Update vom 20. August, 17 Uhr
Jetzt grüßt auch der Coburger Mohr von den Plakaten
Die Berichterstattung des Coburger Tageblatts über fehlerhafte Plakate, mit denen für eine fränkisch-thüringische Einheitsfeier geworben wird, hat viel Wirbel ausgelöst – und nun auch zur Behebung des Fehlers geführt.
Die Feier, die am 3. und 4. Oktober in Ummerstadt über die Bühne gehen soll, wird getragen von fünf Gebietskörperschaften getragen: von den thüringischen Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen, von den fränkischen Landkreisen Haßberge und Coburg sowie von der Stadt Coburg.
Auf den entsprechenden Plakaten sind deshalb auch die fünf jeweiligen Wappen zu sehen. Doch ausgerechnet beim Wappen der Stadt Coburg, dem Coburger Mohr, passierte eine Panne: Statt des traditionsreichen Wappens wurde das recht nüchterne Logo der Stadt Coburg verwendet, und zwar ein veraltetes noch dazu.
Kritik am Coburger Mohr
Weil der Coburger Mohr als Wappen auch immer wieder in der Kritik steht, stand sofort ein böser Verdacht im Raum: Soll der Mohr vielleicht verschwiegen werden?
Nein. Allen voran die Stadt Coburg ärgerte sich nämlich sehr über die Wappen-Panne. Als Reaktion dieses Ärgers wurden die Plakate jetzt erneuert. Nun wirbt auch der Coburger Mohr für die Einheitsfeier in Ummerstadt.
Hier der ursprüngliche Text vom 15. Juli:
Nanu, wo ist denn der Coburger Mohr?
Auf dem Wappen der Stadt Coburg ist bekanntlich der „Coburger Mohr“ zu sehen. Und sagen wir es mal ganz vorsichtig: Andere Wappen haben in der jüngeren Vergangenheit für deutlich weniger Diskussionen gesorgt. Sogar das TV-Lästermaul Jan Böhmermann hatte sich eingereiht in die Reihe derer, die aus dem Wappen eine Form von Rassismus herauslesen wollten. Doch die Stadt Coburg steht bislang noch zu „ihrem“ Mohr. Und das ist auch gut so.
„35 Jahre grenzenlos“
Umso mehr sorgt jetzt aber ein Banner für Verwunderung, mit dem für das Fest „35 Jahre grenzenlos“ am 3. und 4. Oktober geworben wird. An diesen zwei Tagen soll in Ummerstadt (Landkreis Hildburghausen) der 35. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung gefeiert werden. Veranstalter sind die thüringischen Landkreise Hildburghausen und Sonneberg, die fränkischen Landkreise Haßberge und Coburg sowie die Stadt Coburg. Deshalb sind auf dem besagten Banner die jeweiligen Wappen dieser fünf Gebietskörperschaften zu sehen.
Aber, Moment mal: Es sind lediglich vier Wappen – der „Coburger Mohr“ fehlt! Die Stadt Coburg wird nämlich durch ein „Werte und Wandel“-Logo inklusive gelb-grauer Silhouette der Veste symbolisiert.
Freunde des Coburger Wappens witterten sofort einen bösen Verdacht: Soll der „Mohr“ wohl neuerdings versteckt und verschwiegen werden?
Stadt Coburg nimmt Stellung
Eine Nachfrage bei der Stadt Coburg bringt Klarheit. „Nein“, lautet die Antwort. Es handele sich um ein „Missverständnis“, dass statt des traditionsreichen Wappens das Logo auf dem Banner gelandet ist. Was zusätzlich ärgerlich ist: Das „Werte und Wandel“-Logo wird gar nicht mehr verwendet. Das neue Coburg-Logo verzichtet auf den 90er-Jahre-Slogan, und die Silhouette der Veste ist auch nicht mehr gelb-grau, sondern komplett gelb.
Mail aus Hildburghausen
Was die Bewerbung des Fests in Ummerstadt betrifft, sollen alle künftigen Publikationen „angepasst“ werden, heißt es noch aus dem Coburger Rathaus. Prompt landete dieser Tage eine Mail aus dem Landratsamt Hildburghausen in der Tageblatt-Redaktion. In der Signatur enthielt die Mail einen Hinweis auf das Fest am 3. und 4. Oktober – und zwischen den zwei thüringischen und den zwei fränkischen Landkreis-Wappen grüßte doch tatsächlich der Coburger Mohr! Die Reaktion des traditionsbewussten Coburgers: Grenzenlose Freude!

















