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Vesteblick
Coburg wartet auf Johanna
Oliver Schmidt
Oliver Schmidt // Coburger Tageblatt
Coburg – Von Hindenburg bis Max Brose: Straßennamen sind in Coburg oft ein Reizthema. Und dann kommt auch noch ein Johann Adolf daher und stiehlt Shakespeare die Schau.

Frauen müssen jetzt ganz stark sein. Okay, das sind sie natürlich sowieso, wie am Weltfrauentag auch bestimmt überall betont werden wird. Dabei geht es „im Großen“ um so Themen wie Gleichberechtigung, mehr Respekt gegenüber Frauen oder auch um eine bessere Bezahlung von Frauen in der oft noch männlich dominierten Arbeitswelt.

Hier an dieser Stelle wollen wir aber über etwas Kleines sprechen, dem aber sehr wohl eine große Symbolkraft beigemessen wird: Straßennamen! Es gibt nämlich – auch in Coburg – deutlich mehr Straßen, die nach Männern benannt sind als nach Frauen.

Tja, und dann das: Der Platz am Globe soll – schon wieder – nach einem Mann benannt werden. Nein, nicht nach William Shakespeare, obwohl das auch eine nette Idee gewesen wäre. Johann von Schultes ist es, dem aufgrund einer bestimmten Vorgeschichte die Ehre als Namenspatron zu Teil werden soll.

Ohne jetzt noch einmal auf Max Brose eingehen zu wollen: Straßennamen sind in Coburg oft ein Reizthema. Vielen ist die Hindenburgstraße ein Dorn im Auge. Auch mit der Mohrenstraße haben manche ein Problem; Spaßvögel kleben regelmäßig zwei Punkte übers „o“, damit der Name gemüsiger und für alle leicht verdaulich wird. Auf der Lauterer Höhe gibt’s eine Garden-City-Straße, obwohl die Partnerschaft mit der amerikanischen Stadt längst aufgelöst wurde. Toledo (Ohio) kam als neue Partnerstadt dazu, hat aber noch keine Straße.

Eine Toledo-Straße könnte freilich Verwechslungen mit dem bekannteren Toledo in Spanien auslösen. So gesehen ist Johann von Schultes einmalig. Und nächstes Mal nehmen wir eine Johanna.

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