Überraschendes Stühlerücken im Coburger Stadtrat: Annett Dingethal von der AfD legt ihr Mandat nieder. So ist es Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu entnehmen; die Sitzung findet am Donnerstag, 28. November, statt.
Rückzug aus dem Stadtrat: Was sind die Gründe?
Die Gründe für den Rückzug aus dem Coburger Stadtrat sind wohl privater Natur. Nach Informationen des Coburger Tageblatts zieht Annett Dingethal um und wird bald nicht mehr in Coburg wohnen. Einem Stadt- oder Gemeinderat dürfen aber laut Bayerischer Gemeindeordnung ausschließlich Personen angehören, die auch in der jeweiligen Kommune ihren Wohnsitz haben.
Zweiter Wechsel bei der AfD
Somit kommt es in der laufenden Stadtratsperiode bereits zum zweiten Mal zu einem personellen Wechsel bei der AfD. Zur Erinnerung: Bei der Kommunalwahl im März 2020 hatte die „Alternative für Deutschland“ erstmals einen Sitz im Coburger Stadtrat gewonnen. Dieser Platz ging an Axel Wehrmeister. Der ehemalige Arzt hatte zwar nur auf Listenplatz 6 kandidiert, war aber auf Platz 1 vorgewählt worden.
Ende 2020 legt Axel Wehrmeister sein Stadtratsmandat aus gesundheitlichen Gründen nieder, und Annett Dingethal rückte für ihn in das Gremium nach. Annett Dingethal war als Spitzenkandidatin der AfD angetreten, hatte dann aber knapp hinter Axel Wehrmeister nur Platz 2 erreicht.
Für Annett Dingehthal würde nunmehr der Drittplatzierte auf der AfD-Liste in den Stadtrat nachrücken: das ist der AfD-Landtagsabgeordnete Martin Böhm.
Aber: Böhm ist zugleich der Lebensgefährte von Annett Dingethal. Sprich: Auch er zieht um und wird bald nicht mehr in Coburg wohnen. Er kann und darf deshalb gar nicht nachrücken.
Somit richten sich die Blicke auf den Listenplatz 4: Den hat bei der Stadtratswahl Petra Döll erreicht. Ob sie das frei werdende AfD-Mandat annehmen wird, ist noch nicht bekannt.
Stühlerücken im Coburger Stadtrat
Grundsätzlich hat es im 2020 gewählten Coburger Stadtrat bereits etliche Wechsel gegeben.
Bei der CSU hatte noch vor der konstituierenden Sitzung Christian Meyer auf sein Mandat verzichtet.
Die SPD musste Thomas Nowak ersetzen, der im März 2021 überraschend verstorben war. Für ihn rückte Sabine Kastner nach.
Wechsel auch bei der ÖDP
Bei den Grünen legte Ina Sinterhauf ihr Mandat nieder – Kevin Klüglein rückte nach.
Auch Jessica Heß von der Wählergemeinschaft Pro Coburg verließ den Stadtrat – Tuncer Yilmaz rückte nach.
Mit Klaus Klumpers hörte auch das „Urgestein der Coburger ÖDP“ auf – Tristan Wolf rückte nach.
Bei der „Coburger Liste“ gab es einen Wechsel, der an die jetzige Situation bei der AfD erinnert: Martina Benzel-Weyh musste ihr Mandat niederlegen, weil sie aus Coburg weggezogen ist. Der erste Nachrücker kam aber nicht infrage, weil es sich dabei um ihren Mann Wolf-Rüdiger Benzel handelte. Somit rückte Steffi Raab nach.
Weitere Wechsel im Coburger Stadtrat
Noch vor der konstituierenden Sitzung hatte Alper Hasirci die „Jungen Coburger“ verlassen. Er gehört dem Stadtrat jetzt als „Parteiloser“ an.
Zum 15. November hat Andreas Engel die CSU/JC-Fraktion verlassen.















