Die häufigste Frage, die Regina Frank in den vergangenen Tagen gestellt bekommen hat, lautet: „Muss ich wirklich Oma sein, um bei euch mitzumachen?“ Schließlich heißt die Initiative, von der jetzt auch in Coburg eine Regionalgruppe gegründet werden soll, „Omas gegen rechts“.
„Die Freiheit unserer Demokratie“
Regina Frank schmunzelt: „Nein, ich bin ja selbst noch keine Oma! Aber wir sind Frauen mit Lebenserfahrung, viele von uns sind in der 50er und 60er Jahren aufgewachsen und wir schätzen die Freiheit unserer Demokratie und unseres Grundgesetzes.“
Die „Omas gegen rechts“, so erklärt Regina Frank weiter, stünden für die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für die Vielfalt der Kulturen und Toleranz und respektvolles Miteinander. „Wir ,Omas gegen rechts’ widersetzen uns allen Formen von rechtspopulistischen und rechtsextremen Strömungen, der Ausgrenzung von Menschen mit Migrationshintergrund, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Hass, Hetze und Gewalt und Anti-Feminismus.“ Und Regina Frank stellt klar: „Wir wollen uns für den Erhalt unserer Demokratie engagieren – in einer Zeit, in der aufgrund von rechtspopulistischen Umtrieben diese Demokratie bedroht ist.“
Wer sind die „Omas gegen rechts“?
„Omas gegen rechts“ gibt es in Deutschland seit 2018, in Österreich sogar schon seit 2017. Dass am Donnerstag, 22. Februar, nun auch in Coburg eine Regionalgruppe gegründet werden soll, hat vor allem mit zwei „Impulsen“ zu tun, wie Regina Frank erzählt.
Brandmauer gegen die AfD
Zum ersten Impuls kam es im Wahlkampf zur bayerischen Landtagswahl im vergangenen Jahr. „An einem Samstag hatte die AfD in der Spitalgasse in Coburg einen Infostand aufgebaut“, erinnert sich Regina Frank. Direkt gegenüber hatten mehrere Gruppierungen eine symbolische „Brandmauer“ errichtet. Regina Frank und viele Gleichgesinnte hielten nicht nur die Brandmauer an sich für eine gute Sache. „An der Aktion waren auch drei ,Omas gegen rechts’ aus Bamberg beteiligt – und die fanden wir klasse!“
Demonstrationen nach Correctiv-Recherche
Bis zum zweiten und entscheidenden Impuls sollten aber noch ein paar Monate vergehen. Nach der Veröffentlichung der Recherche von Correctiv fanden an vielen Orten große Demonstrationen statt. Unter den rund 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Coburg Ende Januar sowie Anfang Februar in Sonneberg waren auch wieder Gruppen der „Omas gegen rechts“aus Bamberg, Lichtenfels und Kronach dabei. Die Idee, auch in Coburg „Omas gegen rechts“ zu gründen, nahm Formen an. Regina Frank: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Denn: So erfolgreich zum Beispiel die besagte Veranstaltung auf dem Coburg Marktplatz auch war. Regina Frank findet: „Es reicht doch nicht, nur einmal gegen rechts zu demonstrieren.“ Sie hält es für wichtig, eine dauerhafte Organisation zu haben, die entschieden für die Demokratie, für unser Grundgesetz und gegen rechtsextreme Strömungen eintritt.
Initiative ist überparteilich
Regina Frank ist zwar seit drei Jahren auch in einer Partei engagiert. Die „Omas gegen rechts“ möchte sie aber ausdrücklich als „überparteilich“ verstanden wissen. „Bei uns können auch Frauen mitmachen, die sich noch nie politisch engagiert haben.“ Und Männer natürlich auch. Letztlich gehe es darum, ein starkes und vor allem dauerhaftes Zeichen für die Demokratie zu setzen. „Aus dem gesunden Menschenverstand heraus: Wir müssen da doch etwas machen!“
Gründung am 22. Februar geplant
Die Entscheidung, auch in Coburg „Omas gegen rechts“ zu gründen, fiel schließlich am 7. Februar. Zusammen mit einigen Mitstreiterinnen traf sich Regina Frank mit den „Omas gegen rechts“ aus Bamberg. Es gab jede Menge Tipps und Ratschläge, die schließlich zu der Gründungsveranstaltung am Donnerstag, 22. Februar, führte.
Demos gegen rechts
„Wir haben keine Ahnung, wie viele Menschen zur Gründungsversammlung am 22. Februar kommen“, sagt Regina Frank ganz ehrlich. Aber die erste Resonanz sei schon einmal ganz gut gewesen. Geplant sind monatliche Treffen, um sich auszutauschen, Aktionen gegen Rechtspopulismus und rechtes Gedankengut zu gestalten und an Demonstrationen anderer Gruppierungen gegen rechts teilzunehmen.
TERMINHINWEIS: „Omas gegen rechts“ – die Gründungsversammlung einer Regionalgruppe Coburg findet am Donnerstag, 22. Februar, im „fugenlos“ in der Herrngasse 7 statt; Beginn: 18 Uhr.
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