Nein, es bringt nichts, dem guten alten Dr.-Stocke-Stadion nachzutrauern. Erfreuen wir uns doch lieber an den jüngsten Erfolgen des FC Coburg – auch wenn bei Heimspielen so manchem Zuschauer leider etwas die Sicht versperrt ist, weil direkt vor der Tribüne eine Laterne steht (Tageblatt vom 17. August).
„Typisch Coburg“, schrieb uns ein Leser, „die Vestekicker mischen sensationell die Bayernliga auf, aber diskutiert wird über eine Laterne.“ Nein, andersherum wird ein Schuh draus: Endlich gibt es in Coburg wieder höherklassigen Fußball. Noch dazu mit einer richtig sympathischen Mannschaft, die fast komplett aus der eigenen Jugendabteilung stammt. Das ist super! Schade ist aber, dass diese „Stocke-Anlage“, wie sie seit 2010 offiziell heißt, gar nicht für höherklassigen Fußball gemacht ist. Klar, sie wurde ja auch ganz bewusst und politisch gewollt zu einer Schulsportanlage umgebaut. Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob nicht eine kleine Korrektur möglich ist, was diese unglücklich platzierte Laterne betrifft – und zwar gerade jetzt, wo Fußball in Coburg wieder mehr Aufmerksamkeit erhält und sich erfreulicherweise wieder zunehmend Fans auf der Tribüne in der Stocke-Anlage einfinden. Beim Derby gegen Hof waren es knapp 700.
Nun, die Stadt Coburg hat jetzt auf Anfrage mitgeteilt, dass eine solche Korrektur wohl durchaus aufwendig wäre. Wollte man zum Beispiel statt der Laterne lieber einen Strahler am Tribünendach montieren, wie ein Vorschlag im Tageblatt-Artikel lautete, müsste erst ein Kabel dorthin verlegt werden. Aktuell liege das Kabel im gepflasterten Rundweg und versorge alle Mastleuchten, die entlang der 400-Meter-Laufbahn stehen. Ob es technisch überhaupt machbar wäre, ein Kabel aufs Dach zu legen, müsste erst untersucht werden, heißt es in der Mitteilung der Stadt.
Dazu zwei Anmerkungen. Erstens: Ja, im Jahr 2023 muss es technisch möglich sein, ein Kabel auf das Tribünendach zu legen. Alternativ müsste aber einfach nur sichergestellt werden, dass ein einzelner Strahler am Tribünendach leuchtet, sobald ein Nutzer der 400-Meter-Laufbahn etwas Licht benötigt. Dafür gibt’s heute sogar schon autarke Lösungen mit Photovoltaik. Die Laterne vor der Tribüne könnte dann vom Stromkreis genommen und abgebaut werden.
Zweitens: Nein, wir wollen auf diesem Thema jetzt nicht noch länger herumreiten, sondern uns lieber wieder auf Fußball konzentrieren. Wir meinen damit aber ausdrücklich nicht den finanziell völlig überdrehten Profifußball. Nein, wir meinen damit den ehrlichen Amateurfußball in der Region. Unser Appell: Hingehen und sympathische Mannschaften unterstützen!
Ach ja, das nächste Heimspiel des FC Coburg ist erst wieder am Dienstag, 5. September, gegen Abtswind. Selbst wenn die Laterne dann noch stehen dürfte: Wir freuen uns darauf!
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