0
Kritik zum Weltkindertag
Die Krux mit den Kinderrechten
Coburger Kinderbeauftragte Karin Burkardt-Zesewitz
Karin Burkardt-Zesewitz ist seit November 2022 die Kinderbeauftragte der Stadt Coburg. // Stadt Coburg
Coburg – Beim Recht auf Gesundheit hapert es in Coburg. Das sagt die Kinderbeauftragte Karin Burkhardt-Zesewitz und spielt auf mangelnde Therapieangebote und -plätze für Kinder an.

Kinderrechte sind jedes Jahr wieder großes Thema beim Weltkindertag. Die Coburger Kinderbeauftragte, Karin Burkhardt-Zesewitz, hat das Gefühl, dass in Coburg zu diesem Thema gut gearbeitet werde. Aus Elternkreisen habe sie  allerdings schon Augenrollen wegen dieses Themas erlebt. Es soll wohl bedeuten: oh nein, nicht schon wieder Kinderrechte!  Die werden den Kindern mittlerweile ja per Lehrplan in Schule nahegebracht. Eltern meinten, Kinder würden dann permanent auf ihre Rechte verweisen und aufmüpfig sein.

Kinderrechte ins Grundgesetz

Ihrer Meinung nach sollten eher Institutionen und politische Gefüge die Rechte kennen. „Die Kinderrechte sollten auch endlich einen Weg ins Grundgesetz finden, und es müsste dringend auf Bundesebene Kinderbeauftragte geben“, fordert Karin Burkhardt-Zesewitz. Denn viele Probleme, die Kinder und Familien mit Kindern haben, liegen nicht in kommunaler Hand.  Wesentliche Entscheidungen werden auf Bundesebene getroffen.

„In Coburg hapert es ganz konkret beim Recht auf Gesundheit“, kritisiert die Kinderbeauftragte. Es gebe zu wenige Therapieplätze und Angebote für Kinder (Kinder psychisch kranker Eltern, Trennungskinder).

Therapieangebote fehlen

Aber vor allem seit Corona sei die Zahl der Kinder, die sich unglücklich fühlen und/oder psychische Erkrankungen haben, deutlich gestiegen, nicht aber die Zahl der Angebote für diese Kinder.   „Dazu hatte ich ganz konkret ein sehr informatives Gespräch mit dem Qualitätszirkel der Kinder- und Jugendpsychotherapeuten“, erläutert Karin Burkhardt-Zesewitz.

Im Hinblick auf das Thema Teilhabe versuche der Aktionskreis gegen Kinderarmut was zu tun: „Wir setzen uns dafür ein, dass die Eltern einen leichteren Zugang zu Unterstützungsangeboten bekommen, ohne aufwändiges Antragswesen zum Beispiel.“

Grundsätzlich gebe es viele Akteure in Coburg, die die Rechte der Kinder auf dem Schirm haben. Davon ist die Kinderbeauftragte überzeugt.  Dennoch kämpfe sie  weiterhin dafür, dass auch schwierige Diskussionen geführt werden müssen, damit das Unbequeme seinen Platz finden darf. 

Unsere Leseempfehlungen

Inhalt teilen
  • kopiert!