Der Coburger Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag den Haushalt für das Jahr 2024 einstimmig beschlossen.
In der Haushaltsdebatte prallten verschiedene Blickwinkel aufeinander. Manche Redner verwiesen darauf, dass es der Stadt Coburg – trotz des Zwangs zum Sparen – ja immer noch sehr gut gehe.
Jürgen Heeb (Wählergemeinschaft Pro Coburg) stellte zum Beispiel die Frage: „Ist in Coburg das Glas halb voll oder halb leer?“ Heeb lieferte selbst eine Antwort. Er sei der Meinung: „Es ist ganz voll und muss nun um 10 Prozent geleert werden. Aber es bleibt zu 90 Prozent voll. Diese Zuversicht fehlt mir, nicht zuletzt deshalb, weil es uns offenbar noch nicht gelingt, diese Notwendigkeit auch unseren Bürgern zu vermitteln.“
Andreas Engel, der für die CSU/JC-Fraktion sprach, sah das etwas anders: „Es wird die nächsten Jahre zu noch mehr unangenehmen Einschnitten kommen.“ Zumal es keine Gewähr dafür gebe, dass „der Geldregen, an den wir uns gewöhnt haben“, weiter anhält.
Schwierige Zeit für die Wirtschaft
Andreas Engel, der auch IHK-Präsident ist, verwies auf die aktuell „äußerst schwierige Zeit“ speziell für die Wirtschaft.
Doch was tun, wenn die wichtigste Einnahmequelle einer Kommune die Gewerbesteuer ist?
IHK-Präsident warnt eindringlich
Mit Blick auf die Haushaltspolitik forderte Andreas Engel: „Wir müssen weiter nachjustieren! Sonst fahren wir mit vollem Karacho an die Wand.“
Große Sorgen bereitet es Andreas Engel, dass die Stadt Coburg ihre hohen Rücklagen bald aufgebraucht haben wird. Wörtlich sagte er: „Die Rücklagen werden in einem Tempo abgeschmolzen, dass einem schwindlig werden kann.“
„...dann verstehe ich die Welt nicht mehr“
Gleich mehrere Redner sprachen an, dass das beliebte Klassik-Open-Air im Rosengarten dem Rotstift zum Opfer gefallen ist.
Jürgen Heeb zeigte sich erstaunt: „Wenn ich jetzt höre, dass das Wohl und Weh am Klassik Open Air hängen soll, verstehe ich die Welt nicht mehr!“
Ähnlich argumentierte Norbert Tessmer (SPD): „Ja, die Streichung des Klassik Open Airs fällt mir schwer. Das ist eine unpopuläre Maßnahme. Aber das kulturelle Angebot in Coburg ist so breit gefächert, dass wir das verschmerzen können.“ Außerdem: „Es muss ja auch nicht für immer sein.“
Kein Weihnachtsbaum auf dem Albertsplatz
Norbert Tessmer relativierte auch noch andere Sparmaßnahmen – etwa beim Weihnachtsschmuck in der Innenstadt, der heuer etwas weniger üppig ausfallen wird. So sagte er: „Die Welt wird nicht untergehen, wenn es an Weihnachten nicht mehr ganz so hell in der Innenstadt funkelt und am Albertsplatz kein zweiter Weihnachtsbaum steht – den gab’s ja früher auch nicht.“
Zumal Coburg laut Tessmer noch ganz andere Herausforderungen bevorstehen: „Mit dem Neubau des Klinikums und der Sanierung des Landestheaters haben wir Jahrhundertaufgaben zu stemmen.“
„Lieblingsprojekt Klassik-Open-Air“
Gerhard Amend (CSB) sprach auch noch einmal das Klassik-Open-Air an, das er persönlich als „eines meiner Lieblingsprojekte“ bezeichnete. Doch die Streichung dieser Veranstaltung müsse man in der jetzigen Situation hinnehmen.
Amend forderte zudem, dass sich der Stadtrat bald einer Grundsatzdiskussion stellen müsse. Die Frage laute: „Wie soll die unsere Stadt in der Zukunft aussehen?“
Weitere Redebeiträge kamen von Wolfgang Weiß (Grüne) und Michael Zimmermann (FDP).














