen aus Coburg verraten die Trends für 2023. // VectorMine, adboe stock; Grafik: Franziska Schäfer
Coburg – Viele Menschen müssen mehr denn je aufs Geld schauen – doch am Urlaub wird nach der schwierigen Corona-Zeit offenbar kaum gespart. Expertinnen verraten die beliebtesten Ziele.

„Nachholbedarf“ – dieses Wort fällt im Gespräch über die Urlaubssaison 2023 immer wieder. Wegen Corona waren Reisen in fremde Länder 2020 und 2021 kaum möglich, und auch 2022 gab es ja noch etliche Einschränkungen. Und jetzt? Das Fernweh scheint deutlich stärker ausgeprägt zu sein als der Sparzwang. „Doch“, räumt Susann Zuber vom Reisebüro Sonnenklar TV in Coburg ein, „die Leute schauen schon aufs Geld. Aber einen Urlaub wollen sie sich trotzdem noch gönnen.“

Beliebt: Ägypten

Besonders häufig werden bei Susann Zuber zurzeit unter anderem Reisen nach Ägypten gebucht. Erklären lässt sich das mit Corona: „Während der Pandemie war Ägypten durchgehend als Hochrisikogebiet eingestuft. Deshalb gibt es jetzt einen großen Nachholbedarf.“ Doch die starke Nachfrage lasse auch die Preise steigen. Wer für den Sommer 2023 ein günstiges Reiseziel im Süden sucht, dem empfiehlt Susann Zuber die Türkei.

Geheimtipp: Sarigerme Bucht in der Türkei

Das sieht Nadine Rosa vom TUI-Reisecenter in Rödental genauso, und hat auch gleich noch einen Geheimtipp: „Die Sarigerme Bucht!“ Dort, an der türkischen Ägäis, sei es noch abwechslungsreicher als an der türkischen Riviera mit den bekannten Badeorten Antalya oder Side. Außerdem gebe es eine große Auswahl an guten Hotels, vom Familienhotel über den Club bis zum „adults only“.

Geheimtipp: Kapverdische Inseln

Wer kein Problem damit hat, sich auch ein bisschen länger ins Flugzeug zu setzen, dem legt Nadine Rosa die Kapverdischen Inseln ans Herz: „Traumhafte Strände und viele neue Hotels“ Bekannteste Insel der sechs Flugstunden entfernten Kapverden ist Boa Vista.

Im Trend: Mexiko und die Karibik

Aber auch „richtige“ Fernreisen sind wieder im Kommen, wie Nadine Rosa berichtet – Stichwort: „Nachholbedarf“. Besonders beliebt seien Mexiko, Thailand, die Karibik oder auch die Malediven.

Das Comeback der Kreuzfahrten

Und wie sieht’s mit Kreuzfahrten aus? „Sie sind wieder im Kommen“, sagt Nadine Rosa. Während der Corona-Pandemie sind Kreuzfahrten ja entweder gar nicht oder nur mit sehr komplizierten Regelungen möglich gewesen. Nun aber lassen sich viele Menschen auch nicht von ökologischen Bedenken die Lust am Schifffahren nehmen – und das durchaus zu Recht, wie Nadine Rosa findet: TUI Cruises etwa habe alle seine alten Schiffe gegen neue ausgetauscht, die deutlich umweltfreundlicher seien. Hapag-Lloyd Cruises wiederum setze mittlerweile auch Hybridschiffe ein.

Tipp: Geld sparen beim Buchen

Doch so wichtig und richtig es laut Nadine Rosa auch sein mag, dass die Menschen nicht an der „schönsten Zeit des Jahres“ sparen: Einen Tipp, wie sich der Sommerurlaub 2023 möglichst günstig gestalten lässt, haben unsere Reiseexpertinnen trotzdem. Der lautet: „Möglichst frühzeitig buchen!“ Denn niemand könne sagen, wie sich die Preise in den nächsten Monaten noch entwickeln. „Durch die Energiekrise könnten sowohl Hotel- als auch Flugpreise noch steigen“, warnt Susann Zuber.

Dynamischer Markt

Hinzu kommt ein Markt, der dynamisch ist wie wohl noch nie. Sabine Berger, deren „Reisepalette“ in Ahorn es seit nunmehr 34 Jahren gibt, kann sich zumindest an keine vergleichbare Zeit erinnern: „Es ist verrückt. Wenn ich zu einer bestimmten Reise fünf Anfragen an einem Tag starte, bekomme ich fünf unterschiedliche Preise.“ Außerdem gibt sie zu bedenken, dass die Preise bereits seit dem vergangenen Sommer stark angezogen hätten: „Eine vierköpfige Familie muss für ihre zwei Wochen Urlaub heuer im Durchschnitt 500 Euro mehr bezahlen als noch 2022.“ Doch um so wichtiger könnte es sein, bei der Auswahl des richtigen Urlaubs auf die Erfahrung und die Fachkenntnis von Reisebüros zu setzen – damit es auch wirklich die „schönste Zeit des Jahres“ wird.


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HINTERGRUND: Quo vadis, Reisebüros?

Es gibt Dinge, die waren mal ganz praktisch, galten dann aber in einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, plötzlich als viel zu langsam. Im Bereich der Kommunikation ist das Faxgerät ein gutes Beispiel dafür; das Telegramm sowieso.

Trendwende?

Ähnlich war zuletzt die Entwicklung bei Reisebüros: In Zeiten der Digitalisierung hatten sie es schwer, mithalten zu können. Viele fragten sich: „Warum soll ich noch in ein Reisebüro gehen, wenn ich doch inzwischen auch alles ganz bequem von zu Hause am eigenen Computer buchen kann?!“ Aber: Möglicherweise gibt es jetzt eine Trendwende.

„Reisebüros werden nicht aussterben“

„Seit Corona ist die Nachfrage wieder gestiegen“, sagt Susann Zuber vom Reisebüro Sonnenklar TV in Coburg. Sie erklärt sich das unter anderem durch den gestiegenen Beratungsbedarf – auch in Bezug auf Corona. „Viele wollen wissen, welche Regeln genau in welchem Land gelten und was zu tun ist, wenn vor der Reise noch irgendetwas dazwischenkommt.“ Susann Zuber glaubt deshalb ganz fest an die Zukunft des stationären Reisebüros. Ähnlich zuversichtlich ist Nadine Rosa vom TUI-Reisecenter in Rödental. „Reisebüros werden nicht aussterben“, sagt sie und möchte auch mit einem klassischem Vorurteil aufräumen.

Verändertes Reiseverhalten

„Es stimmt nicht, dass Reisebüros nur noch von älteren Menschen genutzt werden, die sich mit dem Internet nicht auskennen.“ Nein, stellt die Touristikkauffrau fest, auch junge Menschen würden wieder verstärkt in Reisebüros gehen. Nadine Rosa erklärt sich das an einem veränderten Reiseverhalten: „Junge Menschen wollen nicht nur einfach an einem bestimmten Ort Urlaub machen und zum Beispiel zwei Wochen am Strand liegen. Stattdessen wollen sie etwas erleben und bevorzugen Kombi-Reisen.“ Sprich: Ein Urlaub besteht aus verschiedenen Bausteinen; diese lassen sich zwar auch selber am eigenen Computer zusammenstellen. Doch viele Menschen würden dann doch lieber die Hilfe von erfahrenen Reiseexperten nutzen.

Statistik Die Zahl der klassischen stationären Reisebüros nimmt in Deutschland kontinuierlich ab. Gab es im Jahr 2002 noch knapp 15.000, waren es laut dem Portal statista.com 2018 nur noch 11.000. Der Rückgang würde sogar noch deutlicher ausfallen, wenn nicht im Jahr 2015 (als die Zahl der Reisebüros bereits auf 9.000 gesunken war) eine neue Art der Zählung eingeführt wurde. So werden mittlerweile auch Nebenerwerbs- und sonstige Buchungsstellen, die einen Agenturvertrag mit einem der großen Veranstalter haben, mit dazu gezählt. Laut Statista handelt es sich bei einem Großteil der Reisebüros in Deutschland inzwischen um sogenannte Touristikbüros, die mindestens zwei Veranstalterlizenzen besitzen.

Online Wie Statista vermeldet, war die Anzahl der online getätigten Reisen im Jahr 2019 erstmals höher als die Anzahl der Buchungen, die in einem stationären Reisebüro vorgenommen wurden.

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