Immer dann, wenn Deutschlands Fußballer mal wieder schlecht gespielt haben, ist die Rede von mindestens 80 Millionen Nationaltrainern, die es in der Bundesrepublik gibt und die natürlich alles viel besser machen würden. In Coburg wiederum melden sich regelmäßig Ende November sehr viele Baum-Experten zu Worten. Nämlich immer dann, wenn der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz aufgestellt wird und die ersten Fotos durchs Internet rauschen.
Auf Facebook wird sofort gelästert
„Viel zu schmal“, lautet am Montagmorgen einer der ersten Kommentare auf der Facebook-Seite des Coburger Tageblatts. „Das ist ja eher eine Weihnachtssäule“, lästert jemand anderes.
Weihnachtsbaum kam sogar ins Fernsehen
Michael Selzer von Coburg Marketing, der auch in diesem Jahr das Aufstellen der Weihnachtsbäume auf dem Marktplatz und auf dem Albertsplatz koordiniert, lässt sich dadurch nicht beirren. Er freut sich am Montagmorgen erst einmal darüber, dass alles reibungslos geklappt hat. Denn in den vergangenen beiden Jahren gab es jeweils Pannen rund um den Transport der Weihnachtsbäume. „2021 haben wir es damit sogar ins Bayerische Fernsehen geschafft“, erinnert sich Thomas Zetzmann vom Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb und muss schmunzeln. Das war, als die Spitze des Baums abgeschnitten werden musste, weil ansonsten die Polizei den Transport nicht für verkehrstauglich befunden hätte.
Für Thomas Zetzmann ist es in diesem Jahr bereits der 20. Weihnachtsbaum, den er auf dem Marktplatz mit aufstellt. Ungefähr dort, wo normalerweise die Bratwurstbuden stehen, gibt es ja eine dauerhafte Vorkehrung: Unter einem Gullydeckel befindet sich nämlich gar kein Gully, sondern ein Loch, in das jedes Jahr der Weihnachtsbaum sozusagen hineingesteckt wird. Praktisch!
Auch der Albertsplatz bekommt einen Baum
Während sich Thomas Zetzmann und seine Kollegen dann so langsam auf den Weg in die Sandstraße machen, um dort den Weihnachtsbaum für den Albertsplatz zu fällen, geht es auf der Facebook-Seite des Tageblatts schon so richtig hoch her: „Wirklich schön ist der Baum nicht“, schreibt ein Leser. Eine Frau hält dagegen: „Er sieht klasse aus!“ Doch über allem steht zum Glück die Vorfreude: Nur noch etwas mehr als eine Woche, dann wird der Weihnachtsmarkt eröffnet!
Weihnachtsbäume: Immer weniger Kandidaten
Michael Selzer befürchtet, dass es in den kommenden Jahren immer schwieriger werden könnte, einen passenden Weihnachtsbaum für den Marktplatz zu finden. Denn: „Frei stehende Nadelbäume werden kaum noch gepflanzt.“ Der Kreis der potenziellen Weihnachtsbäume wird also immer kleiner. In diesem Jahr trudelten bei Coburg Marketing zwar rund 15 Bewerbungen ein. Doch manche schieden alleine schon aus logistischen Gründen aus: Es wäre viel zu aufwendig, einen Baum aus Bamberg oder Thüringen bis nach Coburg zu karren. Die Strecke, die diesmal aus Bad Rodach zurückgelegt werden musste, war gerade noch akzeptabel.
Hier kommt der Coburger Weihnachtsbaum 2023
Dass der Coburger Weihnachtsbaum recht schmal ist, bezeichnet Stephan Just vom städtischen Grünflächenamt übrigens als völlig normal. „Das ist bei serbischen Fichten so!“ Zugleich kann er beruhigen, dass „schmal“ keineswegs mit „empfindlich“ gleichzusetzen sei: „Serbische Fichten gelten als sehr widerstandsfähig. Die Äste brechen nicht so leicht.“ Dass während des Transports trotzdem ein paar Äste in Mitleidenschaft gezogen wurde, mag manchen Baum-Experten auf Facebook stören – den Besucherinnen und Besuchern des Weihnachtsmarkts dürfte es egal sein. Vielleicht wird dann bei einem Glühwein viel eher über die schlechte Leistung der deutschen Nationalmannschaft gefachsimpelt…
Der Coburger Weihnachtsbaum wird aufgestellt
Noch am Montag wurde mit dem Anbringen der Lichterketten begonnen. Die Kugeln kommen dann erst nächste Woche dran. Der Aufbau für den Weihnachtsmarkt hat ebenfalls bereits am Montag begonnen, so dass schon der Wochenmarkt am Mittwoch nicht mehr auf dem gesamten Marktplatz stattfinden kann, sondern auf die westliche Seite (zwischen Judengasse und Nägleinsgasse) und in die Spitalgasse verlegt wird.
Coburger Weihnachtsmarkt beginnt am 1. Dezember
Der Coburger Weihnachtsmarkt wird am Freitag, 1. Dezember, von Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) und dem neuen Coburger Christkind eröffnet. Der Weihnachtsmarkt findet dann bis Samstag, 23. Dezember, auf dem Marktplatz statt. Er hat täglich ab 11 Uhr geöffnet, abends geht's bis 20 Uhr, Imbiss und Getränke sind aber sogar bis 21.30 Uhr erhältlich.
Lesen Sie auch:
















