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Kurios
Spott für eine Laterne in Coburg
Vor der Tribüne im Coburger Stocke-Stadion steht diese Laterne. Sie kann Sportlern, die die Laufbahn nutzen, Licht machen – sie kann aber auch Zuschauer, die von der Tribüne auf den Platz schauen, nerven.
Vor der Tribüne im Coburger Stocke-Stadion steht diese Laterne. Sie kann Sportlern, die die Laufbahn nutzen, Licht machen – sie kann aber auch Zuschauer, die von der Tribüne auf den Platz schauen, nerven. // Oliver Schmidt
Coburg – Beim Derby-Sieg des FC Coburg gegen Bayern Hof war die Zuschauertribüne im Stocke-Stadion endlich mal wieder gut gefüllt. Allerdings rückte dadurch auch ein altbekanntes Problem in den Blickpunkt.

Wohlwissend, dass „sein“ FC Coburg lediglich Gast in der Stocke-Anlage inklusive des Stocke-Stadions ist, äußert sich Wolfgang Gremmelmaier sehr diplomatisch. „Wir sind froh und dankbar, dass wir diese Anlage der Stadt Coburg nutzen dürfen“, sagt der FC-Vorsitzende. Aber, ja, es sei „nicht alles ganz optimal“. Sehr viel deutlichere Worte wählten am Dienstagabend etliche Zuschauer, die den Derbysieg des FC Coburg gegen Bayern Hof sahen. „Wer hat denn diesen Sportplatz geplant?“, fragte zum Beispiel ein Besucher aus Hof. „Das dürfte Coburgs blödeste Laterne sein“, spottete ein anderer.

Um was geht’s? Nun, direkt vor der Zuschauertribüne steht eine Laterne. So, wie entlang der 400-Meter-Laufbahn, die rund um den Fußballplatz angelegt ist, noch viele weitere Laternen stehen. Denn: Das Stocke-Stadion ist ja kein reines Fußballstadion. Stattdessen handelt es sich um eine Schulsportanlage, die auch von Leichtathleten genutzt wird. Und wenn’s mal früher dunkel wird, sind Läufer für etwas Licht auf der Laufbahn durchaus dankbar.

Strenge Vorgaben des Verbands

Andersherum kann diese Laterne aber auch sehr ärgerlich sein. Nämlich immer dann, wenn sie Zuschauern, die von der Tribüne in Richtung Platz gucken, die Sicht versperrt. Okay, eines muss man fairerweise auch sagen: In der jüngeren Vergangenheit, wenn zu Spielen des FC Coburg vielleicht 200 Zuschauer kamen, war das kein wirkliches Problem. Auf der Tribüne war dann schließlich ausreichend Platz, um sich so zu stellen oder zu setzen, dass die Laterne im Zweifelsfall nicht stört. Doch der FC Coburg ist inzwischen in die Bayernliga aufgestiegen. Dadurch steigt das Interesse. Zum Derby gegen Hof kamen am Dienstagabend fast 700 Zuschauer.

Weil im Stocke-Stadion auch noch ein paar weitere Sachen „nicht ganz optimal“ sind, wie Wolfgang Gremmelmaier sagen würde, durften sich diese knapp 700 Zuschauer ausschließlich auf der Tribüne aufhalten. Hintergrund: Der Bayerische Fußballverband schreibt ab der Bayernliga eine komplette Umrandung der Fußballplätze vor, zum Beispiel durch Werbebanden. Weil dies im Stocke-Stadion aber nicht gegeben ist, muss der FC Coburg jetzt Sorge dafür tragen, dass sich Zuschauer immer nur auf der Tribüne aufhalten und keinesfalls in den „ungesicherten“ Innenraum gelangen können.

Der Rasen war top

Kurzum: Je mehr Zuschauer nun zu Heimspielen des FC Coburg in der Bayernliga kommen, desto gedrängter stehen die Menschen auf der Tribüne – und der eine oder andere hat dann ständig diese Laterne vor den Augen. „Ja“, sagt Wolfgang Gremmelmaier, „über diese Laterne ärgere ich mich auch.“ In seiner Funktion als dankbarer und diplomatischer Vorsitzender sagt er aber ebenso: „Der Rasen war am Dienstagabend echt top!“

Wer auf der Tribüne im Coburger Stocke-Stadion steht, kann manchmal Pech haben: In manchen Spielszenen versperrt nämlich eine Laterne die Sicht.
Wer auf der Tribüne im Coburger Stocke-Stadion steht, kann manchmal Pech haben: In manchen Spielszenen versperrt nämlich eine Laterne die Sicht. // Oliver Schmidt

Ob sich an dieser Laternen-Problematik noch mal etwas ändern lässt, war zumindest kurzfristig nicht von der Stadt als Eigentümerin der Anlage zu erfahren; die zuständigen Stellen in der Verwaltung sind urlaubsbedingt etwas ausgedünnt. Eine Stellungnahme soll aber nachgereicht werden.

Unmittelbar nach dem Umbau zur Schulsportanlage 2010 hatte der damalige Sportamtsleiter dem Coburger Tageblatt erklärt, warum es überhaupt zu dieser Laternen-Lösung gekommen ist. So sei beim Umbau ganz bewusst auf eine klassische und damals rund 200.00 Euro teure Flutlichtanlage im Stadion verzichtet worden.

Sorge vor einer Klage

Weil die Stocke-Anlage in einem Wohngebiet liegt, habe man befürchtet, dass sich Anwohner vom grellen Licht des Flutlichts gestört fühlen könnten. Möglicherweise hätten diese Anwohner dann geklagt und die Flutlichtanlage hätte gar nicht mehr genutzt werden dürfen.Um aber zumindest den Läufern einen Trainingsbetrieb am Abend zu ermöglichen, habe man als Kompromiss mehrere Laternen entlang der Laufbahn errichtet.

Wie am Dienstagabend spekuliert wurde, könnte sich eine Lösung im Zusammenhang mit einer möglichen Umrüstung auf LED-Lampen ergeben. Nach dem Motto: Wenn dann ohnehin an den Laternen etwas gemacht wird, könnte doch auch diese eine Laterne entfernt werden. Damit Läufer trotzdem Licht bekommen, wäre ein kleiner Strahler denkbar, der am Tribünendach montiert wird.

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