Dominik Sauerteig hat Lust auf eine zweite Amtszeit. Am Rande eines Tageblatt-Interviews kündigte der 36-Jährige an, auch 2026 wieder bei der Oberbürgermeisterwahl anzutreten. Er tue dies „aus voller Überzeugung“, wie er sagt. „Ich will auch weiterhin an vorderster Stelle daran mitarbeiten, dass wir meine Heimatstadt enkeltauglich aufstellen.“ Das sei ihm eine „Herzensangelegenheit“. Dominik Sauerteig steht seit 1. Mai 2020 an der Spitze der Stadt Coburg. Im Tageblatt-Gespräch, das aus Anlass einer Halbzeitbilanz geführt wurde, räumte Sauerteig allerdings auch ein, dass ihm seine Tätigkeit auch schon einige schlaflose Nächte bereitet habe.
„Gesundheit ist unser höchstes Gut“
Eine solche Nacht gab es auch vom 23. auf den 24. August 2022. Damals wurden zwei Dienstfahrzeuge des Oberbürgermeisters, die im Innenhof des Coburger Rathauses geparkt waren, angezündet. Als sich der mutmaßliche Brandstifter Oliver N. kürzlich vor Gericht verantworten musste, wurde bekannt, dass dieser fast schon regelmäßig den Coburger OB bedroht hat. Auf die Frage, was so etwas mit einem mache, weist Sauerteig zunächst darauf hin, dass das Gerichtsverfahren ja noch nicht beendet sei, weil Oliver N. fristgerecht Revision eingelegt hat. Mit Blick darauf, dass Gutachter bei Oliver N. eine schizoaffektive Erkrankung attestiert haben, weshalb er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, sagt Dominik Sauerteig: „Die Gesundheit ist unser höchstes Gut, und offensichtlich hat Herr N. hier gerade schwere Probleme. Aber ich wünsche ihm gute Besserung.“
Was die Bedrohungen betrifft, stellt Sauerteig fest, dass es zwischenzeitlich zur traurigen Realität gehöre, dass Kommunalpolitiker häufig zur Zielscheibe Einzelner werden – meistens anonym im Netz, oft auch in Leserbriefen oder Offenen Briefen, manchmal aber auch tatsächlich „im wahren Leben“. Er habe daraus Konsequenzen gezogen und sei vorsichtiger geworden. „Spätabends oder nachts alleine durch die Stadt zu laufen, das versuche ich zu vermeiden.“
„Ich bin ja keine Maschine“
Von seiner Familie versuche er das alles weitestgehend fern zu halten, erklärt Sauerteig. „Es genügt, wenn ich mich damit beschäftigen muss.“ Aber natürlich merke man ihm ab und zu an, dass es – „mal mehr oder mal weniger“ – auch emotional in ihm arbeite. „Ich bin ja schließlich ein ganz normaler Mensch. Und keine Maschine.“
Das Interview mit Dominik Sauerteig lesen Sie am Samstag im Tageblatt sowie am Freitagabend bereits hier auf dem Portal.
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